______Gesellschaft

 

Von dieser Überzeugung her haben die Widerstandskämpfer gegen

totalitäre Regime gehandelt und

so dem Recht und der Menschheit als ganzer einen Dienst erwiesen.

Für diese Menschen war es unbestreitbar evident,

daß geltendes Recht in Wirklichkeit Unrecht war.

Aber bei den Entscheidungen eines demokratischen Politikers ist die Frage,

was nun dem Gesetz der Wahrheit entspreche, was wahrhaft recht sei

und Gesetz werden könne, nicht ebenso evident.

Was in bezug auf die grundlegenden anthropologischen Fragen das Rechte ist

und geltendes Recht werden kann, liegt heute keineswegs einfach zutage.

Die Frage, wie man das wahrhaft Rechte erkennen und so der Gerechtigkeit in

der Gesetzgebung dienen kann, war nie einfach zu beantworten,

und sie ist heute in der Fülle unseres Wissens und unseres Könnens

noch sehr viel schwieriger geworden. In der Geschichte sind Rechtsordnungen

fast durchgehend religiös begründet worden:

Vom Blick auf die Gottheit her wird entschieden, was unter Menschen rechtens ist.

Im Gegensatz zu anderen großen Religionen hat das Christentum dem Staat

und der Gesellschaft nie ein Offenbarungsrecht,

eine Rechtsordnung aus Offenbarung vorgegeben.

Es hat stattdessen auf Natur und Vernunft als die wahren Rechtsquellen verwiesen

– auf den Zusammenklang von  objektiver und subjektiver Vernunft,

der freilich das Gegründetsein beider Sphären

in der schöpferischen Vernunft Gottes voraussetzt.

Die christlichen Theologen haben sich damit einer philosophischen und juristischen

Bewegung angeschlossen, die sich seit dem 2. Jahrhundert v. Chr. gebildet hatte.

In der ersten Hälfte des 2. vorchristlichen Jahrhunderts kam es zu einer Begegnung

zwischen dem von stoischen Philosophen entwickelten sozialen Naturrecht und

verantwortlichen Lehrern des römischen Rechts.

 

 

Von der vorchristlichen Verbindung von Recht und Philosophie geht

der Weg über das christliche Mittelalter in die Rechtsentfaltung der Aufklärungszeit

bis hin zur Erklärung der Menschenrechte und bis zum Grundgesetz,

mit dem sich das deutsche Volk 1949 zu den "unverletzlichen und unveräußerlichen

Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft,

des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt“ bekannt hat.

Für die Entwicklung des Rechts und für die Entwicklung der Humanität

war es entscheidend, daß sich die christlichen Theologen gegen das

vom Götterglauben geforderte religiöse Recht auf die Seite der Philosophie gestellt,

Vernunft und Natur in ihrem Zueinander als die

für alle gültige Rechtsquelle anerkannt haben.

Diesen Entscheid hatte schon Paulus im Brief an die Römer vollzogen, wenn er sagt:

"Wenn Heiden, die das Gesetz (die Tora Israels) nicht haben, von Natur aus das tun,

was im Gesetz gefordert ist, so sind sie… sich selbst Gesetz.

Sie zeigen damit, daß ihnen die Forderung des Gesetzes ins Herz geschrieben ist;

ihr Gewissen legt Zeugnis davon ab…" (Röm 2:14).

Hier erscheinen die beiden Grundbegriffe Natur und Gewissen,

wobei Gewissen nichts anderes ist als das hörende Herz Salomons,

als die der Sprache des Seins geöffnete Vernunft.

Wenn damit bis in die Zeit der Aufklärung, der Menschenrechtserklärung

nach dem Zweiten Weltkrieg und in der Gestaltung unseres Grundgesetzes

die Frage nach den Grundlagen der Gesetzgebung geklärt schien,

so hat sich im letzten halben Jahrhundert

eine dramatische Veränderung der Situation zugetragen.

Der Gedanke des Naturrechts gilt heute als eine katholische Sonderlehre,

über die außerhalb des katholischen Raums zu diskutieren nicht lohnen würde,

so daß man sich schon beinahe schämt, das Wort überhaupt zu erwähnen.

Grundlegend ist zunächst die These, daß zwischen Sein und Sollen

ein unüberbrückbarer Graben bestehe.

Aus Sein könne kein Sollen folgen, weil es sich da um zwei völlig verschiedene

Bereiche handle. Der Grund dafür ist das inzwischen fast allgemein angenommene

positivistische Verständnis von Natur und Vernunft.

Wenn man die Natur als "ein Aggregat von

als Ursache und Wirkung miteinander verbundenen Seinstatsachen" ansieht,

dann kann aus ihr in der Tat keine irgendwie geartete ethische Weisung hervorgehen.

 

Ein positivistischer Naturbegriff, der die Natur rein funktional versteht,

so wie die Naturwissenschaft sie erklärt, kann keine Brücke zu Ethos und Recht

herstellen, sondern wiederum nur funktionale Antworten hervorrufen.

Das gleiche gilt aber auch für die Vernunft in einem positivistischen,

weithin als allein wissenschaftlich angesehenen Verständnis.

Was nicht verifizierbar oder falsifizierbar ist,

gehört danach nicht in den Bereich der Vernunft im strengen Sinn.

Deshalb müssen Ethos und Religion dem Raum des Subjektiven zugewiesen werden

und fallen aus dem Bereich der Vernunft im strengen Sinn des Wortes heraus.

Wo die alleinige Herrschaft der positivistischen Vernunft gilt

– und das ist in unserem öffentlichen Bewußtsein weithin der Fall –,

da sind die klassischen Erkenntnisquellen für Ethos und Recht außer Kraft gesetzt.

Dies ist eine dramatische Situation, die alle angeht und

über die eine öffentliche Diskussion notwendig ist, zu der dringend einzuladen

eine wesentliche Absicht dieser Rede ist.

Das positivistische Konzept von Natur und Vernunft, die positivistische Weltsicht

als Ganzes ist ein großartiger Teil menschlichen Erkennens

und menschlichen Könnens, auf die wir keinesfalls verzichten dürfen.

Aber es ist nicht selbst als Ganzes

eine dem Menschsein in seiner Weite entsprechende und genügende Kultur.

Wo die positivistische Vernunft sich allein als die genügende Kultur ansieht

und alle anderen kulturellen Realitäten in den Status der Subkultur verbannt,

da verkleinert sie den Menschen, ja sie bedroht seine Menschlichkeit.

Im Hinblick auf Europa, in dem weite Kreise versuchen,

nur den Positivismus als gemeinsame Kultur und als gemeinsame Grundlage

für die Rechtsbildung anzuerkennen, alle übrigen Einsichten und Werte unserer Kultur

in den Status einer Subkultur verwiesen und damit Europa

gegenüber den anderen Kulturen der Welt in einen Status der Kulturlosigkeit

gerückt und zugleich extremistische und radikale Strömungen herausgefordert werden.

Die sich exklusiv gebende positivistische Vernunft,

die über das Funktionieren hinaus nichts wahrnehmen kann,

gleicht den Betonbauten ohne Fenster, in denen wir uns Klima und Licht selber geben,

beides nicht mehr aus der weiten Welt Gottes beziehen wollen.

Und dabei können wir uns doch nicht verbergen,

daß wir in dieser selbstgemachten Welt

im stillen doch aus den Vorräten Gottes schöpfen,

die wir zu unseren Produkten umgestalten.

Die Fenster müssen wieder aufgerissen werden, wir müssen wieder die Weite der Welt, den Himmel und die Erde sehen und all dies recht zu gebrauchen lernen.

 

 

Das Auftreten der ökologischen Bewegung

in der Politik seit den 70er Jahren zwar wohl

nicht Fenster aufgerissen hat, aber ein Schrei nach frischer Luft gewesen ist

und bleibt, den man nicht überhören darf und nicht beiseite schieben kann,

weil man zu viel Irrationales darin findet.

Jungen Menschen war bewußt geworden, daß irgend etwas in unserem Umgang

mit der Natur nicht stimmt. Daß Materie nicht nur Material für unser Machen ist,

sondern daß die Erde selbst ihre Würde in sich trägt

und wir ihrer Weisung folgen müssen.

Wenn in unserem Umgang mit der Wirklichkeit etwas nicht stimmt,

dann müssen wir alle ernstlich über das Ganze nachdenken und sind alle

auf die Frage nach den Grundlagen unserer Kultur überhaupt verwiesen.

Die Bedeutung der Ökologie ist inzwischen unbestritten.

Wir müssen auf die Sprache der Natur hören und entsprechend antworten.

Ich möchte aber nachdrücklich einen Punkt noch ansprechen, der nach wie vor

weitgehend ausgeklammert wird: Es gibt auch eine Ökologie des Menschen.

Auch der Mensch hat eine Natur, die er achten muß

und die er nicht beliebig manipulieren kann.

Der Mensch ist nicht nur sich selbst machende Freiheit.

Der Mensch macht sich nicht selbst. Er ist Geist und Wille,

aber er ist auch Natur, und sein Wille ist dann recht,

wenn er auf die Natur hört, sie achtet und sich annimmt als der, der er ist

und der sich nicht selbst gemacht hat.

Gerade so und nur so vollzieht sich wahre menschliche Freiheit.

Kehren wir zurück zu den Grundbegriffen Natur und Vernunft,

von denen wir ausgegangen waren. Der Theoretiker des Rechtspositivismus,

Kelsen, hat 1965 den Dualismus von Sein und Sollen aufgegeben.

Er hatte gesagt, daß Normen nur aus dem Willen kommen können.

Die Natur könnte folglich Normen nur enthalten,

wenn ein Wille diese Normen in sie hineingelegt hat.

Dies wiederum würde einen Schöpfergott voraussetzen,

dessen Wille in die Natur miteingegangen ist.

"Über die Wahrheit dieses Glaubens zu diskutieren,

ist völlig aussichtslos", bemerkt er dazu.

Ist es wirklich sinnlos zu bedenken, ob die objektive Vernunft,

die sich in der Natur zeigt, nicht eine schöpferische Vernunft,

einen Creator Spiritus voraussetzt?

Von der Überzeugung eines Schöpfergottes her ist die Idee der Menschenrechte,

die Idee der Gleichheit aller Menschen vor dem Recht,

die Erkenntnis der Unantastbarkeit der Menschenwürde

in jedem einzelnen Menschen und das Wissen

um die Verantwortung der Menschen für ihr Handeln entwickelt worden.

Diese Erkenntnisse der Vernunft bilden unser kulturelles Gedächtnis.

Es zu ignorieren oder als bloße Vergangenheit zu betrachten, wäre eine Amputation

unserer Kultur insgesamt und würde sie ihrer Ganzheit berauben.

Sie hat im Bewußtsein der Verantwortung des Menschen vor Gott und

in der Anerkenntnis der unantastbaren Würde des Menschen,

eines jeden Menschen Maßstäbe des Rechts gesetzt,

die zu verteidigen uns in unserer historischen Stunde aufgegeben ist.

(Enzyklika Caritas in veritate) 

 

 

Moral beschreibt, wie Menschen faktisch handeln und zu Handeln erwarten

oder auch, was sie dabei faktisch für richtig halten.

Dieser deskriptive Bedeutungsaspekt einer Moral wird auch als Sittlichkeit

oder Ethos bezeichnet und umfasst „regulierende Urteile und

geregelte Verhaltensweisen“, ohne dass über die rationale oder

moraltheoretische Rechtfertigung derselben ein Urteil beansprucht wird.

Letztere wird dann davon abgehoben als eine „Reflexionstheorie der Moral“,

die dann als „Ethik“ bezeichnet wird.

Ethik ist eine Disziplin der Philosophie, die moralische Prinzipien,

Werte, Tugenden, Geltungsansprüche, Forderungen, Begründungen etc.

untersucht und oft auch formuliert und begründet.

Metaethik untersucht die metaphysischen, erkenntnistheoretischen,

semantischen und psychologischen Voraussetzungen und Implikationen

moralischen Denkens, Sprechens und Handelns.

Moraltheologie (auch Theologische Ethik)

untersucht die Beziehungen zwischen Moral und Religion.

Moralpsychologie untersucht, welche moralische Meinungen, Handlungsweisen

und Emotionen Individuen faktisch haben.

Moral im Kontext sozialer Einheiten oder Organisationen ist einer

der Gegenstände der Gesellschaftswissenschaften.

Es ist eine der Grundfragen der Rechtsphilosophie in welchem Verhältnis

Recht und Moral voneinander abhängig sind.

In vielerlei Hinsicht stimmen Moral und Recht (z.B. das Tötungsverbot) überein. 

 

 

Optimist: "Das Glas ist halbvoll."

Pessimist: "Das Glas ist halbleer."

Realist: "Ganz klar. Das ist ein Glas."

Idealist: "Eines Tages könnte die kalte Fusion von einem Glas Wasser

unbegrenzte Energie schaffen und den Krieg beenden."

Kapitalist: "Wenn ich es in Flaschen abfülle und es mit einem

neuzeitlich klingenden Namen benenne, könnte ich ein Vermögen machen."

Kommunist: "Dieses Getränk gehört jedem einzelnen von uns in gleichem Masse."

Verschwörer: "Die Regierung fluoridiert das Wasser mit dem Zweck der Gehirnwäsche."

Sexist: "Dieses Glas füllt sich nicht von alleine auf..."

Nihilist: "Das Glas existiert nicht, und ich somit auch nicht."

Opportunist: "Es gibt ein lustiges T-shirt hier irgendwo."

 

__________________________________________________________________________________rechtsphilosophie

Interdependenz - E-Democracy & Religion

 

Bürgerrechtler Martin Luther King setzte religiöse Inspiration beispielhaft

in weltlichen Veränderungswillen um.

Nelson Mandela und Desmond Tutu stehen gemeinsam für zwei Universalismen.

Mandela steht für den Universalismus,

der sich aus dem politischen Humanismus speist.

Und Tutu hat seinen Kampf gegen die Rassentrennung

auf den christlichen Universalismus gestützt.

Alle Wege können zum Universalismus führen. Katholisch = allumfassend.

Katholizismus und Islam sind Religionen, die schon die tribale,

die ethnische Identität zu überwinden suchen, nach etwas grösserem streben.

Das Problem heute ist nur, dass es Leute gibt, die diese Religionszugehörigkeit

auf eine eingeengte Identität reduzieren wollen.

"Wir Katholiken, wir Muslime und die anderen."

So wird Universalismus zu Kommunitarismus, zum trennenden,

statt zum einenden Element.

Missionstheologe Johannes Reimer erklärte: "Die neutestamentliche Gemeinde

ist gezeichnet von Multikulturalität".

So sei beispielsweise die Gemeindeleitung in Antiochien

laut dem Bericht der Apostelgeschichte sprachlich und kulturell

'zusammengewürfelt' gewesen. "Nicht nationale oder lokale Identitäten,

sondern eine übergeordnete Identität in Christus

haben sie gesucht. Das einigt diese Gemeinde."

Einige wollen die Religion im Namen des Multikulturalismus

aus ihrer Mitte verbannen und allenfalls im stillen Kämmerlein dulden.

Die Wurzel des Extremismus liegt an der Erziehung,

an der mangelnden Bereitschaft zu einem ausführlichen Dialog.

Die Armut und die Arbeitslosigkeit verleiten viele Menschen

zu einer aggressiven Haltung und stellen wiederholt das System in Frage.

Traditionalisten versuchten unter anderem die Geschichte der Religion

neu zu ordnen und heizen dabei unnötig die geladene Stimmung ein.

Generell sind die Ursachen der weltweiten Konflikte nicht bei den Religionsgemeinden,

sondern definitiv in der Energie- und Interessenpolitik.

Die religiösen Gegensätze seien auch typischerweise verwoben mit Konflikten

um Geld, Land und Wasser.

Religionsgemeinschaften erinnerten täglich daran,

dass es jenseits des materiellen Strebens eine spirituelle Dimension gebe,

die ein zentrales Merkmal des Menschen sei.

"Religion in diesem Sinn kann auch soziales Kapital und moralisches

Engagement verstärken", sagte Herman van Rompuy.

Man ist immer geneigt, Gott eine moralische Funktion zugeben

oder in metaphysischen Sprachspülen der Erklärungsinstanzen zumachen.

Für die meisten in der Welt ist religiöses Bewusstsein zum Glück entspannter

aufgebaut, was Grund zu vorsichtigem Optimismus sieht.

Da spielen dann diese Elemente des Subjektiven eine ganz legitime Rolle.

Religion muss nicht mit Metaphysik und Moral verwechselt werden.

Trost und Überwindung von Angst sei elementar für die gesamte Gesellschaft.

Angesichts von Erscheinungen wie Sinnverlust, Angst und Flucht in Geschäftigkeit

wachse die Sehnsucht nach Zuspruch, Entlastung und Konzentration.

Über Glaube, Konservatismus und Werte in einer digitalisierten Welt

streiteten der Journalist und Katholik Alexander Görlach und

der Politiker Björn Böhning in ihrem Buch "Freiheit oder Anarchie?".

Religion sei von jeher durch Liturgien, Gemeinschaft und Sprachcodes

geprägt und diene als eine Art kulturelles Gedächtnis der Gesellschaft.

Die sozialen Netzwerke weisen diese Aspekte ebenso auf,

weil sie eine eigene Sprache haben.

Viele der Online-Mitglieder vertrauen der Zentrale des Unternehmens

in Kalifornien so, wie gute Katholiken dem Papst vertrauten.

Das Christentum glaube an den freien Willen des Menschen,

die anderen hingegen sehen ihn als kommunizierend und konsumierend

und haben daher keinerlei Berührung mit dem Metaphysischen.

"So würde dieses soziale Netzwerk nur die Benutzeroberfläche des Menschen

verändern, und nicht das Backend", folgert Görlach.

Das Netz säkularisiere die Gesellschaft. Böhning schreibt:

"Das Urversprechen der Religion, nämlich ein besseres in einem anderen Leben,

findet keinen Zugang zum Netz. Das Internet selbst ist nämlich der Ort,

in dem die Menschen nach Glück streben - und sei es nur ein scheinbares Glück."

Es gebe Beziehungsbörsen, Ratgeber oder soziale Plattformen, Ersatz also für

die unvollkommene reale Welt, ein wenn auch konstruiertes, gelobtes Land.

Zudem sei das Internet die schnellste Verbindung unserer Zeit. Böhning findet:

"Die Religion, die auf Wertevermittlung, Nachdenklichkeit oder Innehalten

ausgerichtet ist, wird immer Probleme haben, diesem Zeitgeist standzuhalten".

Mission widerstreite allen Kräften, die menschliches Leben verzwecken, verflachen

oder veräußerlichen. Sie sei fröhlich und zugewandt, sie bringe sich kritisch in

Kultur, Bildung, Wissenschaft, Wirtschaft und Lebenstil ein.

Wenn Gott die Verweltlichung abgelehnt hätte, wäre er nicht Mensch geworden.

Schon dass Jesu Geburt zuerst den Hirten und nicht den Priestern

mitgeteilt wird, verrät, dass Gott die religiöse Sphäre nicht

von der weltlichen abtrennen wollte.

Die Ausbreitung des Christentums gelang, weil die Christen

sich mit Rom und dann den mittelalterlichen Königen einließen -

um den hohen Preis der Inkonsequenz und der Abhängigkeit von Macht.

"Für die Entwicklung des Rechts und für die Entwicklung der Humanität

sei es entscheidend gewesen, dass sich die christlichen Theologen

gegen das vom Götterglauben geforderte religiöse Recht

auf die Seite der Philosophie gestellt, Vernunft und Natur

in ihrem Zueinander als die für alle gültige Rechtsquelle anerkannt haben."

- Joseph Ratzinger

Das Wesen der Kirche sei 'Communicatio und Communio'.

Paulus hat Briefe an Gemeinden geschrieben,

die auf der anderen Seite der damals bekannten Welt waren.

Die Kirche ist es also schon immer gewöhnt,

mit sozialen Medien und in sozialen Medien zu kommunizieren.

Die Kirche geniesst ein Vertrauen in der Gesamtbevölkerung von 20%.

Aber die sozialen Dienste der Kirche geniessen ein Vertrauen in der Gesellschaft von

über 70%. Das heisst, die Menschen trauen der Kirche doch noch zu,

dass sie ihr Leben im Blick haben.

Jedoch interessieren sie sich nicht für die Beweggründe.

Ihre Sorge um den Menschen, ihre Fürsorge,

die sozialen Aktionen kommen vom Auftrag Jesu Christi vor 2000 Jahren.

Sonst wäre die Kirche eine Sekte, wenn sie nur noch agieren und beten würden.

Die Vorstellung vom Guten kann auch der Freund des Bösen sein.

Das ist eine religiöse und moralische Auffassung.

Recht und Moral gründen sich in der Moderne nicht mehr auf den Willen Gottes,

sondern auf die menschliche Autonomie.

Säkulare Rechtsordnungen sind der religiösen Neutralität verpflichtet und

beanspruchen den Geltungsvorrang des staatlichen Rechts,

dagegen wird in orthodoxen Lesarten von Judentum, Christentum und Islam

die religiös-rechtliche Ordnung dem menschlichen Recht grundsätzlich übergeordnet.

Im Islam wie im Christentum

gibt es eine große Vielfalt religiöser Auslegungen,

und in beiden Religionen gibt es Kontroversen um die Menschenrechte,

die mit dem Wahrheitsanspruch religiöser Normen zusammenhängen.

Im Islam wird der Koran / Qur'an als unmittelbares Wort Gottes verstanden,

die Scharia gilt daher als ewiges göttliches Recht.

Gegenstand des islamischen Diskurses ist nicht die Frage,

ob die Scharia gültig ist, strittig ist,

was zur göttlichen Rechtssetzung (shari’a)

und was zur menschlichen Rechtsfindung gehört.

Der Islamforscher Olivier Roy sagt:

"Die Schlüsselfrage lautet nicht, was der Koran sagt,

sondern was der Koran nach Auffassung der Muslime sagt".

Es geht also nicht um das "wahre Wesen" des Islam,

sondern um die Deutungen der Muslime.

Die Begründung der Menschenrechte bedarf einer prinzipiellen Ethik,

einer "moralischen Sprache", wie Rainer Forst es nennt.

Nicht für die Begründung, aber für die subjektive Anerkennung

der Menschenrechte ist jedoch entscheidend.

Bei allen Muslimen ist die Religion ein wichtiger Bezugspunkt

des Denkens über Menschenrechte.

 

Alle Bürger und Bürgerinnen in einer Demokratie

haben vor dem Gesetz die gleichen Rechte und Pflichten.

Die populäre Verhaltenskritik an Migranten –

fehlende Bildung, schlechtes Deutsch, das Tradieren überkommener

Sitten, Macho- und Gewaltkultur – benennt Phänomene,

die ihre Ursachen zuerst in kulturellen und

sozialen Kontexten haben können.

Eine Reduktion auf "den Islam" als verantwortlichen Faktor

geht an der Sache vorbei.

Wenn man "Ehrenmorde" mit Religion in Verbindung bringt,

eine Tat also einer Weltanschauung und nicht mehr

einem Täter zurechne, liege darin eine rhetorische Abkehr von

den liberalen Errungenschaften des strafrechtlichen Tatprinzips.

 

Die iranische Juristin und Theologin Hamideh Mohaghegi kritisierte,

der hier zu Lande zu oft mit Frauenfeindlichkeit und Gewalttätigkeit

assoziierte Islam sei für Millionen Migranten

"die sinnspendende Lebensform schlechthin".

Statt unvoreingenommen aufeinander zuzugehen, würden Ängste geschürt.

Gerade muslimische Frauen hätten zu leiden und würden

"auf allen Ebenen der Gesellschaft“ stigmatisiert.

Instrument der Abwehr sei oft das Kopftuchverbot,

das die Frauen als rettungsbedürftig oder unterordnungsbereit

definiere, sagte die Juristin, die selbst Kopftuch trägt.

 

Religion soll Sache der Menschen sein, nicht des Staates.

Die Rechtsordnung sei darauf "besser vorbereitet

als die Gesellschaft, in der sie gilt".

Denn die große Frage bleibt, wie sich Muslime organisieren können,

um an der Religionsfreiheit in gleicher Weise teilhaben zu können

wie die institutionalisierten Kirchen. Hier sei Raum für Politik.

Juristen überschätzen eine staatliche Rechtsordnung oft.

Jede Rechtsordnung leidet unter einem Legitimationsproblem.

Das ist auch beim Grundgesetz der Fall. Der Gottesbezug in

der Präambel hat also auch einen durchaus "handfesten" Grund.

Eine Religion hingegen hat eine eigene Rechtsordnung

und die ist unabdingbar.

 

Im Islam ist es natürlich nicht anders.

Da setzt auch erstmal Gott die Norm

und Alles andere hat sich daran anzupassen.

Die Juristerei ist die Magd der Politik (oder der Religion)

und nicht umgekehrt. Juristen vergessen oft, wer die Norm setzt.

Was nun im Bereich christlich abendländischer Kultur

einigermaßen funktioniert muss aber woanders nicht klappen.

Freiheitsrechte gibt es deshalb in vielen islamischen Ländern

nur im Rahmen der Scharia. Und das hat einen religiösen Grund.

 

Können unsere Verfassung und der Islam überhaupt

miteinander Frieden finden?

Unsere bürgerlich-demokratische Rechtsform ist bekanntlich aus

den konkreten gesellschaftspolitischen Auswirkungen der

jüdisch-christlichen Aufklärung hervorgegangen,

ohne deren Voranschreiten es bei uns auch nie

bürgerliche Revolutionen gegeben hätte, die in der Folge

das Bürgerliche Recht gemäß "Liberté, Egalité, Fraternité"

überhaupt erst hervorgebracht haben.

In Zukunft wird sich auch die muslimische Rechtsordnung im Parlament

zu Worte melden. Aber alle religiösen Auffassungen müssen

in einer Republik der laizistischen Staatsräson unterstehen.

 

Religionen und ihre Rechtsordnungen sind viel älter als

die Verfassungen der Nationalstaaten.

Und sie greifen emotional viel tiefer.

Juristen und auch viele Menschen vergessen oft,

wieviele Normen und Rechtsgrundsätze unserer Rechtsordnung

von der katholischen Kirche entwickelt wurden.

Auch sind Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit durchaus auch

aus christlich jüdischem Glauben hergeleitet.

Das war die hellenistische Aufklärung nicht allein!

Liberale demokratische Verfassungen haben unglaublich viel

mit christlichem Glauben zu tun.

 

Die Naivität von Justitia besteht in Selbstüberschätzung.

Am deutlichsten kommt der Zusammenhang mit unserer Rechtsordnung rüber,

wenn man Paulus liest (nicht "rdx - paul") und zwar Apg. 17,22 :

"Da stellte sich Paulus in die Mitte des Areopags und sagte:

Athener, nach allem, was ich sehe seid ihr besonders fromme Menschen.

Denn als ich umherging ... fand ich einen Altar mit der Aufschrift:

EINEM UNBEKANNTEN GOTT. Was ihr verehrt,

ohne es zu kennen, das verkünde ich euch."

 

Religion sagt also dem Gericht, wo es langgeht.

Religion kennt auch keinen Kompromiss,

weil über objektivierbare Moral und die absolute Wahrheit Gottes,

nicht demokratisch abgestimmt werden kann.

Und genau deshalb ist jede Religion als Staatsform auch ungeeignet.

Das sieht Religion oft aber ganz anders.

Die Gesetze machen Menschen für Menschen.

Dass man bei diesem Machen auch "Gott hören" sollte,

wenn man daran glaubt, ist legitim. 

 

Chefredakteur Weimer ist überzeugt:

"Wenn nun die religiösen Saiten allenthalben wieder so laut schwingen,

dass die Religionskritiker nervös werden,

dann hat das zuvorderst mit einer Krise der

Säkularisierung zu tun." Die Säkularisierung sei ein Risiko.

So wie es eine Pathologie des Glaubens gibt,

so droht auch eine Pathologie der Wissenschaft. 

"Wenn man Gott aus Politik und Leben verbanne,

gerate man in ein anderes Extrem.

Dies sei zum Ende des 19. Jahrhunderts geschehen,

und die Folgen habe man im

darauffolgenden Jahrhundert gesehen:

Verblendung von Rassen- und Klassenideologien."

Die "großen ideologischen Ersatzreligionen"

hätten die Hölle über Europa gebracht.

 

Gerade die Demokratie brauche einen Rückbezug auf Religion, so Weimer.

Dies zeige sich etwa an der"Würde des Menschen",

die auf einer Grundannahme des Christentums fuße.

In der christlichen Religion sehe er wie der Verfassungs- und Steuerrechtler

Paul Kirchhof die "aktuelle Wirkungsgrundlage" für die freiheitliche Demokratie.

Weimer gibt als Beispiel: "Wenn die Mehrheit nichts daran findet,

dass man Menschen klont, ältere Kranke 'sterbehilft', Behinderte abtreibt,

wie kommt sie dann zur kollektiv-ethischen Erkenntnis,

dass das trotzdem nicht in Ordnung ist?"

Er fügt hinzu: "Unsere Kultur sagt uns, dass christliche Werte wie

Demut, Würde, Nächstenliebe mehr sein sollten als

niedliche Accessoires einer Welt,

in der das Eigentliche nur das Machbare und Moralfreie sein soll."

 

Religion sei eine Gegen-Macht,

die selbst Diktaturen zu Fall bringen könne, ergänzt der Journalist.

Ein vom Christentum "befreites" Europa sei kein Europa mehr, so Weimer.

"Insofern bedeutet ein Comeback des religiösen Bewusstseins

eine Wiederkehr des Kulturbewusstseins."

Weimer schließt: "Das neue Heimweh nach Gott stillt man nicht mit einer

finalen Befreiung vom Christentum. Man sollte ihm entgegengehen –

auf dem Weg zu sich selbst."

 

 

Der frühere US-Präsident Bill Clinton würdigte seinen israelischen Weggefährten,

den 1995 ermordeten Premierminister Jitzhak Rabin, als großen Visionär.

Nun "müssen wir alle die Sache aufnehmen,

für die Jitzhak Rabin sein Leben hingab", fordert Clinton.

"Eine gemeinsame Zukunft bauen, in der unsere gemeinsame Menschlichkeit

wichtiger ist als unsere interessanten Unterschiede.

Wir alle können etwas tun, in unseren Gesellschaften in aller Welt,

um die positiven Kräfte der gegenseitigen Abhängigkeit aufzubauen

und die negativen zu verringern."

 

 

"Aus tiefstem Herzen hoffen wir, inbrünstig beten wir,

dass diese Geissel des Krieges bald vorübergeht.

Wenn aber Gott will, dass der Krieg weitergeht, bis all der Reichtum,

versunken ist, bis jeder Tropfen Blut vergolten wird

durch einen weiteren durch das Schwert,

dann muss, wie schon vor 3000 Jahren, auch heute gesagt werden:

'Die Rechte des Herrn sind wahrhaftig und allesamt gerecht'.

Mit Groll gegen keinen. Mit Güte für alle.

Mit Festigkeit im Recht, so es Gott gefällt, uns das Recht zu zeigen,

wollen wir streben, unser Werk zu vollenden." (Lincoln)

 

 

 

 

 

Justitia (altgriechisch: Dike / altägyptisch: Maat und Isis) ist die römische Göttin

der Gerechtigkeit und des Rechtswesens.

Als solche wird sie auch heute noch oft als

Wahrzeichen für die Justiz verwendet.

Justitia wird meist als Jungfrau mit verbundenen Augen

oder einem Diadem dargestellt,

die in einer Hand eine Waage, in der anderen das Richtschwert hält.

Dies soll verdeutlichen, dass das Recht ohne Ansehen der Person (Augenbinde),

nach sorgfältiger Abwägung der Sachlage (Waage) gesprochen

und schließlich mit der nötigen Härte (Richtschwert) durchgesetzt wird.

Die Augenbinde kam bei den Darstellungen der Justitia jedoch erst um 1520

zu den beiden Attributen Schwert und Waage dazu,

das christliche Mittelalter kennt nur die sehende Justitia.

Ende des 15. Jahrhunderts war die Augenbinde noch als Spott gemeint:

Spott für die Blindheit der Justitia.

Erst im 16. Jahrhundert erhält sie die Bedeutung der Unparteilichkeit.

Der schräggestellte Balken der Waage symbolisiert den Grundsatz

In dubio pro reo (‚im Zweifel für den Angeklagten‘).

In früheren Darstellungen trug die Göttin des Rechtsfriedens nur einen Ölzweig

als Symbol des Friedens und die Waage,

Symbol für sorgfältiges Abwägen und gerechten Ausgleich.

Die Wortverbindung "gut und böse" meint so viel wie "alles"

und schliesst der Begriff "Erkenntnis" das Können,

die praktisch-technische Fähigkeit, ein.

Die Erkenntnis des Guten und Bösen bedeutet: Sein wie Gott.

Im Raum der Sixtinischen Kapelle ist alles dominiert vom Gericht.

Das Ende ist genauso unsichtbar wie der Anfang.

Der Kosmos ging aus dem WORT hervor und kehrt auch zum WORT zurück.

Genau im Zentrum der Sixtina hat der Künstler Michelangelo

dieses unsichtbare Ende im sichtbaren Drama des Gerichtes ausgestaltet -

Und dieses unsichtbare Ende wurde sichtbar als Höchstmass an Transparenz.

Das Ende und zugleich das Höchstmass an Transparenz, der Weg der Generationen.

Non omnis moriar - Nicht ganz werde ich sterben. Das, was unzerstörbar ist in mir,

jetzt steht es Aug um Aug vor DEM, der IST! (Römisches Triptychon, 35)

Durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde.

Die Ge- und Verbote des Alten Testaments verleiht dem Menschen nicht -

wie Paulus sagt - die Fähigkeit, "gerecht" zu werden,

d.h. die Sünde zu überwinden, sondern es bringt zum Bewusstsein,

dass der Mensch der Macht der Sünde ausgeliefert ist. (Römer 3:20)

Der Herr ist das Gericht, an dem sich die Geister scheiden,

wo "die Sehenden blind und die Blinden sehend werden".

"Blinder als blind ist der Ängstliche" - Benjamin Franklin 

 

 

Der Felsendom

- Kippat ha-Sela כיפת הסלע‎ / Qubbat al-Sakhrah ة الصخرة‎‎

Das islamische Meisterwerk des frühen Umayyaden-Stils steht

auf dem Tempelberg in der Altstadt von Jerusalem.

Auf dem Gründungsfels, Even ha-Shetiyya, sei nach jüdischer Tradition

die Welt gegründet worden, im Jerusalemer Tempel habe sich die

Bundeslade befunden, und hier habe Abraham seinen Sohn Isaak opfern wollen.

Mohammed soll von diesem Platz aus die Himmelfahrt und seine Begegnung

mit Jesus und den früheren Propheten des Judentums angetreten haben.

Die Al-Aqsa Moschee steht gegenüber der Al-Sakhrah Moschee.

Sie gilt als drittwichtigste Moschee des Islams

nach der Al-Haram Moschee mit dem zentralen Heiligtum der Kaaba in Mekka

und der Prophetenmoschee mit dem Grab des Propheten Mohammed in Medina. 

Der heutige Name Al-Masdschid Al-Aqsā ("Die entfernteste Moschee“)

nimmt Bezug auf einen Koranvers:

"Gepriesen sei der, der mit seinem Diener (d. h. Mohammed) bei Nacht

von der heiligen Kultstätte (in Mekka) nach der fernen Kultstätte (in Jerusalem),

deren Umgebung wir gesegnet haben, reiste..." (Koran Sure 17)

 

 

_______________________________________________________________________________geschichtswissenschaft

Konspirationen 

 

 

Berühmte Mitglieder der Freimaurerei:

Benjamin Franklin, 1 von 13 Freimaurern,

die die Verfassung der USA unterzeichneten (1706 - 1790),

Lessing, Dichter (1729-1781), George Washington, 1. US-Präsident (1732 - 1799),

Friedrich II. der Grosse, König von Preußen (1712 - 1786),

Joseph Haydn, Komponist (1732 - 1809), Mozart, Komponist (1756-1791),

Goethe, Dichter (1749-1832), Knigge, Schriftsteller (1752 - 1796),

Winston Churchill, Nobel-Preisträger (1874-1965),

Charles Lindbergh, Pionierflieger (1902 - 1974),

Salvatore Quasimodo, Dichter (1901 - 1968)

 

Es handelt sich bei den Freimaurern meist um unangepasste Querdenker,

die bereit sind, für die Durchsetzung ihrer Ideen große Opfer auf sich zu nehmen.

Die Geheimbünde wollten die herrschenden Systeme und Gewalten unterwandern

und wichtige Positionen durch Mitglieder ihrer Bruderschaft besetzen.

George Bernard Shaw sagte: "Der vernünftige Mensch passt sich der Welt an;

der unvernünftige besteht auf dem Versuch, die Welt sich selbst anzupassen.

Deshalb hängt jeder Fortschritt von den Unvernünftigen ab."

Und genau das ist es, was die Freimaurer für absolutistische oder

totalitäre Staats- oder Glaubensregime gefährlich macht.

Die Illuminaten waren seit 1776 ein einflussreicher Bund

der philosophischen Aufklärer.

 

Der Templerorden

(ca. 1118 bis ca. 1312) wurde um 1118 gegründet

und war ein geistlicher Ritterorden, der in Folge des Ersten Kreuzzugs entstand. 

Auch bekannt als "Arme Ritterschaft Christi und

des salomonischen Tempels zu Jerusalem".

Er war der erste Orden, der die Ideale des adligen Rittertums mit denen

der Mönche vereinte, zweier Stände, die bis dahin streng getrennt waren.

In diesem Sinne war der erste Ritterorden eine militärische Eliteeinheit.

Der Name "Arme Ritterschaft Christi und des salomonischen Tempels"

rührt von dem Umstand her, dass König Balduin

dem Orden einen Flügel seines Palastes,

der heutigen Al-Aqsa-Moschee auf dem Tempelberg in Jerusalem,

wo bis zur Zerstörung durch den persischen Sassanidenherrscher Chosrau II.

im Jahre 614 eine Basilika St. Maria gestanden hatte, als Quartier angeboten hatte,

welcher auf den Grundmauern des salomonischen Tempels gebaut worden war.

 

Die Templer beschäftigten sich aber nicht nur mit dem Kriegshandwerk:

Die Einkünfte der europäischen Komtureien mussten nach Outremer,

den lateinischen Staaten im heiligen Land, transportiert werden.

Diese Transporte begründeten die Finanzaktivitäten des Tempels.

Zunächst dienten die Tempelhäuser im Osten nur als Tresore und Schatzkammern

des Landes, aber schon für das Jahr 1135 sind erste Verleihgeschäfte verbürgt.

Gegen Ende des 12. Jahrhunderts machten die Templer Geldanleihen zu einer

regulären geschäftlichen Betätigung. Ihr finanzieller Ruf war dabei so gut,

dass auch Muslime ihre Dienste in Anspruch nahmen.

Die Templer erfanden eine eigene Art der Kreditbriefe

(Vorläufer der heutigen Banknoten) sowie fortschrittliche Techniken der Buchführung.

Etwa 15.000 Ordensmitglieder verwalteten um die 9.000

über ganz Europa verstreute Besitzungen

(von denen aber nur ein geringer Teil eigenständige Komtureien waren).

Zu den bekanntesten zählen die Siedlung Berlin-Tempelhove, sowie die beiden

"Hauptquartiere", der Temple in Paris und die Temple Church in London.

Im Zusammenhang mit den Templern entstanden auch zahlreiche Legenden und

Verschwörungstheorien um das Wirken,

die Geheimnisse und die Schätze des Ordens.

Die Freimaurerei, die von den Templern stammen, versteht sich als ein ethischer Bund

freier Menschen mit der Überzeugung, dass die ständige Arbeit an sich selbst

zu einem menschlicheren Verhalten führt. Die fünf Grundideale der Freimaurerei sind

Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität,

sie sollen durch die praktische Einübung im Alltag gelebt werden.

 

 

Freimaurerei ist weltweit in Logen organisiert

und betreibt in vielen Ländern Öffentlichkeitsarbeit.

Gemeinsam mit den Salons, den Lesegesellschaften und anderen Zusammenschlüssen

der frühen Aufklärung bildeten die Logen in ganz Europa

eine neue Form von Öffentlichkeit und trugen zur Verbreitung aufklärerischer Ideen bei.

Freimaurer haben sich der Verschwiegenheit und

insbesondere dem Grundsatz verpflichtet,

freimaurerische Bräuche und Logenangelegenheiten nicht nach Außen zu tragen.

Freimaurer treffen sich zu ritueller 'Tempelarbeit'.

Zum Ritual kann ein Vortrag mit freimaurerischen Bezügen gehören.

Während der Tempelarbeit besteht eine meditative Atmosphäre.

Das Verhältnis Freimaurerei-Religion ist von zwei Seiten zu betrachten:

Die Freimaurerei fordert in den "Alten Pflichten", das Thema Religion nicht

zum Gegenstand  von Streitgesprächen in der Loge zu machen,

ein religiöses Bekenntnis wird nicht gefordert.

Zwei Religionsgemeinschaften, die katholische Kirche und der Islam,

sehen die Zugehörigkeit zur Freimaurerei als unvereinbar mit ihren Grundsätzen an.

 

 

 

 

 

 

Das Auge der Vorsehung auf dem 1-Dollar-Schein ist ein christliches Symbol für Gottes Dreifaltigkeit.

Das Allsehende Auge = Grosser Architekt

ANNUIT COEPTIS = 'Angekündigte Empfängnis'

13 Backsteinschichten der Pyramide = 13 ursprüngliche Kolonien

72 Backsteine = 72 Kräfte des Namen Gottes im Kabbalah

MDCCLXXVI = 1776

NOVUS ORDO SECLORUM = 'Säkulare Neuordnung' 

13 Leuchtende Sterne über dem Adlerkopf = 13 aufgeklärte Kolonien

13 Mottoschreiben E PLURBUS UNUM = 'Aus Vielen Eines'

13 Pfeile, 13 Blätter, 13 Beeren = Verschiedene Kräfte in Besitz der 13 Kolonien

9 Federn = 9 Sphären = Aufstieg und Rückkehr zum Himmlischen Staat

 

 

 

Einige islamische Anti-Maurer Kritiken sind eng verbunden

mit dem Antisemistismus und Antizionismus.

Vor allem kritisieren sie die Verbindung einiger Freimaurer mit Dajjal,

einer bösartigen Figur in der Islamischen Eschatologie.

Sie täuscht vor, der Messias zu sein und ist direkt vergleichbar mit den Figuren des

Anti-Christen und Armilius in Christlicher und Jüdischer Eschatologie.

Die Freimaurer fördern das Interesse der Jüdischen Gemeinden weltweit mit dem Ziel

den Tempel Salomons wiederaufzubauen -

nachdem die Al-Aqsa Moschee in Jerusalem zerstört wird.

In Artikel 28 des Bundes behauptet die Hamas, dass die Freimaurer-Gruppierungen

im Interesse des Zionismus arbeiten und nach deren Anweisungen handeln.

 

The top level of our pyramid system is where those in the possession

of total awareness and knowledge stand.

They can then manipulate those below in

the next few levels down which consist of shills and frontmen such

as politicians and religious leaders who are initiated in

different ways, into convincing those below in

the mass of the population, into accepting slavery and ignorance

in exchange for freedom.

 

"Die neue Generation ist der Meinung,

daß sie freier lebt als die alte.

Das ist ein Irrtum. Wir bekamen unsere

Prügel von den Eltern. Die Jungen

beziehen sie direkt vom Leben."

- Waldemar Bonsels, Autor

"Tradition ist nicht das Halten der Asche,

sondern das Weitergeben der Flamme."

- Thomas Morus, Renaissance Humanist 

Timeline der Kultur & Politik

Die frühen Sumerer entdeckten

die Astronomie, das Rad,

die Schrift, die Alphabetisierung,

das Schulsystem, das Rechtssystem,

den Zweikammerkongress & das Bier.

Die Sumerer hielten Regeln und

Gesetze für das menschliche

Zusammenleben zum ersten Mal

schriftlich fest.

Anu, Narmer, Huángdì,

Noah, Abraham, Hatchepsut, Kha,

Thutmosis, Ramses II, Mošes, Ahărōn,

Echnaton, Dâniyal, Nebûchadnezzar,

Die Geschichte des Bankwesens

begann mit den Kaufmännern

in der Antiken Welt,

die den Bauern und Händlern

Körner verliehen haben und die Güter

zu den Städten transportierten;

aufgezeichnet um 2000 v.Chr. in

der Region Assyriens und Babyloniens.

Später gab es Verleiher in China,

Indien, Griechenland und

besonders im Römischen Imperium,

wo von jüdischen Tempeln aus

verliehen wurde. Zwei wichtige

Innovationen entstanden hierbei:

Die Kreditannahme und der Geldwechsel.

David, Salomon, Kongzi, Sunzi, Kūruš, Dārayavahuš, Aléxandros,

Qín Shihuángdi,

Aśoka, Hanibal, Makabi, Cleopatra,

Die Bürger Altgriechenlands hatten

wenig Macht bei den Regierungen

der Monarchen und Oligarchen.

Athen entwickelte die demokratische

Regierungsform, wo die Bürger

die Entscheidungen treffen.

Die Fundamente der Philosophie und

Wissenschaft wurden von Sokrates,

Aristoteles und Plato gelegt.

Senatus Populusque Romanus -

Senat und Volk von Rom.

Diese Formel kennzeichnet

die republikanische Verfassung.

Augustus, Paulus, Phoebe, Lydia, Yunia,

Plutarch, Josephus, Clemens,

Caesar, Spartacus, Zenobia,

Mānī, Hypatia, Constantinus, Karl,

Muhammad, Al-Mamūn,

Ziryab, Sindbad, ibn Fadlan,

Duan Chengshi, Theophanu, Khan,

Die Zentren der Ursprünge

der Landwirtschaft

und dessen globale Ausbreitung:

Auf der Seidenstrasse gelangten

nicht nur Kaufleute, Gelehrte und

Krieger, sondern auch Ideen,

Religionen und ganze Kulturen

von Ost nach West und umgekehrt.

Im Süden tauschten sich Afrikaner

und Südasiaten aus.

Durch islamische Ingenieure

im spanischen Al-Andalus

wurden die ersten Windmühlen

in Europa eingeführt

Das islamische Bankensystem

ist ein Finanzsystem,

das keine Zinsen kennt.

Salādīn, Frederico II., Zhong Kui,

Mansa Musa I., Polo, Ibn Rušd,

Panchacutec, Zhū Yuánzhāng,

Trang Hungdao, Motēcuhzōma II.,

Elizabeth I., Süleymān, Luther,

Osman, Mehmet, Katharina von Bora,

Hus, Vesalius, Fāsīladas, Sinan,

Pocahontas, Nzingha a Mbande,

In einer maurischen Werkstatt

im spanischen Al-Andalus wurde 875

der erste dokumentierte Flugversuch

der Geschichte vorbereitet.

Der islamische Dichter und Physiker

Abbas ibn Firnas

soll 200m weit gekommen sein.

Jesuitische Missionare berichteten

im 16. Jahrhundert von dem

wissenschaftlichen Standard,

den China bereits erreicht hat.

Film = "Elektrischer Schatten"

Hätten die Chinesen bei ihrer

'Laterna Magika' eine Linse ergänzt,

dann wäre das Filmtheater 2000 Jahre

früher erfunden worden.

Die Vier Grossen Erfindungen:

die Papierherstellung,

der Kompass, das Schiesspulver

und die Druckschrift

(sowohl der Druckstock wie auch

die bewegliche Drucktype).

Die Chinesen erfanden Techniken

in Mechanik, Hydraulik,

und Mathematik, für die Horologie,

Metallurgie, Astronomie,

Landwirtschaft, Konstruktion,

Musik, Kunstfertigkeit, Seekunde

und Kriegsführung.

Ein hochentwickeltes

Wirtschaftssystem in China

ermöglichte Erfindungen wie

das Papiergeld während der

Song Dynastie (960–1279).

Die Erfindung des Schiesspulvers

im 10. Jahrhundert führte zu einer

Reihe von Erfindungen wie die

Handkanonen, explodierende

Kanonenkugeln und Raketenbomben

mit aerodynamischen Flügeln.

Der erste überlieferte Raketenstart

fand im Jahr 1232 im Kaiserreich statt.

Im Krieg gegen die Mongolen setzten

die Chinesen in der Schlacht von

Kaifeng eine Art Rakete ein.

Die Mongolen gewannen und

verursachten in Zentralasien die Pest.

Nach den Kreuzzügen führten

die Neuen Templer im

12. Jahrhundert eine neue Form

des Bankensystems ein!

In der frühen Renaissance Italiens

kamen sie zu grossen Ansehen.

Die berühmten Medicis gründeten

ihre Bank um 1397. Man kennt sie

als Mitglieder der Freimaurer,

die den Vatikan beeinflussten.

Sie hatten fast das ganze

europäische Finanzsystem

in der Hand.

Der Schweizer Staat wurde damals

von Tempelrittern gegründet. Ihr

privatisiertes Bankensystem ist

weltweit einzigartig.

Ihr Militär steht seitdem in

Verbindung mit dem Vatikanstaat.

Venezianische Handelsrouten

im mittelalterlichen Europa:

Für eine relativ kurze Zeit öffneten

die Kaiser der Ming-Dynastie

das Tor zum Westen.

Die Chinesische Armada,

eine schwimmende Stadt, beherrschte

die Weltmeere 350 Jahre lang.

Zhèng Hés Schatzschiff von 1405

war 6 mal grösser als die Santa Maria

von Kolumbus um 1492.

Mit dem ersten Welthandel mit arabischen

und italienischen Handelsmächten,

übermittelten die Chinesen

ihre Kunstwerke und Gastronomie.

Seitdem haben sich alle Länder

wechselseitig mit neuartigem

Wissen bereichert.

Um 1644 wurde China erneut von den

Mongolen überfallen.

Die Mandshuren übernahmen die

bisdahin überlegene Ming-Dynastie.

Sie stürzten den Kaiser und leiteten

eine traditionalistische Epoche ein.

Um 1500 entwickelte Wan Hu

den Raketenantrieb weiter.

Leonardo Da Vinci skizzierte u.a.

das erste Modell eines Roboters.

Um 1670 erfand in China der flämische

Jesuitenmissionar Ferdinand Verbiest

das erste aus eigener Kraft

selbstfahrende Fahrzeugmodell

- das erste Automobil.

Zheng Zhilong, Fugger, Khlesl,

Samoset, Squanto,

Hagendorf, Tanba, Chigi, de Groot,

Erasmus, Cromwell, Pjotr I.,

Voltaire, Washington, Paine, Franklin,

Jefferson, Smith, Idalgo, Grégoire,

"Willst du den Charakter

eines Menschen erkennen,

so gib ihm Macht."

- Abraham Lincoln, 16. US-Präsident

Olympe de Gouges, Kósciuszko,

Napoléon, Tecumseh, Maria W. Stewart,

Lincoln, Mary Kingsley,

Alexandrina Victoria, Marx, Engels,

Weber, Velestinlis, Krupp, Rhigas,

Bertha Suttner, Hannah Arendt,

Emily Davison, Emmeline Pankhurst,

Dolores Ibárruri, Oppenheim, Jaurès,

Virginia Woolf, Josephine Baker,

Isaura, Windthorst, Bertholdi, Muir,

Pulizer, Yan Chuyun,

Die Dampfmaschine läutete die industrielle

Revolution ein, die sich nach und nach auf

Europa, Amerika, Japan und dem Orient

ausweitete. Der Dampflok intensivierte

den freien Welthandel.

Monnet, Alice Paul, Herzl, Gandhi,

Attatürk, Rosa Luxemburg, Yip Man,

Chaplin, Churchill, Owens, Buber,

Sophie Scholl, Adenauer,

Kissinger, Guevara, King, Malcolm X,

Senghor, Kennedy, Agnes Bojaxhiu,

Dylan, Sall, Wojtyla, Wałęsa, Nathan,

Die Vereinten Nationen

wurde gegründet als

Zeichen gegen die Ideologie

"Herr und Meister im eigenen Haus!"

Demokratie lebt von Grundwerten wie

Toleranz und der friedlichen Aus-

einandersetzung mit Andersdenkenden.

Nur im gegenseitigen Austausch,

notfalls auch im Streit,

lassen sich Hürden überwinden

und Vorurteile abbauen.

Gyatso, Pu Zhiqiang, Lewis, Bergoglio,

Muhammad Ali, Lee Junfan,

Leung Ting, Waalkes, van Clief, Chan,

Jane Goodall, Reagan, Gorbachov,

Tutu, Mandela, Moore, Yusuf,

Falcone, Borselino, Abdel Nasser,

Rabin, Kohl, Clinton, Hillary Clinton,

Peres, Chai Ling, Blair, Bush, Gore,

Annan, El-Baradei, Aung Suu Kyi,

Beverly Giesbrecht, Prantl, Xi Jinping,

Jobs, Gates, Putin, Angela Merkel,

Obama, Michelle Obama, Ki-moon,

Liu Xiaobo, Liu Xia,

Zhiyong, Liao Yiwu, Swartz,

Malala Yousafzai, Alice Nkom,

Schirrmacher, Nawal El Saadawi,

Lee Kwan Yew, Kerry, Gauck,

Steinmeier, Junker, Schulz, Klitschko,

Kasparov, Mbembe, Biden, Sanders,

Francis Shaw, Latif Derian, Nikki Haley,

Tawakkol Karman, Jo Cox, Vujicic,

Bedford-Strohm, Loretta Lynch,

Roxas, Barbara Hendricks, Trudeau,

Nicola Sturgeon, Theresa May,

Yau Wai-ching, Joshua Wong,

Long Hair, Nathan Law, Eddie Chu,

Macron

Die weite Verbreitung der

Abrahamitischen Religionen

und Dharma Religionen: 

Die grössten Welt-Erdölreserven

liegen in und um Saudi-Arabien: 

"Eigentum im Besitz einiger weniger

ist ein Fluch für die Menschheit."

- John Adams, der 2. US-Präsident

Demokratische Institutionen und

Handlungsweisen sind nötig,

um Menschenrechte zu garantieren.

Zhèngdàng 正当

Gerechtigkeit

Der Bulle als Zeichen für den

börsianischen Optimismus

"Ich glaube erntshaft, dass

Bankinstitute gefährlicher

sind als stehende Heere."

- Thomas Jefferson,

der hauptsächliche Verfasser

der US-Unabhängigkeitserklärung

und der 3. US-Präsident

"Die Fassung der Edelsteine

erhöht ihren Preis, nicht ihren Wert."

- Ludwig Börne, Theaterkritiker

"Willst du jemanden reich machen,

musst du ihm nicht das Gut mehren,

sondern seine Bedürfnisse mindern."

- Epicurus  Ἐπίκουρος, Dichter

Wer den Weg will, wird ihn gehen.

Warum soll ein Verblendeter dafür

belohnt werden, dass er sich

selbst aufgegeben hat und

andere für sich denken

und für sich entscheiden lässt?

Wer sich öffnet und erkennt,

hat alle Chancen –

wer den Weg nicht will,

wird ihn auch nicht sehen.

Das Ego erschafft sich permanent

die Illusion  der Getrenntheit

von allem Sein und hält so das

Karussell des Leidens in Gang.

Die östlichen Weisen würden sagen:

Es geht nicht darum,

was man selbst ertragen kann,

sondern was sie ertragen können.

Durch die Illusion des

eingebildeten Selbst und seiner

daraus folgenden Identität prägt

der Verstand vordefinierte Rollen

und in der Folge Verhaltensmuster,

um diese Rollen erfüllen zu können.

"Würden die Menschen

das Geldsystem verstehen,

hätten wir eine Revolution

noch vor morgen früh.“

- Henry Ford, Industrieller (überzeugter

Antisemit und Nazi-Freund)

"Zu haben was man will ist Reichtum,

es aber ohne Reichtum tun, ist Kraft."

- George Bernard Shaw, Dramatiker 

Mobilität ist das Markenzeichen der Moderne

"Die schlimmste Wirkung des

Kapitalismus ist, daß man glaubt,

alles, was man bezahlen

kann, gehöre einem.“ - Martin Walser, Autor

"Schlechter Umgang verdirbt

gute Sitten." (vom Thaïs,

zitiert im 1. Korinther Buch 15:33)  

Jeder Muslim ist verpflichtet,

2,5% seines Einkommens an

die Bedürftigen zu spenden.

Dank der beiden Papstbesuche 1989 und

2011 in Kuba führte Fidel Castro

die Weihnachts- und Osterfeiertage ein. 

Die Moschee ist nicht nur ein Ort

der Verehrung, der Versammlung,

sie ist auch ein Ort des

Gesetzes und des Lernens.

Ayasofya "Heilige Weisheit"

eine ehemalige Byzantin. Kirche,

später eine Moschee, und heute

ein Museum in Istanbul.

Die 1700 Jahre alte Ayasofya

ist auch erdbebensicher konstruiert

- erbaut vom orthodoxen Christen

Mimar Sinan (1490-1588), dem grössten

Architekten der damaligen Welt.

Der Belur Math Tempel

ist bekannt für seine Architektur,

welches die Elemente des Hindu,

Christentums und Islams vereinigt als

Symbol der Einheit aller Religionen

Hari Mandir ਹਰਿਮੰਦਰ ਸਾਹਿਬ

Der Goldene Tempel der Sikhs

in Amritsar, Indien  

In der chinesischen Philosophie

der Architektur legt man mehr Wert

auf die Anordnung des Raums.

Für einen Neuanfang kann man sein altes

Haus aus Holz verbrennen lassen.

Die Basilika Notre-Dame de la Paix

in Yamoussoukro, Elfenbeinküste

- die grösste Kirche der Welt.

Die Basilika wurde um 1989 gebaut

für 200 Millionen €.

"Es gibt ein Recht des

Weiseren, nicht ein Recht

des Stärkeren.“- Joseph Joubert,

Essayist & Moralist

Al-Sakhrah Moschee  

Al-Aqsa Moschee  

Synopsis der Soziologie, Ethik, Politologie, Wirtschaftswissenschaft & Jurisprudenz

 

Inhalt: 

Westliche Ideale & Orientalische Traditionen

Der Finanz-Zyklus

Solidarität - Recht, Ethik & Moral

Interdependenz - E-Democracy & Religion

Konspirationen

קולטור  תרבות  فرهنگ  چاند  ثقافة  ܡܪܕܘܬܐ  ثقافه  সংস্কৃতি  সংস্কৃতি  संस्कृती

རིག་གནས།  ސަގާފަތު  संस्कृति  Մշակույթ  فرهنگ  संस्कृति  کلچر  ວັດທະນະທຳ

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Identität - Imensität

Die Würde der Person ist Fundament der Gleichheit Aller.

Von ihr leitet sich die absolute Unannehmlichkeit der verschiedensten

Formen der Diskriminierung ab, die die Menschheitsfamilie ständig spalten

und demütigen: durch Rassen-, wirtschaftliche, soziale, politische,

geographische oder andere Unterschiede bedingt.

Ganz gleich welche Präferenz man hat, jeder wählt selber den Weg zum anderen.

Nur führen diese Wege nicht zum gleichen Ziel.

Setzen wir nur auf das, was uns von anderen unterscheidet,

kann das Trennung und Absonderung bedeuten.

Geht man aber danach, was uns ähnlich macht, kann das zur Abschottung

in der gemeinsamen Identität, zum Kommunitarismus, führen.

Dies sind beide Formen, die zu einer Gruppenbildung, zur Isolation, führen.

Sucht man das, was einem ähnlich ist, endet man in einem Ghetto,

und nicht in einer weiten Ebene, in der man sich seinen Ideen entsprechend

mit anderen zusammenfindet. Man fühlt sich verbunden durch

eine gemeinsame Identität, auf die man reduziert ist, die einen einengt,

anstatt sich im unermesslichen, mit unterschiedlichsten Menschen zusammenfinden,

mit denen man vieles gemein hat.

 

Universell bedeutet nicht gleichförmig.

Es heisst nur, dass man mit dem äusseren Anschein spielt,

Identität nicht auf das rein oberflächliche reduziert.

Die objektive Betrachtung der Wahrheit findet man oft durch eine

mehr oder weniger spontane, subjektive Anschauung ersetzt.

Die objektive Moral macht einer individuellen Ethik Platz,

in der jeder für sich die Handlungsnorm bestimmen und verlangen kann,

dass er nur dieser Norm folgt.

Die Krise verschärft sich, wenn die Leistungsfähigkeit die Funktion

eines Wertes übernimmt. Die Folge davon sind dann Manipulationen

aller Art und der Mensch fühlt sich mehr und mehr verunsichert;

er hat den Eindruck, in einer Gesellschaft zu leben, die keine Gewissheit

und Ideale zu bieten hat und deren Wertvorstellungen wirr sind.

"Wer Recht erkennen will,

muss zuvor in richtiger Weise gezweifelt haben." - Aristoteles 

Multikulturalismus wird auf eine Summe Monokulturalismen reduziert.

Die Krise des Multikulturalismus kommt daher, dass zu viele Kollektivrechte,

anstelle von Individualrechten zugestanden wurden.

"Viel Geld, mehr Recht", lautet die Gruppenklage.

Die stärkste Krise erleben in dieser Hinsicht heute diejenigen Länder,

die viel für die Vielfalt getan haben, wie USA, England oder Frankreich etwa,

aber auch so viel für die Religionsfreiheit, dass sie irgendwann

kommunitaristischen Religionsgruppen Privilegien eingeräumt haben,

die andere Gruppen nicht bekommen hätten.

Man macht den Universalismus im Namen des Rechts auf

Andersartigkeit und Religionsfreiheit zunichte.

Universalismus ist eine Philosophie ohne Anspruch auf die absolute Wahrheit.

Sie besagt: Betrachten wir andere als unseresgleichen, versuchen wir herauszufinden,

inwieweit wir ihnen helfen können, sich zu emanzipieren ohne sie zu dominieren.

Das unterscheidet Universalismus von Imperialismus. 

 

"Tradition ist eine Laterne, der Dumme hält sich an ihr fest,

dem Klugen leuchtet sie den Weg." - George B. Shaw, Dramatiker, Satiriker

 

 

Kultur ist im weitesten Sinne alles,

was der Mensch selbst gestaltend hervorbringt,

im Unterschied zu der von ihm nicht geschaffenen und nicht veränderten Natur.

Kulturleistungen sind alle formenden Umgestaltungen eines gegebenen Materials,

wie in der Technik, der Bildenden Kunst,

aber auch geistiger Gebilde wie etwa im Recht,

in der Moral, der Religion, der Wirtschaft und der Wissenschaft.

Der Kulturbegriff ist im Laufe der Geschichte immer wieder

von unterschiedlichsten Seiten einer Bestimmung unterzogen worden.

Je nachdem drücken sich in ihm das jeweils lebendige Selbstverständnis und

der Zeitgeist einer Epoche aus,

der Herrschaftsstatus oder -anspruch bestimmter Klassen

oder auch wissenschaftliche und philosophisch-anthropologische Anschauungen.

 

 

 

 

#Dualismus

"Doch wir mögen auf noch so hohe Stelzen steigen - auch auf ihnen

müssen wir mit unseren Beinen gehen. Und auf dem höchsten Thron

der Welt sitzen wir nur auf unserem Arsch." - Michel de Montaigne

Über die Diskussionskunst erklärte er im 16. Jahrhundert,

warum die Leute nicht wirklich debattieren, wenn sie glauben es zu tun,

weil sie nämlich nicht recht haben, sondern den anderen besiegen wollen.

Er sagt, mich macht der Sieg, den ich mitten im Wortgefecht über mich selbst erringe,

indem ich mich den überzeugungskräftigeren Argumenten meines Gegners beuge,

weitaus stolzer, als einer, den ich dank seiner Schwäche davontrage.

"Demokratie ist die Notwendigkeit, sich gelegentlich den Ansichten anderer Leute

zu beugen." - Winston Churchill, Staatsmannn

Soviel man weiss, wandeln im Kreis der Medien und Wahrsager

seltene Mischwesen, die zum Teil direkt vom Untersberg kommen.

Die Politikverdrossenheit ist auch Folge des antipluralistischen Populismus

von beiden Seiten - Politiker und Medien.

Die meisten ethischen Fragen haben nur vordergründig materielle Aspekte.

Das Verhältnis zu Schweinen, Kühen und Hunden, Ziegen, Hühnern und Mäusen

oder Affen ist genauso widersprüchlich und ambivalent. Den Ferkeln schneidet man

einfach die Genitale ab und die eine oder andere wurstelt nur vor sich hin.

Biologen sagen: Über 220.000 Flugtiere werden jährlich von Windkraftanlagen

geschreddert. Die schädlichen Infraschall-Wellen der Windräder bringen

Mensch und Tier wortwörtlich um den Verstand.

Im neokapitalistischen China gibt es ganze Solarstädte und E-Mobil-Stationen

sowie Unterdrückung und einige sadistische Hundefestivals.

Im völlig überschuldeten Japan setzt man auf den progressiven Hybrid.

Für Protektionisten sind Korruption und Drogen umso heiklere Subjekte,

je höher der Leistungsdruck. Den höchsten Pro-Kopf-Verbrauch

haben die westlichen Imperien und Lobby-Republiken mit den blasierten Selbstfanatikern

und gestörten Intriganten, die zwischen der Statik

der Staatenwelt und der Dynamik der Gesellschaftswelt stehen.

Im Geo-Unterricht war die Grössenordnung der verschiedenen Populationen wichtig.

Das trifft besonders auf China, Indien, USA, Indonesien, Brasilien,

Pakistan, Bengladesh, Nigeria, Russland und Japan zu.

Umso grösser das Schiff, umso grösser das Maneuver.

Bevölkerungswachstum hängt immer von Wohlstand und Euphonie ab

- gegenteilig wie umgekehrt. #Hashtag

 

 

Die meisten Formen von Fehlverhalten wie digitale Sucht, Datenmissbrauch,

Gewaltverherrlichung oder Cybermobbing basieren auf Einstellungen und

Gewohnheiten, denen durch Angebotsverbote und Einschränkungen

nicht zuverlässig beizukommen ist.

 

Der Irakkrieg 2003 sorgte in vielerlei Hinsicht für neue Dimensionen.

Die "eingebetteten" Reporter, die Teil des Invasionsapparates wurden, befanden

sich immer auf der Seite der Angreifer, nie dort, wo die Bomben einschlugen.

Es hat immer wieder Menschen gegeben, die als Aussenseiter abgetan wurden,

weil sie nicht mit dem Strom schwimmen wollten. Oft hat sich herausgestellt,

dass sie als einzige den historischen Moment richtig eingeschätzt haben.

Im Kongress hat es immer wieder einzelne Stimmen dagegen gegeben,

aber sie fanden keine Plattform in den Medien.

Rafed Ahmad Alwan, ein irakischer Chemie-Ingenieur und

seit 2000 politischer Asylant in Deutschland,

versuchte den Geheimdienst davon zu überzeugen,

dass Sadam Hussein ein Massenmörder sei und gestürzt werden müsste.

Seine Waffen- und Forschungsberichte wurden von der CIA

als unglaubwürdig eingestuft - und nannten den Fall "Curveball".

Nach dem 11. September 2001 kamen die Ideologen, die "Skull & Bones", 

und berateten die Bush-Regierung. "Curveball" wurde infolgedessen vom Präsidenten,

trotz aller Widerstände, als Hauptgrund für die Irakinvasion gegeben.

Der CIA-Chef versagte, weil sie angeblich negative Informationen weitergereicht

haben und andere beiseite geschoben.

 

 

 

Crime Story

Jede Dynastie und Gesellschaft ist aus verschiedenen Zeiten zusammengesetzt.

Mit dem innereuropäischen Krieg begann der Aufstieg

der Waffenindustrie und Killer-Mafia.

Durch Alkoholschmuggel verdienten die Verbrecher über 100 Mio.$.

Al Capone war der König von Chicago. Seine Mitspieler verteilten sich auf

Las Vegas, Hollywood und die gesamte westliche Welt.

Diese Syndikate konnten in kürzester Zeit

das ganze Finanzsystem lahm legen.

1929 stürzte die New York Stock Exchange ins Bodenlose.

Dann kamen die Nationalsozialisten und gründeten

mit Hilfe der CIA die "American Nazi Fifth Column Agents",

die erst in den Siebzigern gerichtlich aufgedeckt werden konnte.

Die Kosten des Zweiten Weltkriegs mussten die Amerikaner ebenfalls tragen.

Das Geld fehlte somit für ihre eigene strukturelle Modernisierung.

Der neue Kampf ums Öl im Mittleren Osten der 50er Jahre brachte

die CIA dazu, den demokratisch gewählten Präsidenten Irans zu ermorden.

Nach dem Attentat auf Präsident John F. Kennedy (1917-1963)

übernahm dessen Vize Lyndon Johnson das Präsidentenamt.

Unter seiner Führung griff das US-Militär in das Kriegsgeschehen

zwischen Nord- und Südvietnam ein.

In aufstrebenden Ökonomien haben sich immer wieder 

Kriminelle mit Politikern und Geschäftsmännern vermischt.

 

Der Grundsatz der Kriminalistik lautet: Nichts bleibt im Verborgenen.

"Fortschritt ist ein schönes Wort. Seine Triebkraft aber heißt Wandel.

Und der Wandel hat seine Feinde." - Robert Francis Kennedy (1925-1968)

Die Tradition hat das System ersetzt, dem viele misstrauisch gegenüber stehen.

Konspirationismus wird zum System gegen das System.

In der Logik der Verschwörungstheoretiker hat das Indiz Beweiskraft.

Die Fehler sowohl des Westens als auch des Ostens im In- und Ausland

wurden einfach unterm Teppich gekehrt.

Für positive Schlagzeilen sorgten nur die weissen "Aufgeklärten" der verkoksten Hi-Society.

Martin Luther King (1929-1968): "Wir neigen dazu, Erfolg eher nach der

Höhe unserer Gehälter oder nach der Größe unserer Autos zu bestimmen als

nach dem Grad unserer Hilfsbereitschaft und dem Maß unserer Menschlichkeit."

Um 1979 hatte Präsident Jimmy Carter damals schon öffentlich gewarnt:

"Wir sind an einem historischen Wendepunkt.

Zu viele von uns neigen dazu, der Genusssucht und dem Konsum zu huldigen.

Ein Mensch wird nicht mehr darüber definiert, was er tut,

sondern darüber, was er besitzt."

Mit dem Wahlsieg Margaret Thatchers 1979 und US-Präsidentschaft

Ronald Reagans ab 1981 begann eine neoliberale Revolution,

die den Kapitalismus tiefgreifend verändert hat, indem sie

seine sozialen Aspekte weiter reduzierte.

Diese Ära ging 2007 mit einer Immobilienkrise zu Ende, die die Welt in

ein Wirtschaftstief stürzte und eine Zeit ökonomischer und politischer

Unsicherheit eröffnete. Die Lebensmittelpreise in den armen Ländern

sind wegen der Spekulanten bis zu 300% gestiegen.

Das FBI warnte ab September 2004 öffentlich von einem

epidemischen Hypothekenbetrug von Seiten der Banken.

Aber nach dem 11. September 2001 zog die Regierung mindestens 500

FBI-Spezialisten für Wirtschaftskriminalität, von der Wirtschaftskriminalität ab,

und das, obwohl die grösste Welle von Wirtschaftskrimininalität begann.

Das FBI sagt, dass 80% der Verluste durch Hypothekenbetrug

durch Kreditgeber, die jeweiligen Chefs der Institute, entstehen.

Das Finanzministerium fragt die Banken nicht, was sie mit dem Geld vorhaben

Und dann müssen die Banken auch nichts sagen.

In der TV-Doku "Geld regiert die Welt" hiess es:

Das grosse Geld unterjocht den Globus unerbittlich dem Profit.

Die Finanzkonzerne verhindern alles, was man regulieren könnte,

und vergolden weiterhin ihre eigene Welt.

Das Network der Finanzkolosse Larry Fink ("BlackRock"),

Mario Draghi (EU-Zentralbank, ehemals "Goldman Sachs"),

Ben Bernanke und Philipp Hildebrand (US-Notenbank),

Lloyd Blankfein ("Goldman Sachs"),

Tim Geithner (US-Finanzministerium), Jamie Dimon ("JP Morgan")

wird von der Politik geduldet, weil es die herrschende Doktrin

des Neoliberalismus der so genannten Freien Märkte fordert.

Finanzexperte Max Otte: "Wie beim Monopoly stehen am Ende

einzelne Player, die den Rest der Welt vereinnahmen."

 

Die Verursacher der Konflikte in den Unterregionen haben ein Minderwertigkeitsgefühl,

das durch Armut, Unterordnung und Abhängigkeit erzeugt wird.

100 Jahre nach dem britisch-französischen Mandat in Irak und Syrien

und 50 Jahre nach dem Aufstand der wahabbitischen Sekten und Jihadisten

in Saudi-Arabien hat die "IS-Nation building" auch die Prinzipien

des westlichen Kapitalismus übernommen.

Durch den Verkauf von Öl und geraubten Kunstschätzen in den Westen

hatten Terroristen ein Extra-Vermögen gemacht.

_______________________________________________________________________________________________ethik

Westliche Ideale & Orientalische Traditionen

 

Die ägyptische Schlacht von Megiddo (Armageddon) erfolgte mit

dem ersten Zinn-Handel in Kleinasien, der die Bronzezeit um 1457 v.Chr. einläutete.

 

30 Artikel der UNO-Menschenrechts-Charta beziehen sich auf die Zehn Gebote.

Sogar das Hauptgebäude der UNO ist nach den Gesetzestafeln gestaltet.

Mit der Entzifferung des ältesten hebräischen Textes ausserhalb der Bibel

auf einer 3000 Jahre alten Tontafel, dem bedeutendsten Fund seit der

Entdeckung der legendären Schriftrollen von Qumran um 1947,

handelt es sich um Sozialgesetze, die die Ausländer, Witwen und Waisen

im Alten Israel schützen sollten.

Theologe Prof. Reinhard Achenbach von der Universität Münster berichtete:

"Unser heutiger Grundsatz, Ausländern vor Gericht Rechtsschutz zu gewähren

und sozial Benachteiligte im Sozialstaat zu schützen,

reicht also weit in die altorientalische Zeit zurück.

Schaffe Recht dem Sklaven und der Witwe, schaffe Recht der Waisen

und dem Fremden! Verteidige das Recht des Unmündigen,

verteidige das Recht des Armen!"

Somit gehörten Schutzrechte für benachteiligte Menschen zu den ältesten

Rechten Israels. Dabei knüpften die Israeliten an ältere kanaanäische

und ägyptische Traditionen an, wie der Experte unterstreicht.

Eridu - Tausend Jahre vor Babel (David Rohl)

 

 

Römischer Einfluss

Die Phönizischen Seefahrer, Nachfahren der Kanaaniter, bildeten das erste Kartell.

Dem von Rom eingesetzten König Herodes I. gelang es, ab 41 v. Chr.

die Reiche auf dem Gebiet von Palästina zu einen.

Er liess den ersten künstlichen Hafen in Ceasaria bauen.

Doch nach der Zerstörung des Tempels von Jerusalem durch

römische Truppen 70 n.Chr. wurde das jüdische Volk in alle Welt zerstreut.

Es benötigte neue Säulen des Glaubens. Neben Tora entstanden

Mischna und Talmud, die den Alltag in der Diaspora regeln.

Das Miteinander der Kulturen in Alexandria endete mit den Römern.

Die besten Ingenieure und Architekten aus Ägypten, Griechenland und

dem Nahen Osten wurden nach Rom bestellt, um Maschinen zu

optimieren und die grossen Bauwerke zu errichten.

Das Colosseo in Rom wurde aus der Beute des jüdischen Krieges finanziert.

Jerusalem wurde trotz des diplomatischen Widerstands von Josephus zerstört.

Der Goldpreis in Syrien fiel um die Hälfte.

Die traditionellen Gladiatorenkämpfe endeten in der Zeit Konstantins.

Um 300 führte der römische Kaiser die Ideologie der 'männlichen' Kirche ein.

Für die antiken Herrscher waren Religion und Politik nicht zu trennen,

deshalb hatte der egozentrische Konstantin 'der Grosse'

das Christentum an den Staat gebunden

und der römischen Christianisierung damit den Weg bereitet.

Die schnelle Ausbreitung des frühen Christentums fußt auf einen

intensiven Briefaustausch von Paulus.

Seine Nachfolger (darunter Frauen wie Phoebe, Lydia und Junia zusammen

mit ihrem Mann Andronikos) installierten ein geregeltes Briefsystem,

das wie ein modernes Kommunikationsnetzwerk funktionierte.

Im Äthiopischen Königreich von Aksum ኣኽሱም blühte der südliche Welthandel

 

 

Kulturelle Orientierung

Mit dem neuen Goldfund nahe Mekka um 600 begannen religiöse Eiferer mit

der Arabischen Machtübernahme im altrömischen Mittelmeerraum.

Sie nutzten das Gold, um die Stämme zu einen.

Al-Andalus, "Land des Lichts" - Europas Leitkultur.

Europäische Universitäten wurden in vielen Wegen von den Universitäten

in der Islamischen Welt beeinflusst.

Die Universität von Al-Karawiyin in Marokko wurde um 859 n.Chr.

von einer Frau namens Fatima Al-Fihri gegründet.

Die Chinesische und Arabische Welt hatte damals auf den Gebieten

der Technik, der Medizin, der Literatur,

der Mathematik, der Physik und der Astronomie einen bedeutenden Vorsprung.

Die technischen Erfindungen der Griechen, Römer und Chinesen wurden

im 7. Jahrhundert von Arabischen Gelehrten weiterentwickelt.

Herausragende wissenschaftliche und künstlerische Werke entstanden.

Es wurde geforscht, experimentiert und geschrieben.

So entstand eine einzigartige Sammlung von überlieferten Wissen

im Austausch zwischen Europa und dem Orient.

Juden und Arabische Muslime brachten so ihr altes Wissen nach Europa.

 

Es ist kaum bekannt, dass der erste Europäische Philosoph,

der die Gleichberechtigung thematisierte, ein andalusischer Moslem war.

Man war in Sachen Gleichberechtigung in der Tat weiter, als einige es heute sind.

Noch bis zum 16. Jahrhundert durften Frauen Theologie lehren.

Manche muslimische Gelehrte entwickelte unglaubliche Ideen.

Die ersten Windmühlen wurden in Afghanistan im 7. Jahrhundert gebaut,

wie muslimische Geographen berichteten.

Durch islamische Ingenieure in Al-Andalus wurden diese in Europa eingeführt.

 

Angesichts der neuen Leitkultur befürchteten christliche Theologen

den Niedergang ihrer eigenen Religion. Damals wurde geschrieben:

"Meine Glaubensgenossen lesen gerne die Gedichte der Araber.

Sie studieren die muslimischen Philosophen und Theologen, nicht etwa,

um sie zu widerlegen, sondern um einen eleganten arabischen Stil zu erlangen!"

Im Reich der arabischen Kalifen herrschten

pragmatische Bündnisse, statt fanatische Glaubenseifer.

Die Städte im heutigen Spanien

wurden nach dem Vorbild Bagdads errichtet.

Die Christen und Juden arrangierten sich mit den neuen Machthabern.

Die christlichen Mönche in dieser Zeit hatten die Namen

Muhammed, Hussein, Achmed.

In ganz Europa bewahrten sie dieses Wissen in den Klöstern

und schützten sie vor Wikingern und anderen Räubern.

Über die Kreuzfahrer wurden Elemente der materiellen Kultur

von der islamischen Welt in die christliche transportiert. 

 

Jerusalem - das Zentrum der Welt.

Christliche und jüdische Pilger waren dort immer willkommen,

da sie Geld in die Region brachten. Dort lernten die Europäer neue Ideen

kennen, wie Arabische Zahlen,

Kunstwerke und Geschichten aus "1001 Nacht".

Um 1009 griffen islamische Eiferer nach der Herrschaft im Heiligen Land.

Christliche Kirchen wurden zerstört, Pilger ermordet. 

Das christlich-orthodoxe Reich des Kaisers aus Byzanz wurde

nach seiner Auffassung von diesen Muslimen bedroht.

Er bat den Papst um militärische Unterstützung gegen die 'gottlosen Heiden'.

Um 1095 ging sein Plan auf. Die Worte des Papstes Urban entfachten

eine hysterische Massenbewegung.

"Gott will es!", sollte die Menge skandiert haben.

Die so genannten Kreuzritter brachten am Ende 30.000 Menschen um.

Eine Erfahrung, die das Verhältnis der Religionen bis heute prägt.

Samarqand سمرقند , das Welthandelszentrum des Mittelalters

 

 

Wie schon die Römer zuvor, erzählten Christliche Missionare, Jüdische und

Arabische Kaufleute von einem reichen Land im fernen Osten.

Palästina ist der Brückenkopf für den Handel nach Asien und

eine Quelle grossen Reichtums und materiellen Besitzes.

Um 1165 wurden die Kreuzfahrer von den Truppen des Kalifen Nur'ad Din abgedrängt. Für Papst Alexander III. zerbrach der Traum vom

so genannten "Königreich des Himmels".

Dann kamen die Mongolenkrieger.

Der Venetianer Marco Polo versuchte direkte Handelsbeziehungen aufzubauen.

Die europäischen Händler reisten nach Xanadu und trafen auf Kublai Khan.

Um 1282 berichtete Marco Polo über bemannte und rituelle Drachenaufstiege.

Der florierende Handel mit Arabien und China hat Europa

in ein neues kulturelles Zeitalter geführt.

Daraufhin versuchten die neuen spanischen Herrscher mit Kolumbus

die westliche Route nach China zu finden.

 

Xanadu / Shàngdū 上都, die Sommerresidenz des Mongolenherrschers Kublai Khan

während seiner Yuan Dynastie im besetzten China

 

Im 14. Jahrhundert entstand in Italien der Kapitalismus,

wo Geld, Macht und Glaube sich neu vermischten.

Das Gold Afrikas wurde in Venedig zu "Dukaten" umgewandelt.

Die Händler führten dann das arabische Bankwesen ein und

finanzierten so die neuen Wissenschaften und Kunstwerke.

Die Inquisitionsprozesse des 14. Jahrhunderts haben das moderne Rechtssystem

entscheidend beeinflusst. Denn zu den Gerichstverfahren der Inquisition

gehörte die Vereidigung der Angeklagten, die ausserdem das Recht hatten,

Widerspruch einzulegen.

Die Frauen in der Renaissance in Rom gehörten zu den mächtigsten der Welt.

Die römisch-aristokratischen Adelsfamilien bekriegten sich und diktierten

den Papst, was er zu tun hat. Kardinal Rodrigo Borgia vom Borgia-Clan gelang es,

durch Bestechung die Wahl des neuen Papstes zu seinen Gunsten zu manipulieren.

Als Papst Alexander VI. war er der erste, der sich davon befreit hat

und leitete, wie auch Innocent III und Clemens V. zuvor, 

eine dunkle Ära der Korruption, Intrigen und Gewalt ein.

So kam es 1517 mit Martin Luther zur Spaltung der Kirche und später

zur Trennung von Staat und Religion.

Gutenbergs Buchdruck verstärkte den religiösen Wandel.

Antoine Galland brachte mit der französischen Übersetzung der

Geschichten von Tausendundeine Nacht den orientalischen Moralismus nach Europa.

 

Mit Martin Luthers Hetzerei gegen Juden, die nicht konvertieren wollten,

wurden viele erneut in die Flucht geschlagen, darunter auch die

Unternehmerin Gracia Mendes Nasi. Sie errichtete ein

Flüchtlingsnetzwerk, das Hunderte von Juden vor der Inquisition rettete.

In Konstantinopel (Istanbul) konnten Juden und Muslime

weiterhin zusammen in Frieden leben und arbeiten.

Im 16. Jahrhundert wurde aus dem Gold der

Azteken, Maya und Inka zum Geld der Europäer!

Der Handel mit Silber aus den Anden wurde zur Grundlage

der globalisierten Ökonomie. 

In dieser Zeit regierte Königin Elisabeth mit eiserner Hand.

Die Lage der Briten im Abseits trieben die Segler aufs offene Meer hinaus.

Die Seekriege gegen Holland wurden auf allen Meeren ausgetragen.

In Indonesien liessen die Holländer über 6.000 Inselbewohner abschlachten.

Der florierende Welthandel im 17. Jahrhundert

in Amsterdam mit türkischen Tulpenzwiebeln wurde zur ersten Spekulationsblase

und ruinierte am Ende ganze Generationen. Christliche Pilger aus Grossbritannien

und den Niederlanden flüchteten so zur Ostküste Nordamerikas.

Newtons universelle Gesetze, die technischen Erneuerungen und

Kants Philosophie der Aufklärung kennzeichnen einen Wendepunkt

in der Renaissance und den Beginn der Industrialisierung.

Adam Smith begründete die klassische Nationalökonomie.

Dank der Engländer avancierte die Eisenbahn zum gefragten Transportmittel.

Anfang des 19. Jahrhunderts erfand George Stephenson eine neue Radform und

entwickelte die schnellste Maschine. Die Textilindustrie in Manchester wurde

zum Motor eines epochalen wirtschaftlichen Umbruchs in England und Mitteleuropa.

Der "Manchester-Kapitalismus" breitete sich aus wie ein Virus.

 

Um 1618 gab es in Mitteleuropa ein Klima, das von dogmatischen Katholiken und

Anhängern der neuen reformierten Kirche mit Feindseligkeit

und Ausgrenzung bestimmt wurde.

Der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg und der Brotmangel in Europa

lösten in Frankreich die Grosse Revolution aus.

In Zeiten des Umbruchs, wenn die Macht zu bröckeln beginnt,

wird die Rechtsprechung zum Instrument des Machterhalts.

Richter fällen Fehlurteile aus Gründen der Staatsräson.

Im 18. Jahrhundert führten die Europäer sowohl im Namen der Freiheit des

Einzelnen als auch um die des Volkes heftige Kämpfe. Herrschaftssysteme und

Gesellschaftsordnungen wurden verändert, erste Demokratien entstanden,

Werte wie Gleichheit, Gerechtigkeit und Freiheit

prägten die europäische Mentalität nachhaltig.

Um 1789 legte die Französische Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte

fest, dass die Macht des Staates vom Volk gegeben ist,

und verbesserte so das Individualrecht und die Gleichberechtigung. 

Abbé Grégoire war Befürworter des Allgemeinen Wahlrechts.

Er trat dafür ein, die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte

von 1789 zu ergänzen, um die Prinzipien der Französischen Revolution

auf alle Völker auszudehnen. Sein Vorschlag basierte auf dem Naturzustand,

der zwischen den Nationen bestehe, und einer für diese

verbindlichen allgemeinen Moral.

 

China, um 1840.

Von einer Niederlassung in Kanton aus betrieben europäische Kaufleute

einen höchst lukrativen Handel: Die Ausfuhr von Tee, Seide und Jade

bezahlten sie mit Opium, das in China begehrt, weil streng verboten war.

Dirk Struans Firma "Noble House" konnte von dem illegalen Opiumhandel

am meisten profitieren.

Der Westen hatte China mit Drogen versetzt.

Als der chinesische Kaiser das Opium verbrennen und die Europäer aus

Kanton verjagen liess, drohte die sprudelnde Handelsquelle zu versiegen.

Doch auf Struans Betreiben hin annektierte die britische Armee 1841 die vermeintlich

unbedeutende Insel Hongkong. Gemeinsam mit europäischen Kaufleuten gründete Struan hier eine alsbald florierende Handelskolonie.

China verlor die Opiumkriege, die mit dem ungleichen Vertrag von Nanking

um 1842, und mit der endgültigen Marktöffnung Chinas endete.

Der Taiping-Aufstand 1850-64 war Symptom einer inneren Destabilisierung.

Die religiös und sozial motivierte Taiping-Bewegung forderte die Abschaffung

des Privatbesitzes und die Gleichberechtigung von Mann und Frau.

Ihre blutige Niederschlagung kostete 20 Mio. Menschenleben und verstärkte

die äussere Abhängigkeit Chinas.

Wie damals die Shaolin-Klöster war Hongkong auch Zufluchtsort für Exilanten, die sich

gegen die Qing-Dynastie auflehnten, und zugleich ein Ursprung der Revolution.

Im Januar 1901 wurde auf den Präsidenten der Gesellschaft zur

Wiedergeburt Chinas, Prof. Yan Chuyun, ein Attentat verübt.

Bis zum Ende des 2. Drogenkriegs 1901 besetzten Britisch-französische

Truppen zusammen mit Amerikanern, Deutschen, Russen und Japanern

die Verbotene Stadt.

Die Xinhai-Revolution von 1911 stürzte die korrupte Qing-Dynastie,

beendete zwei Millennia monarchische Herrschaft und öffnete das Tor für den Fortschritt.

Dennoch hat die Revolution das tragische Schicksal Chinas nicht ändern können,

die weiterhin unter kolonialer Hegemonie und feudalen Belastungen leidete.

Die Revolution war ein Auslöser für das Volk, begierig auf Fortschritt im Sinne

von Sun Yat-sen. Danach führte die Kommunistische Partei das Volk

zur Nationalistischen Revitalisierung.

Mit den folgenden Weltkriegen und der von Mao Zedong initiierten

Kulturrevolution brach das einst hochkulturelle Reich der Mitte komplett ein.

Mao und seine Roten Garden formten ein neues religionsloses,

marxistisches Kaiserreich.

Nach 1978 unterstützten westliche Firmen das menschenverachtende Regime

in China für den profitablen Zweck.

Der "Markt-Leninismus" verwandelte das Land in eine Riesen-Fabrik.

Nach dem Tode Maos verstand es sein Kollege Deng Xaoping,

den aufkommenden Fraktionalismus (parlamentarische Partei-Formation)

innerhalb der kommunistischen Führung für sein politisches Ziel,

Chinas Modernisierung durch marktorientierten Pragmatismus, auszunutzen.

Die Klassenkonflikte haben sich durch den Turbokapitalismus verschärft.

 

 

 

Die Geschichte der Osmanen:

Mit der industriellen Revolution wurde das ehemalige (zum Westen gehörende)

Byzantinische und später tolerante Osmanische Reich immer mehr

zum Spielball der europäischen Mächte.

Russland wollte seinen Machteinfluss in Südosteuropa stärker geltend machen.

Großbritannien und Frankreich sperrten sich gegen diese

russische Expansion, weil sie die Verbindung nach Indien nicht verlieren wollten.

Nach einem Krieg gegen Serbien 1876 fassten die Mächte

eine Autonomie sowohl für zwei Provinzen auf bulgarischem

Gebiet als auch für Bosnien und Herzegowina ins Auge.

Als die Osmanen dies ablehnten, besetzten die Russen den ganzen Balkan.

Mit dem Friedensvertrag von San Stefano 1878 mussten die Osmanen

die Unabhängigkeit Rumäniens, Serbiens, Montenegros und Bulgariens anerkennen.

Der von Bismarck initierte Berliner Vertrag revidierte mehrere Artikel von San Stefano.

Finanziell gerieten die Osmanen vollends in die Abhängigkeit der europäischen Großmächte.

Mit dem Bau der Bagdadbahn zu den Rohstoffquellen im Irak

kam dabei das Deutsche Reich zum Zuge.

Im Ersten Balkankrieg 1912 verbündeten sich Bulgarien, Serbien,

Griechenland und Montenegro gegen das Osmanische Reich.

Nach dem politischen Attentat eines serbischen Rebellen um 1914

verbündeten sich die Jungtürken mit Deutschland und

Österreich-Ungarn, und die Britisch-Französischen Alliierten

versuchten dann, neben Syrien und andere auch

das Osmanische Zentrum zu beherrschen.

Des Weiteren kam es zur Arabischen Revolte.

Ende des 19. Jahrhunderts zogen die Arabischen Muslime mit dem britischen Imperialisten,

Archäologen und Geheimagenten Thomas Edward Lawrence "von Arabien" in den Aufstand

gegen das Osmanische Reich, das um 1917 schliesslich zur Türkei wurde.

Die nationalistischen Bewegungen hatten das Vielvölkerreich

desintegriert und der Widerstand von General Atatürk gegen

die Besatzungsmächte teilte die Reste des Reichs

in kontroverse Interessensphären auf.

 

 

Völkerrechtlich legitimiert durch eine Resolution der Generalversammlung

der Vereinten Nationen von 1947 wurde Israel nach Ende des britischen Mandats

über Palästina am 14. Mai 1948 als parlamentarische Republik proklamiert.

Dieser Plan der UN, Palästina in einen israelischen und

einen arabisch-palästinensischen Staat aufzuteilen,

war ein entscheidendes Ereignis des vielschichtigen Nahostkonflikts.

Die jüdische Besiedlung des Westjordanlandes begann 1967.

 

In der Nachkriegszeit zerbrach auch der europäische Imperialismus.

Auf Druck der UN, Grossbritaniens und der USA erkannten die Niederländer

die Unabhängigkeit Indonesiens an. Ab 1959 herrschte dort Sukarno als Diktator

über Indonesien. Es kam zum Bürgerkrieg und zu Massakern an

hunderttausende Kommunisten, vermeintliche Anhänger und politische Gegner,

als Suharto und antikommunistische Generäle die Kommunistische Partei für

einen Putschversuch verantwortlich machten.

Gleichzeitig brachen jahrhundertealte Ressentiments gegen

die chinesische Minderheit auf und mündeten in den Völkermord an den Chinesen Indonesiens.

Religions- und Fremdenhass wurde seitdem auch in China geschürt.

 

In der arabischen Welt herrscht seit 200 Jahren Verzweiflung.

Sie wurden von Franzosen, Italienern und Briten kolonisiert.

Während des Ersten Weltkrieges wurden von Frankreich und Grossbritannien

250.000 Männer aus Marokko, Algerien und Tunesien rekrutiert.

Dann haben die Araber den Kolonialismus abgeschüttelt,

in der schweren Nachkriegszeit bekamen sie Marionettenregierungen,

die von den Europäern teilweise finanziert wurden, die gefoltert haben.

Der Westen hat dafür mutmassliche Terroristen eingesetzt.

Seitdem stehen die Muslimischen Gemeinden in Konflikt mit den Politikern.

Hier gibt der Islam den Menschen Heimatgefühl und spirituelle Sicherheit.

 

Seit Sadam Hussein, der Baġdād wieder zum Zentrum der Arabischen Welt

machen wollte, weiss man, dass die Monarchie

der alten Perser und arabischen Kalifen nicht mehr in diese Welt passt.

Die Westlichen Mächte hatten bei der Demokratisierung im Nahen Osten versagt.

Europa hatte aus wirtschaftlichen und rassistischen Gründen

deren Potenzial einfach unterschätzt.

Usama Bin Laden hatte in den 80ern zusammen mit

Amerikanern und Afghanen gegen die Russen gekämpft.

Als die arabischen Länder nach den Golfkriegen

von den Amerikanern besetzt wurden, fing der saudi-arabische

Milliardärssohn an, den Gegenschlag um 2001 zu planen.

Publizist Peter Scholl-Latour: Die Politik des Westens ist auf Heuchelei aufgebaut.

Der spekulative Kasino-Kapitalismus kann die übrige Welt nicht begeistern.

Ihre billionenschwere militärische Überlegenheit

ist aufeinmal hilflos gegenüber dem asymmetrischen Krieg.

Sie haben ein Ideal - die Demokratie, die Meinungsfreiheit, Freie Wahlen

- und wollen dies wie eine Religion in andere Kulturkreise hineintragen,

die dafür teilweise gar nicht geeignet sind.

Und mit diesen Bekenntnissen zu den Ehrenwerten unterstützen sie

gleichzeitig die Regime, die dem Westen gewogen sind.

 

Islamismus, ein Sammelbegriff für unterschiedliche politische Ideologien,

wurde von den Diktatoren permanent unterdrückt.

Dadurch wurden die extremistischen Islamisten wie Helden gefeiert.

Jede Form von Extremismus ist eine Herausforderung für Mann und Frau.

Besonders im Sudan, in Mali, Nigeria, Tansania und Kenia

sorgten sektiererische islamistische Gruppen für große Probleme.

Die Muslimbruderschaft übernehme zudem große Teile der arabischen Welt,

während "jene Menschen, die nicht die lautesten Stimmen haben, unsere

Führung dringend benötigen", sagte der ehemalige Premierminister Tony Blair.

So habe der Westen etwa darin versagt, den Menschen im Iran zu helfen.

Die demokratische Schlüsselfrage sei immer, wie die Mehrheit

die Minderheit behandle.

 

Abdel Bari Atwan, der Chefredakteur der arabischen Tageszeitung

"Al Quds al Arabi", appellierte 2014 an die Teilnehmer der Konferenz

der "Organisation für Islamische Zusammenarbeit" (OIC) im saudi-arabischen Mekka,

die konfessionelle Spannung in der Region endlich zu überwinden.

"Wir müssen lernen uns von den ideologischen und ethnischen Spannungen

zu emanzipieren. Danach wird sich die Solidarität von selbst einstellen."

Im Islam hat die Debatte um die Moderne gerade erst begonnen.

Im Koran findet sich keine Aussage, die eine juristische Maßnahme

gegen diejenigen vorsieht, die den Islam verlassen,

um einen anderen Glauben oder gar keinen Glauben anzunehmen.

Der kanadische Islamwissenschaftler John Andrew Morrow

übersetzte in seinem Buch "The Covenants of

the Prophet Muhammad with the Christians of the World" von 2013

sechs Briefe des Propheten an Mönche des Sinai-Klosters

sowie an Christen in Persien, Assyrien und in Nadschran

nahe Mekka im Süden des heutigen Saudi-Arabien:

"..die sich zur Religion des Christentums bekennen

im Osten und Westen der Erde, nah und weit,

Araber und Nichtaraber, bekannt und unbekannt".

Sie dürften nicht verfolgt werden, noch die Richter ihre Arbeit

und die Mönche ihr Kloster verlieren. "Niemand darf ein Haus ihrer Religion zerstören

oder daraus irgendetwas entwenden, um es Muslimen zu geben."

Theologe Mouhanad Khorchide (2014):

Es gibt die "Wissenschaft von den Offenbarungsanlässen im Koran",

die sich im 8./9. Jahrhundert etabliert hat.

Damals schon hat man nach den Anlässen gefragt, zuden bestimmte Verse

verkündet wurden, um sie besser im historischen Kontext zu verstehen.

Man sollte lernen, zwischen den Zeilen zu lesen.

Erst heute versucht man daraus eine Hermaneutik zu entwickeln.

In der Islamischen Theologie gibt es Schlüsselaussagen,

die ahistorische Natur haben, die nicht auf die Gesamtgesellschaft

gerichtet sind. Theologen lehren den Muslimen die Worte im Koran

im historischen Kontext zu verstehen, da man sie sonst misinterpretieren würde.

Ziel und Prinzip des Korans ist Ordnung und Gerechtigkeit für die ganze Gesellschaft

und nicht nur die Muslime.

"Körperstrafen sollten nicht wortwörtlich ausgelegt werden."

"Und wenn ihr annehmt, dass Eure Frauen einen Vertrauensbruch begehen,

besprecht Euch mit ihnen und zieht Euch aus dem Intimbereich zurück

oder meidet Intimitäten und schlagt sie."

Koranzitate wie dieses sind für Khorchide ein gutes Beispiel dafür,

den historischen Kontext der Offenbarung unbedingt zu beachten.

Damals seien Frauen bei geringstem Verdacht ermordet oder verprügelt worden.

Die Botschaft Gottes in diesem Vers an die damaligen Menschen sei

als eine Abwertung von Gewalt gegen Frauen zu verstehen.

Gewaltlose Mittel hätten Vorrang, so Khorchide.

Eine wortwörtliche Interpretation hingegen, wie sie etwa bei Salafisten

üblich sei, würde die Gewalt gegen Frauen legitimieren.

Zwischen den Zeilen zu lesen und nach der eigentlichen Aussage dahinter

zu fragen, darauf komme es an. Dem 40-jährigen Theologen aus Münster

ist es wichtig, den Koran mit seinen 6.236 Versen nicht auf

ein juristisches Regelwerk zu reduzieren -

zumal lediglich 80 Verse im juristischen Sinne gemeint seien.

"Appell an die Vernunft."

Der Theologe plädiert für Freiheit und Vernunft statt für blinden Gehorsam.

Gott wolle keine Marionetten, die einfach nur Befehle ausführten.

"Gott ist kein Diktator, der erwartet, dass man ihm nur gehorcht", so Khorchide.

Stattdessen solle der Mensch nachvollziehen und hinterfragen,

warum er auf der Welt sei und was sein Auftrag sein könnte. 

 

Freies Denken

Abracadabra, Simsalabim,

Aladin und seine Wunderlampe, Ali Baba und die 40 Räuber, Sindbad der Seefahrer -

im 9. Jahrhundert wurde die Märchensammlung aufgeschrieben.

Die Geschichte von Sindbad ist belegt und handelt von einem arabischen Händler,

der China während der Tang-Dynastie vom Indischen Ozean aus erreichte,

auf dem Rückweg jedoch bei Indonesien unterging.

Die berühmten Geschichten aus "Tausend & eine Nacht" sind ein Potpourie

menschlicher Leidenschaften wie Drama und Erotik, das ebenso

zur islamischen Kultur gehört wie der Kor'an.

Im Islam wird nicht verlangt Freude oder Unterhaltung zurückzuweisen.

Das strikte Bildverbot im Islam hat bewirkt, dass das geschriebene Wort zu einer

desto reicheren Inspirationsquelle für die Künstler in diesem Kulturkreis wurde.

Im damals freizügigen Klima Bagdads gediehen Literatur,