______Gesellschaft

Das Auftreten der ökologischen Bewegung in der Politik seit den 70er Jahren zwar wohl

nicht Fenster aufgerissen hat, aber ein Schrei nach frischer Luft gewesen ist

und bleibt, den man nicht überhören darf und nicht beiseite schieben kann,

weil man zu viel Irrationales darin findet.

Jungen Menschen war bewußt geworden, daß irgend etwas in unserem Umgang

mit der Natur nicht stimmt. Daß Materie nicht nur Material für unser Machen ist,

sondern daß die Erde selbst ihre Würde in sich trägt und wir ihrer Weisung folgen müssen.

Wenn in unserem Umgang mit der Wirklichkeit etwas nicht stimmt,

dann müssen wir alle ernstlich über das Ganze nachdenken und sind alle

auf die Frage nach den Grundlagen unserer Kultur überhaupt verwiesen.

Die Bedeutung der Ökologie ist inzwischen unbestritten.

Wir müssen auf die Sprache der Natur hören und entsprechend antworten.

Ich möchte aber nachdrücklich einen Punkt noch ansprechen, der nach wie vor

weitgehend ausgeklammert wird: Es gibt auch eine Ökologie des Menschen.

Auch der Mensch hat eine Natur, die er achten muss und die er nicht beliebig manipulieren kann.

Der Mensch ist nicht nur sich selbst machende Freiheit.

Der Mensch macht sich nicht selbst. Er ist Geist und Wille, aber er ist auch Natur,

und sein Wille ist dann recht, wenn er auf die Natur hört, sie achtet und sich annimmt als der,

der er ist und der sich nicht selbst gemacht hat.

Gerade so und nur so vollzieht sich wahre menschliche Freiheit.

Kehren wir zurück zu den Grundbegriffen Natur und Vernunft,

von denen wir ausgegangen waren. Der Theoretiker des Rechtspositivismus,

Kelsen, hat 1965 den Dualismus von Sein und Sollen aufgegeben.

Er hatte gesagt, daß Normen nur aus dem Willen kommen können.

Die Natur könnte folglich Normen nur enthalten, wenn ein Wille diese Normen in sie hineingelegt hat.

Dies wiederum würde einen Schöpfergott voraussetzen, dessen Wille in die Natur miteingegangen ist.

"Über die Wahrheit dieses Glaubens zu diskutieren, ist völlig aussichtslos", bemerkt er dazu.

 

Ein positivistischer Naturbegriff, der die Natur rein funktional versteht,

so wie die Naturwissenschaft sie erklärt, kann keine Brücke zu Ethos und Recht

herstellen, sondern wiederum nur funktionale Antworten hervorrufen.

Das gleiche gilt aber auch für die Vernunft in einem positivistischen,

weithin als allein wissenschaftlich angesehenen Verständnis.

Was nicht verifizierbar oder falsifizierbar ist,

gehört danach nicht in den Bereich der Vernunft im strengen Sinn.

Deshalb müssen Ethos und Religion dem Raum des Subjektiven zugewiesen werden

und fallen aus dem Bereich der Vernunft im strengen Sinn des Wortes heraus.

Wo die alleinige Herrschaft der positivistischen Vernunft gilt

– und das ist in unserem öffentlichen Bewußtsein weithin der Fall –,

da sind die klassischen Erkenntnisquellen für Ethos und Recht außer Kraft gesetzt.

Dies ist eine dramatische Situation, die alle angeht und

über die eine öffentliche Diskussion notwendig ist, zu der dringend einzuladen

eine wesentliche Absicht dieser Rede ist.

Das positivistische Konzept von Natur und Vernunft, die positivistische Weltsicht

als Ganzes ist ein großartiger Teil menschlichen Erkennens

und menschlichen Könnens, auf die wir keinesfalls verzichten dürfen.

Aber es ist nicht selbst als Ganzes

eine dem Menschsein in seiner Weite entsprechende und genügende Kultur.

Wo die positivistische Vernunft sich allein als die genügende Kultur ansieht

und alle anderen kulturellen Realitäten in den Status der Subkultur verbannt,

da verkleinert sie den Menschen, ja sie bedroht seine Menschlichkeit.

Im Hinblick auf Europa, in dem weite Kreise versuchen,

nur den Positivismus als gemeinsame Kultur und als gemeinsame Grundlage

für die Rechtsbildung anzuerkennen, alle übrigen Einsichten und Werte unserer Kultur

in den Status einer Subkultur verwiesen und damit Europa

gegenüber den anderen Kulturen der Welt in einen Status der Kulturlosigkeit

gerückt und zugleich extremistische und radikale Strömungen herausgefordert werden.

Die sich exklusiv gebende positivistische Vernunft,

die über das Funktionieren hinaus nichts wahrnehmen kann,

gleicht den Betonbauten ohne Fenster, in denen wir uns Klima und Licht selber geben,

beides nicht mehr aus der weiten Welt Gottes beziehen wollen.

Und dabei können wir uns doch nicht verbergen, daß wir in dieser selbstgemachten Welt

im stillen doch aus den Vorräten Gottes schöpfen, die wir zu unseren Produkten umgestalten.

Die Fenster müssen wieder aufgerissen werden, wir müssen wieder die Weite der Welt,

den Himmel und die Erde sehen und all dies recht zu gebrauchen lernen.

 

Ist es wirklich sinnlos zu bedenken, ob die objektive Vernunft, die sich in der Natur zeigt,

nicht eine schöpferische Vernunft, einen Creator Spiritus voraussetzt?

Von der Überzeugung eines Schöpfergottes her ist die Idee der Menschenrechte,

die Idee der Gleichheit aller Menschen vor dem Recht, die Erkenntnis der Unantastbarkeit

der Menschenwürde in jedem einzelnen Menschen und das Wissen

um die Verantwortung der Menschen für ihr Handeln entwickelt worden.

Diese Erkenntnisse der Vernunft bilden unser kulturelles Gedächtnis.

Es zu ignorieren oder als bloße Vergangenheit zu betrachten, wäre eine Amputation

unserer Kultur insgesamt und würde sie ihrer Ganzheit berauben.

Sie hat im Bewußtsein der Verantwortung des Menschen vor Gott und

in der Anerkenntnis der unantastbaren Würde des Menschen, eines jeden Menschen Maßstäbe

des Rechts gesetzt, die zu verteidigen uns in unserer historischen Stunde aufgegeben ist.

(Enzyklika Caritas in veritate) 

 

Moral beschreibt, wie Menschen faktisch handeln und zu Handeln erwarten

oder auch, was sie dabei faktisch für richtig halten.

Dieser deskriptive Bedeutungsaspekt einer Moral wird auch als Sittlichkeit

oder Ethos bezeichnet und umfasst „regulierende Urteile und

geregelte Verhaltensweisen“, ohne dass über die rationale oder

moraltheoretische Rechtfertigung derselben ein Urteil beansprucht wird.

Letztere wird dann davon abgehoben als eine „Reflexionstheorie der Moral“,

die dann als „Ethik“ bezeichnet wird.

 

Ethik ist eine Disziplin der Philosophie, die moralische Prinzipien, Werte, Tugenden, Geltungsansprüche,

Forderungen, Begründungen etc. untersucht und oft auch formuliert und begründet.

Metaethik untersucht die metaphysischen, erkenntnistheoretischen,

semantischen und psychologischen Voraussetzungen und Implikationen

moralischen Denkens, Sprechens und Handelns.

Moraltheologie (auch Theologische Ethik) untersucht die Beziehungen zwischen Moral und Religion.

Moralpsychologie untersucht, welche moralische Meinungen, Handlungsweisen

und Emotionen Individuen faktisch haben.

Moral im Kontext sozialer Einheiten oder Organisationen ist einer

der Gegenstände der Gesellschaftswissenschaften.

Es ist eine der Grundfragen der Rechtsphilosophie in welchem Verhältnis

Recht und Moral voneinander abhängig sind.

In vielerlei Hinsicht stimmen Moral und Recht (z.B. das Tötungsverbot) überein. 

 

 

Optimist: "Das Glas ist halbvoll."

Pessimist: "Das Glas ist halbleer."

Realist: "Ganz klar. Das ist ein Glas."

Idealist: "Eines Tages könnte die kalte Fusion von einem Glas Wasser

unbegrenzte Energie schaffen und den Krieg beenden."

Kapitalist: "Wenn ich es in Flaschen abfülle und es mit einem

neuzeitlich klingenden Namen benenne, könnte ich ein Vermögen machen."

Kommunist: "Dieses Getränk gehört jedem einzelnen von uns in gleichem Masse."

Verschwörer: "Die Regierung fluoridiert das Wasser mit dem Zweck der Gehirnwäsche."

Sexist: "Dieses Glas füllt sich nicht von alleine auf..."

Nihilist: "Das Glas existiert nicht, und ich somit auch nicht."

Opportunist: "Es gibt ein lustiges T-shirt hier irgendwo."

 

__________________________________________________________________________________rechtsphilosophie

Interdependenz - E-Democracy & Religion

 

Bürgerrechtler Martin Luther King setzte religiöse Inspiration beispielhaft in weltlichen Veränderungswillen um.

Nelson Mandela und Desmond Tutu stehen gemeinsam für zwei Universalismen.

Mandela steht für den Universalismus, der sich aus dem politischen Humanismus speist.

Und Tutu hat seinen Kampf gegen die Rassentrennung auf den christlichen Universalismus gestützt.

Alle Wege können zum Universalismus führen. Katholisch = allumfassend.

Katholizismus und Islam sind Religionen, die schon die tribale,

die ethnische Identität zu überwinden suchen, nach etwas grösserem streben.

Das Problem heute ist nur, dass es Leute gibt, die diese Religionszugehörigkeit

auf eine eingeengte Identität reduzieren wollen. "Wir Katholiken, wir Muslime und die anderen."

So wird Universalismus zu Kommunitarismus, zum trennenden, statt zum einenden Element.

Missionstheologe Johannes Reimer erklärte: "Die neutestamentliche Gemeinde

ist gezeichnet von Multikulturalität". So sei beispielsweise die Gemeindeleitung in Antiochien

laut dem Bericht der Apostelgeschichte sprachlich und kulturell

'zusammengewürfelt' gewesen. "Nicht nationale oder lokale Identitäten,

sondern eine übergeordnete Identität in Christus haben sie gesucht. Das einigt diese Gemeinde."

Einige wollen die Religion im Namen des Multikulturalismus

aus ihrer Mitte verbannen und allenfalls im stillen Kämmerlein dulden.

Die Wurzel des Extremismus liegt an der Erziehung,

an der mangelnden Bereitschaft zu einem ausführlichen Dialog.

Die Armut und die Arbeitslosigkeit verleiten viele Menschen

zu einer aggressiven Haltung und stellen wiederholt das System in Frage.

Traditionalisten versuchten unter anderem die Geschichte der Religion

neu zu ordnen und heizen dabei unnötig die geladene Stimmung ein.

Generell sind die Ursachen der weltweiten Konflikte nicht bei den Religionsgemeinden,

sondern definitiv in der Energie- und Interessenpolitik.

Die religiösen Gegensätze seien auch typischerweise verwoben mit Konflikten um Geld, Land und Wasser.

Religionsgemeinschaften erinnerten täglich daran, dass es jenseits des materiellen Strebens

eine spirituelle Dimension gebe, die ein zentrales Merkmal des Menschen sei.

"Religion in diesem Sinn kann auch soziales Kapital und moralisches

Engagement verstärken", sagte Herman van Rompuy.

Man ist immer geneigt, Gott eine moralische Funktion zugeben

oder in metaphysischen Sprachspülen der Erklärungsinstanzen zumachen.

Für die meisten in der Welt ist religiöses Bewusstsein zum Glück entspannter

aufgebaut, was Grund zu vorsichtigem Optimismus sieht.

Da spielen dann diese Elemente des Subjektiven eine ganz legitime Rolle.

Religion muss nicht mit Metaphysik und Moral verwechselt werden.

Trost und Überwindung von Angst sei elementar für die gesamte Gesellschaft.

Angesichts von Erscheinungen wie Sinnverlust, Angst und Flucht in Geschäftigkeit

wachse die Sehnsucht nach Zuspruch, Entlastung und Konzentration.

Über Glaube, Konservatismus und Werte in einer digitalisierten Welt

streiteten der Journalist und Katholik Alexander Görlach und

der Politiker Björn Böhning in ihrem Buch "Freiheit oder Anarchie?".

Religion sei von jeher durch Liturgien, Gemeinschaft und Sprachcodes

geprägt und diene als eine Art kulturelles Gedächtnis der Gesellschaft.

Die sozialen Netzwerke weisen diese Aspekte ebenso auf, weil sie eine eigene Sprache haben.

Viele der Online-Mitglieder vertrauen der Zentrale des Unternehmens

in Kalifornien so, wie gute Katholiken dem Papst vertrauten.

Das Christentum glaube an den freien Willen des Menschen,

die anderen hingegen sehen ihn als kommunizierend und konsumierend

und haben daher keinerlei Berührung mit dem Metaphysischen.

"So würde dieses soziale Netzwerk nur die Benutzeroberfläche des Menschen

verändern, und nicht das Backend", folgert Görlach. Das Netz säkularisiere die Gesellschaft. Böhning schreibt:

"Das Urversprechen der Religion, nämlich ein besseres in einem anderen Leben,

findet keinen Zugang zum Netz. Das Internet selbst ist nämlich der Ort,

in dem die Menschen nach Glück streben - und sei es nur ein scheinbares Glück."

Es gebe Beziehungsbörsen, Ratgeber oder soziale Plattformen, Ersatz also für

die unvollkommene reale Welt, ein wenn auch konstruiertes, gelobtes Land.

Zudem sei das Internet die schnellste Verbindung unserer Zeit. Böhning findet:

"Die Religion, die auf Wertevermittlung, Nachdenklichkeit oder Innehalten

ausgerichtet ist, wird immer Probleme haben, diesem Zeitgeist standzuhalten".

Mission widerstreite allen Kräften, die menschliches Leben verzwecken, verflachen

oder veräußerlichen. Sie sei fröhlich und zugewandt, sie bringe sich kritisch in

Kultur, Bildung, Wissenschaft, Wirtschaft und Lebenstil ein.

Wenn Gott die Verweltlichung abgelehnt hätte, wäre er nicht Mensch geworden.

Schon dass Jesu Geburt zuerst den Hirten und nicht den Priestern

mitgeteilt wird, verrät, dass Gott die religiöse Sphäre nicht von der weltlichen abtrennen wollte.

Die Ausbreitung des Christentums gelang, weil die Christen

sich mit Rom und dann den mittelalterlichen Königen einließen -

um den hohen Preis der Inkonsequenz und der Abhängigkeit von Macht.

"Für die Entwicklung des Rechts und für die Entwicklung der Humanität

sei es entscheidend gewesen, dass sich die christlichen Theologen

gegen das vom Götterglauben geforderte religiöse Recht

auf die Seite der Philosophie gestellt, Vernunft und Natur

in ihrem Zueinander als die für alle gültige Rechtsquelle anerkannt haben." - Joseph Ratzinger

Das Wesen der Kirche sei 'Communicatio und Communio'.

Paulus hat Briefe an Gemeinden geschrieben, die auf der anderen Seite der damals bekannten Welt waren.

Die Kirche ist es also schon immer gewöhnt, mit sozialen Medien und in sozialen Medien zu kommunizieren.

Die Kirche geniesst ein Vertrauen in der Gesamtbevölkerung von 20%.

Aber die sozialen Dienste der Kirche geniessen ein Vertrauen in der Gesellschaft von

über 70%. Das heisst, die Menschen trauen der Kirche doch noch zu, dass sie ihr Leben im Blick haben.

Jedoch interessieren sie sich nicht für die Beweggründe. Ihre Sorge um den Menschen, ihre Fürsorge,

die sozialen Aktionen kommen vom Auftrag Jesu Christi vor 2000 Jahren.

Sonst wäre die Kirche eine Sekte, wenn sie nur noch agieren und beten würden.

Die Vorstellung vom Guten kann auch der Freund des Bösen sein.

Das ist eine religiöse und moralische Auffassung.

Recht und Moral gründen sich in der Moderne nicht mehr auf den Willen Gottes,

sondern auf die menschliche Autonomie.

Säkulare Rechtsordnungen sind der religiösen Neutralität verpflichtet und

beanspruchen den Geltungsvorrang des staatlichen Rechts,

dagegen wird in orthodoxen Lesarten von Judentum, Christentum und Islam

die religiös-rechtliche Ordnung dem menschlichen Recht grundsätzlich übergeordnet.

Im Islam wie im Christentum gibt es eine grosse Vielfalt religiöser Auslegungen,

und in beiden Religionen gibt es Kontroversen um die Menschenrechte,

die mit dem Wahrheitsanspruch religiöser Normen zusammenhängen.

Im Islam wird der Koran / Qur'an als unmittelbares Wort Gottes verstanden,

die Scharia gilt daher als ewiges göttliches Recht.

Gegenstand des islamischen Diskurses ist nicht die Frage,

ob die Scharia gültig ist, strittig ist, was zur göttlichen Rechtssetzung (shari’a)

und was zur menschlichen Rechtsfindung gehört.

Der Islamforscher Olivier Roy sagt: "Die Schlüsselfrage lautet nicht, was der Koran sagt,

sondern was der Koran nach Auffassung der Muslime sagt".

Es geht also nicht um das "wahre Wesen" des Islam, sondern um die Deutungen der Muslime.

Die Begründung der Menschenrechte bedarf einer prinzipiellen Ethik,

einer "moralischen Sprache", wie Rainer Forst es nennt.

Nicht für die Begründung, aber für die subjektive Anerkennung der Menschenrechte ist jedoch entscheidend.

Bei allen Muslimen ist die Religion ein wichtiger Bezugspunkt des Denkens über Menschenrechte.

 

Alle Bürger und Bürgerinnen in einer Demokratie haben vor dem Gesetz die gleichen Rechte und Pflichten.

Die populäre Verhaltenskritik an Migranten –

fehlende Bildung, schlechtes Deutsch, das Tradieren überkommener

Sitten, Macho- und Gewaltkultur – benennt Phänomene,

die ihre Ursachen zuerst in kulturellen und sozialen Kontexten haben können.

Eine Reduktion auf "den Islam" als verantwortlichen Faktor geht an der Sache vorbei.

Wenn man "Ehrenmorde" mit Religion in Verbindung bringt,

eine Tat also einer Weltanschauung und nicht mehr

einem Täter zurechne, liege darin eine rhetorische Abkehr von

den liberalen Errungenschaften des strafrechtlichen Tatprinzips.

 

Die iranische Juristin und Theologin Hamideh Mohaghegi kritisierte,

der hier zu Lande zu oft mit Frauenfeindlichkeit und Gewalttätigkeit

assoziierte Islam sei für Millionen Migranten "die sinnspendende Lebensform schlechthin".

Statt unvoreingenommen aufeinander zuzugehen, würden Ängste geschürt.

Gerade muslimische Frauen hätten zu leiden und würden

"auf allen Ebenen der Gesellschaft“ stigmatisiert. Instrument der Abwehr sei oft das Kopftuchverbot,

das die Frauen als rettungsbedürftig oder unterordnungsbereit

definiere, sagte die Juristin, die selbst Kopftuch trägt. 

Religion soll Sache der Menschen sein, nicht des Staates.

Die Rechtsordnung sei darauf "besser vorbereitet als die Gesellschaft, in der sie gilt".

Denn die große Frage bleibt, wie sich Muslime organisieren können,

um an der Religionsfreiheit in gleicher Weise teilhaben zu können

wie die institutionalisierten Kirchen. Hier sei Raum für Politik.

Juristen überschätzen eine staatliche Rechtsordnung oft.

Jede Rechtsordnung leidet unter einem Legitimationsproblem.

Das ist auch beim Grundgesetz der Fall. Der Gottesbezug in

der Präambel hat also auch einen durchaus "handfesten" Grund.

Eine Religion hingegen hat eine eigene Rechtsordnung und die ist unabdingbar.  

Im Islam ist es natürlich nicht anders. Da setzt auch erstmal Gott die Norm

und Alles andere hat sich daran anzupassen.

Die Juristerei ist die Magd der Politik (oder der Religion)

und nicht umgekehrt. Juristen vergessen oft, wer die Norm setzt.

Was nun im Bereich christlich abendländischer Kultur

einigermaßen funktioniert muss aber woanders nicht klappen.

Freiheitsrechte gibt es deshalb in vielen islamischen Ländern

nur im Rahmen der Scharia. Und das hat einen religiösen Grund.  

Können unsere Verfassung und der Islam überhaupt miteinander Frieden finden?

Unsere bürgerlich-demokratische Rechtsform ist bekanntlich aus

den konkreten gesellschaftspolitischen Auswirkungen der

jüdisch-christlichen Aufklärung hervorgegangen, ohne deren Voranschreiten es bei uns auch nie

bürgerliche Revolutionen gegeben hätte, die in der Folge

das Bürgerliche Recht gemäß "Liberté, Egalité, Fraternité" überhaupt erst hervorgebracht haben.

In Zukunft wird sich auch die muslimische Rechtsordnung im Parlament

zu Worte melden. Aber alle religiösen Auffassungen müssen

in einer Republik der laizistischen Staatsräson unterstehen. 

Religionen und ihre Rechtsordnungen sind viel älter als die Verfassungen der Nationalstaaten.

Und sie greifen emotional viel tiefer.

Juristen und auch viele Menschen vergessen oft, wieviele Normen und Rechtsgrundsätze

unserer Rechtsordnung von der katholischen Kirche entwickelt wurden.

Auch sind Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit durchaus auch

aus christlich jüdischem Glauben hergeleitet.

Das war die hellenistische Aufklärung nicht allein.

Liberale demokratische Verfassungen haben unglaublich viel mit christlichem Glauben zu tun.  

Die Naivität von Justitia besteht in Selbstüberschätzung.

Am deutlichsten kommt der Zusammenhang mit unserer Rechtsordnung rüber,

wenn man Paulus liest (nicht "rdx - paul") und zwar Apg. 17,22 :

"Da stellte sich Paulus in die Mitte des Areopags und sagte:

Athener, nach allem, was ich sehe seid ihr besonders fromme Menschen.

Denn als ich umherging ... fand ich einen Altar mit der Aufschrift:

EINEM UNBEKANNTEN GOTT. Was ihr verehrt, ohne es zu kennen, das verkünde ich euch." 

Religion sagt also dem Gericht, wo es langgeht. Religion kennt auch keinen Kompromiss,

weil über objektivierbare Moral und die absolute Wahrheit Gottes,

nicht demokratisch abgestimmt werden kann.

Und genau deshalb ist jede Religion als Staatsform auch ungeeignet.

Das sieht Religion oft aber ganz anders. Die Gesetze machen Menschen für Menschen.

Dass man bei diesem Machen auch "Gott hören" sollte, wenn man daran glaubt, ist legitim.  

Chefredakteur Weimer ist überzeugt:

"Wenn nun die religiösen Saiten allenthalben wieder so laut schwingen,

dass die Religionskritiker nervös werden, dann hat das zuvorderst mit einer Krise der

Säkularisierung zu tun." Die Säkularisierung sei ein Risiko.

So wie es eine Pathologie des Glaubens gibt, so droht auch eine Pathologie der Wissenschaft. 

"Wenn man Gott aus Politik und Leben verbanne, gerate man in ein anderes Extrem.

Dies sei zum Ende des 19. Jahrhunderts geschehen,

und die Folgen habe man im darauffolgenden Jahrhundert gesehen:

Verblendung von Rassen- und Klassenideologien."

Die "großen ideologischen Ersatzreligionen" hätten die Hölle über Europa gebracht. 

Gerade die Demokratie brauche einen Rückbezug auf Religion, so Weimer.

Dies zeige sich etwa an der"Würde des Menschen",

die auf einer Grundannahme des Christentums fusse.

In der christlichen Religion sehe er wie der Verfassungs- und Steuerrechtler

Paul Kirchhof die "aktuelle Wirkungsgrundlage" für die freiheitliche Demokratie.

Weimer gibt als Beispiel: "Wenn die Mehrheit nichts daran findet,

dass man Menschen klont, ältere Kranke 'sterbehilft', Behinderte abtreibt,

wie kommt sie dann zur kollektiv-ethischen Erkenntnis, dass das trotzdem nicht in Ordnung ist?"

Er fügt hinzu: "Unsere Kultur sagt uns, dass christliche Werte wie

Demut, Würde, Nächstenliebe mehr sein sollten als niedliche Accessoires einer Welt,

in der das Eigentliche nur das Machbare und Moralfreie sein soll." 

Religion sei eine Gegen-Macht, die selbst Diktaturen zu Fall bringen könne, ergänzt der Journalist.

Ein vom Christentum "befreites" Europa sei kein Europa mehr, so Weimer.

"Insofern bedeutet ein Comeback des religiösen Bewusstseins

eine Wiederkehr des Kulturbewusstseins."

Weimer schliesst: "Das neue Heimweh nach Gott stillt man nicht mit einer

finalen Befreiung vom Christentum. Man sollte ihm entgegengehen – auf dem Weg zu sich selbst."

 

 

Der frühere US-Präsident Bill Clinton würdigte seinen israelischen Weggefährten,

den 1995 ermordeten Premierminister Jitzhak Rabin, als großen Visionär.

Nun "müssen wir alle die Sache aufnehmen, für die Jitzhak Rabin sein Leben hingab",

fordert Clinton. "Eine gemeinsame Zukunft bauen, in der unsere gemeinsame Menschlichkeit

wichtiger ist als unsere interessanten Unterschiede.

Wir alle können etwas tun, in unseren Gesellschaften in aller Welt, um die positiven Kräfte

der gegenseitigen Abhängigkeit aufzubauen und die negativen zu verringern."

 

 

"Aus tiefstem Herzen hoffen wir, inbrünstig beten wir,

dass diese Geissel des Krieges bald vorübergeht.

Wenn aber Gott will, dass der Krieg weitergeht, bis all der Reichtum,

versunken ist, bis jeder Tropfen Blut vergolten wird durch einen weiteren durch das Schwert,

dann muss, wie schon vor 3000 Jahren, auch heute gesagt werden:

'Die Rechte des Herrn sind wahrhaftig und allesamt gerecht'.

Mit Groll gegen keinen. Mit Güte für alle.

Mit Festigkeit im Recht, so es Gott gefällt, uns das Recht zu zeigen,

wollen wir streben, unser Werk zu vollenden." (Lincoln)

 

 

Justitia (altgriechisch: Dike / altägyptisch: Maat und Isis) ist die römische Göttin

der Gerechtigkeit und des Rechtswesens.

Als solche wird sie auch heute noch oft als Wahrzeichen für die Justiz verwendet.

Justitia wird meist als Jungfrau mit verbundenen Augen oder einem Diadem dargestellt,

die in einer Hand eine Waage, in der anderen das Richtschwert hält.

Dies soll verdeutlichen, dass das Recht ohne Ansehen der Person (Augenbinde),

nach sorgfältiger Abwägung der Sachlage (Waage) gesprochen

und schließlich mit der nötigen Härte (Richtschwert) durchgesetzt wird.

Die Augenbinde kam bei den Darstellungen der Justitia jedoch erst um 1520

zu den beiden Attributen Schwert und Waage dazu,

das christliche Mittelalter kennt nur die sehende Justitia.

Ende des 15. Jahrhunderts war die Augenbinde noch als Spott gemeint:

Spott für die Blindheit der Justitia.

Erst im 16. Jahrhundert erhält sie die Bedeutung der Unparteilichkeit.

Der schräggestellte Balken der Waage symbolisiert den Grundsatz

In dubio pro reo (‚im Zweifel für den Angeklagten‘).

In früheren Darstellungen trug die Göttin des Rechtsfriedens nur einen Ölzweig

als Symbol des Friedens und die Waage, Symbol für sorgfältiges Abwägen und gerechten Ausgleich.

Die Wortverbindung "gut und böse" meint so viel wie "alles"

und schliesst der Begriff "Erkenntnis" das Können, die praktisch-technische Fähigkeit, ein.

Die Erkenntnis des Guten und Bösen bedeutet: Sein wie Gott.

Im Raum der Sixtinischen Kapelle ist alles dominiert vom Gericht.

Das Ende ist genauso unsichtbar wie der Anfang.

Der Kosmos ging aus dem WORT hervor und kehrt auch zum WORT zurück.

Genau im Zentrum der Sixtina hat der Künstler Michelangelo

dieses unsichtbare Ende im sichtbaren Drama des Gerichtes ausgestaltet -

Und dieses unsichtbare Ende wurde sichtbar als Höchstmass an Transparenz.

Das Ende und zugleich das Höchstmass an Transparenz, der Weg der Generationen.

Non omnis moriar - Nicht ganz werde ich sterben. Das, was unzerstörbar ist in mir,

jetzt steht es Aug um Aug vor DEM, der IST! (Römisches Triptychon, 35)

Durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde.

Die Ge- und Verbote des Alten Testaments verleiht dem Menschen nicht -

wie Paulus sagt - die Fähigkeit, "gerecht" zu werden,

d.h. die Sünde zu überwinden, sondern es bringt zum Bewusstsein,

dass der Mensch der Macht der Sünde ausgeliefert ist. (Römer 3:20)

Der Herr ist das Gericht, an dem sich die Geister scheiden,

wo "die Sehenden blind und die Blinden sehend werden".

"Blinder als blind ist der Ängstliche" - Benjamin Franklin 

 

 

_______________________________________________________________________________geschichtswissenschaft

Konspirationen 

 

 

Berühmte Mitglieder der Freimaurerei:

Benjamin Franklin, 1 von 13 Freimaurern,

die die Verfassung der USA unterzeichneten (1706 - 1790),

Lessing, Dichter (1729-1781), George Washington, 1. US-Präsident (1732 - 1799),

Friedrich II. der Grosse, König von Preußen (1712 - 1786),

Joseph Haydn, Komponist (1732 - 1809), Mozart, Komponist (1756-1791),

Goethe, Dichter (1749-1832), Knigge, Schriftsteller (1752 - 1796),

Winston Churchill, Nobel-Preisträger (1874-1965),

Charles Lindbergh, Pionierflieger (1902 - 1974),

Salvatore Quasimodo, Dichter (1901 - 1968)

 

Es handelt sich bei den Freimaurern meist um unangepasste Querdenker,

die bereit sind, für die Durchsetzung ihrer Ideen große Opfer auf sich zu nehmen.

Die Geheimbünde wollten die herrschenden Systeme und Gewalten unterwandern

und wichtige Positionen durch Mitglieder ihrer Bruderschaft besetzen.

George Bernard Shaw sagte: "Der vernünftige Mensch passt sich der Welt an;

der unvernünftige besteht auf dem Versuch, die Welt sich selbst anzupassen.

Deshalb hängt jeder Fortschritt von den Unvernünftigen ab."

Und genau das ist es, was die Freimaurer für absolutistische oder

totalitäre Staats- oder Glaubensregime gefährlich macht.

Die Illuminaten waren seit 1776 ein einflussreicher Bund der philosophischen Aufklärer.

 

Der Templerorden

(ca. 1118 bis ca. 1312) wurde um 1118 gegründet

und war ein geistlicher Ritterorden, der in Folge des Ersten Kreuzzugs entstand. 

Auch bekannt als "Arme Ritterschaft Christi und des salomonischen Tempels zu Jerusalem".

Er war der erste Orden, der die Ideale des adligen Rittertums mit denen

der Mönche vereinte, zweier Stände, die bis dahin streng getrennt waren.

In diesem Sinne war der erste Ritterorden eine militärische Eliteeinheit.

Der Name "Arme Ritterschaft Christi und des salomonischen Tempels"

rührt von dem Umstand her, dass König Balduin dem Orden einen Flügel seines Palastes,

der heutigen Al-Aqsa-Moschee auf dem Tempelberg in Jerusalem,

wo bis zur Zerstörung durch den persischen Sassanidenherrscher Chosrau II.

im Jahre 614 eine Basilika St. Maria gestanden hatte, als Quartier angeboten hatte,

welcher auf den Grundmauern des salomonischen Tempels gebaut worden war.

 

Die Templer beschäftigten sich aber nicht nur mit dem Kriegshandwerk:

Die Einkünfte der europäischen Komtureien mussten nach Outremer,

den lateinischen Staaten im heiligen Land, transportiert werden.

Diese Transporte begründeten die Finanzaktivitäten des Tempels.

Zunächst dienten die Tempelhäuser im Osten nur als Tresore und Schatzkammern

des Landes, aber schon für das Jahr 1135 sind erste Verleihgeschäfte verbürgt.

Gegen Ende des 12. Jahrhunderts machten die Templer Geldanleihen zu einer

regulären geschäftlichen Betätigung. Ihr finanzieller Ruf war dabei so gut,

dass auch Muslime ihre Dienste in Anspruch nahmen.

Die Templer erfanden eine eigene Art der Kreditbriefe

(Vorläufer der heutigen Banknoten) sowie fortschrittliche Techniken der Buchführung.

Etwa 15.000 Ordensmitglieder verwalteten um die 9.000 über ganz Europa verstreute Besitzungen

(von denen aber nur ein geringer Teil eigenständige Komtureien waren).

Zu den bekanntesten zählen die Siedlung Berlin-Tempelhove, sowie die beiden

"Hauptquartiere", der Temple in Paris und die Temple Church in London.

Im Zusammenhang mit den Templern entstanden auch zahlreiche Legenden und

Verschwörungstheorien um das Wirken, die Geheimnisse und die Schätze des Ordens.

Die Freimaurerei, die von den Templern stammen, versteht sich als ein ethischer Bund

freier Menschen mit der Überzeugung, dass die ständige Arbeit an sich selbst

zu einem menschlicheren Verhalten führt. Die fünf Grundideale der Freimaurerei sind

Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität,

sie sollen durch die praktische Einübung im Alltag gelebt werden.

 

 

Freimaurerei ist weltweit in Logen organisiert

und betreibt in vielen Ländern Öffentlichkeitsarbeit.

Gemeinsam mit den Salons, den Lesegesellschaften und anderen Zusammenschlüssen

der frühen Aufklärung bildeten die Logen in ganz Europa

eine neue Form von Öffentlichkeit und trugen zur Verbreitung aufklärerischer Ideen bei.

Freimaurer haben sich der Verschwiegenheit und

insbesondere dem Grundsatz verpflichtet,

freimaurerische Bräuche und Logenangelegenheiten nicht nach Außen zu tragen.

Freimaurer treffen sich zu ritueller 'Tempelarbeit'.

Zum Ritual kann ein Vortrag mit freimaurerischen Bezügen gehören.

Während der Tempelarbeit besteht eine meditative Atmosphäre.

Das Verhältnis Freimaurerei-Religion ist von zwei Seiten zu betrachten:

Die Freimaurerei fordert in den "Alten Pflichten", das Thema Religion nicht

zum Gegenstand  von Streitgesprächen in der Loge zu machen,

ein religiöses Bekenntnis wird nicht gefordert.

Zwei Religionsgemeinschaften, die katholische Kirche und der Islam,

sehen die Zugehörigkeit zur Freimaurerei als unvereinbar mit ihren Grundsätzen an.

 

Einige islamische Anti-Maurer Kritiken sind eng verbunden mit dem Antisemistismus und Antizionismus.

Vor allem kritisieren sie die Verbindung einiger Freimaurer mit Dajjal,

einer bösartigen Figur in der Islamischen Eschatologie.

Sie täuscht vor, der Messias zu sein und ist direkt vergleichbar mit den Figuren des

Anti-Christen und Armilius in Christlicher und Jüdischer Eschatologie.

Die Freimaurer fördern das Interesse der Jüdischen Gemeinden weltweit mit dem Ziel

den Tempel Salomons wiederaufzubauen -

nachdem die Al-Aqsa Moschee in Jerusalem zerstört wird.

In Artikel 28 des Bundes behauptet die Hamas, dass die Freimaurer-Gruppierungen

im Interesse des Zionismus arbeiten und nach deren Anweisungen handeln.

The top level of our pyramid system is where those in the possession

of total awareness and knowledge stand.

They can then manipulate those below in

the next few levels down which consist of shills and frontmen such

as politicians and religious leaders who are initiated in

different ways, into convincing those below in

the mass of the population, into accepting slavery and ignorance in exchange for freedom.

 

"Die neue Generation ist der Meinung,

daß sie freier lebt als die alte.

Das ist ein Irrtum. Wir bekamen unsere

Prügel von den Eltern. Die Jungen

beziehen sie direkt vom Leben."

- Waldemar Bonsels, Autor

Timeline der Kultur & Politik

Die frühen Sumerer entdeckten

die Astronomie, das Rad,

die Schrift, die Alphabetisierung,

das Schulsystem, das Rechtssystem,

den Zweikammerkongress & das Bier.

Die Sumerer hielten Regeln und

Gesetze für das menschliche

Zusammenleben zum ersten Mal

schriftlich fest.

Anu, Narmer, Huángdì,

Noah, Abraham, Hatchepsut, Kha,

Thutmosis, Ramses II, Mošes, Ahărōn,

Echnaton, Dâniyal, Nebûchadnezzar,

David, Salomon, Kongzi, Sunzi, Kūruš, Dārayavahuš, Aléxandros,

Qín Shihuángdi,

Aśoka, Hanibal, Makabi, Cleopatra,

Die Bürger Altgriechenlands hatten

wenig Macht bei den Regierungen

der Monarchen und Oligarchen.

Athen entwickelte die demokratische

Regierungsform, wo die Bürger

die Entscheidungen treffen.

Die Fundamente der Philosophie und

Wissenschaft wurden von Sokrates,

Aristoteles und Plato gelegt.

Senatus Populusque Romanus -

Senat und Volk von Rom.

Diese Formel kennzeichnet

die republikanische Verfassung.

Augustus, Paulus,

Phoebe, Lydia, Yunia, Zarathustra,

Plutarch, Josephus, Clemens,

Caesar, Spartacus, Zenobia,

Mānī, Hypatia, Constantinus, Karl,

Muhammad, Al-Mamūn,

Ziryab, Sindbad, ibn Fadlan,

Duan Chengshi, Theophanu, Khan,

Die Zentren der Ursprünge

der Landwirtschaft

und dessen globale Ausbreitung:

Auf der Seidenstrasse gelangten

nicht nur Kaufleute, Gelehrte und

Krieger, sondern auch Ideen,

Religionen und ganze Kulturen

von Ost nach West und umgekehrt.

Im Süden tauschten sich Afrikaner

und Südasiaten aus.

Salādīn, Frederico II., Zhong Kui,

Mansa Musa I., Polo, Ibn Rušd,

Panchacutec, Zhū Yuánzhāng,

Trang Hungdao, Motēcuhzōma II.,

Elizabeth I., Süleymān, Luther,

Osman, Mehmet, Katharina von Bora,

Hus, Vesalius, Fāsīladas, Sinan,

Pocahontas, Nzingha a Mbande,

In einer maurischen Werkstatt

im spanischen Al-Andalus wurde 875

der erste dokumentierte Flugversuch

der Geschichte vorbereitet.

Der islamische Dichter und Physiker

Abbas ibn Firnas

soll 200m weit gekommen sein.

Jesuitische Missionare berichteten

im 16. Jahrhundert von dem

wissenschaftlichen Standard,

den China bereits erreicht hat.

Film = "Elektrischer Schatten"

Hätten die Chinesen bei ihrer

'Laterna Magika' eine Linse ergänzt,

dann wäre das Filmtheater 2000 Jahre

früher erfunden worden.

Die Vier Grossen Erfindungen:

die Papierherstellung,

der Kompass, das Schiesspulver

und die Druckschrift

(sowohl der Druckstock wie auch

die bewegliche Drucktype).

Die Chinesen erfanden Techniken

in Mechanik, Hydraulik,

und Mathematik, für die Horologie,

Metallurgie, Astronomie,

Landwirtschaft, Konstruktion,

Musik, Kunstfertigkeit, Seekunde

und Kriegsführung.

Ein hochentwickeltes

Wirtschaftssystem in China

ermöglichte Erfindungen wie

das Papiergeld während der

Song Dynastie (960–1279).

Die Erfindung des Schiesspulvers

im 10. Jahrhundert führte zu einer

Reihe von Erfindungen wie die

Handkanonen, explodierende

Kanonenkugeln und Raketenbomben

mit aerodynamischen Flügeln.

Der erste überlieferte Raketenstart

fand im Jahr 1232 im Kaiserreich statt.

Im Krieg gegen die Mongolen setzten

die Chinesen in der Schlacht von

Kaifeng eine Art Rakete ein.

Die Mongolen gewannen und

verursachten in Zentralasien die Pest.

Nach den Kreuzzügen führten

die Neuen Templer im

12. Jahrhundert eine neue Form

des Bankensystems ein!

In der frühen Renaissance Italiens

kamen sie zu grossen Ansehen.

Die berühmten Medicis gründeten

ihre Bank um 1397. Man kennt sie

als Mitglieder der Freimaurer,

die den Vatikan beeinflussten.

Sie hatten fast das ganze

europäische Finanzsystem

in der Hand.

Der Schweizer Staat wurde damals

von Tempelrittern gegründet. Ihr

privatisiertes Bankensystem ist

weltweit einzigartig.

Ihr Militär steht seitdem in

Verbindung mit dem Vatikanstaat.

Venezianische Handelsrouten

im mittelalterlichen Europa:

Für eine relativ kurze Zeit öffneten

die Kaiser der Ming-Dynastie

das Tor zum Westen.

Die Chinesische Armada,

eine schwimmende Stadt, beherrschte

die Weltmeere 350 Jahre lang.

Zhèng Hés Schatzschiff von 1405

war 6 mal grösser als die Santa Maria

von Kolumbus um 1492.

Mit dem ersten Welthandel mit arabischen

und italienischen Handelsmächten,

übermittelten die Chinesen

ihre Kunstwerke und Gastronomie.

Seitdem haben sich alle Länder

wechselseitig mit neuartigem

Wissen bereichert.

Um 1644 wurde China erneut von den

Mongolen überfallen.

Die Mandshuren übernahmen die

bisdahin überlegene Ming-Dynastie.

Sie stürzten den Kaiser und leiteten

eine traditionalistische Epoche ein.

Um 1500 entwickelte Wan Hu

den Raketenantrieb weiter.

Leonardo Da Vinci skizzierte u.a.

das erste Modell eines Roboters.

Um 1670 erfand in China der flämische

Jesuitenmissionar Ferdinand Verbiest

das erste aus eigener Kraft

selbstfahrende Fahrzeugmodell

- das erste Automobil.

Zheng Zhilong, Fugger, Khlesl,

Samoset, Squanto,

Hagendorf, Tanba, Chigi, de Groot,

Erasmus, Cromwell, Pjotr I.,

Voltaire, Washington, Paine, Franklin,

Jefferson, Smith, Idalgo, Grégoire,

Olympe de Gouges, Kósciuszko,

Napoléon, Tecumseh, Maria W. Stewart, Lincoln, Mary Kingsley,

Alexandrina Victoria, Marx, Engels,

Weber, Velestinlis, Krupp, Rhigas,

Bertha Suttner, Hannah Arendt,

Emily Davison, Emmeline Pankhurst,

Dolores Ibárruri, Oppenheim, Jaurès,

Virginia Woolf, Josephine Baker,

Isaura, Windthorst, Bertholdi, Muir,

Yan Chuyun,

Die Dampfmaschine läutete die industrielle

Revolution ein, die sich nach und nach auf

Europa, Amerika, Japan und dem Orient

ausweitete. Der Dampflok intensivierte

den freien Welthandel.

Monnet, Alice Paul, Herzl, Gandhi,

Attatürk, Rosa Luxemburg, Yip Man,

Chaplin, Churchill, Owens, Buber,

Sophie Scholl, Adenauer,

Kissinger, Guevara, King, Malcolm X,

Senghor, Kennedy, Agnes Bojaxhiu,

Dylan, Sall, Wojtyla, Wałęsa, Nathan,

Die Vereinten Nationen

wurde gegründet als

Zeichen gegen die Ideologie

"Herr und Meister im eigenen Haus!"

Demokratie lebt von Grundwerten wie

Toleranz und der friedlichen Aus-

einandersetzung mit Andersdenkenden.

Nur im gegenseitigen Austausch,

notfalls auch im Streit,

lassen sich Hürden überwinden

und Vorurteile abbauen.

Gyatso, Pu Zhiqiang, Lewis, Bergoglio,

Jane Goodall, Reagan, Gorbachov,

Tutu, Mandela, Moore, Yusuf,

Falcone, Borselino, Abdel Nasser,

Rabin, Kohl, Clinton, Hillary Clinton,

Peres, Chai Ling, Blair, Bush, Gore,

Annan, El-Baradei, Aung Suu Kyi,

Beverly Giesbrecht, Prantl, Xi Jinping,

Jobs, Gates, Putin, Angela Merkel,

Obama, Michelle Obama, Ki-moon,

Liu Xiaobo, Liu Xia,

Zhiyong, Liao Yiwu, Swartz,

Malala Yousafzai, Alice Nkom,

Schirrmacher, Nawal El Saadawi,

Lee Kwan Yew, Kerry, Gauck, Modi,

Steinmeier, Junker, Schulz,

Mbembe, Biden, Sanders,

Francis Shaw, Latif Derian, Nikki Haley,

Tawakkol Karman, Jo Cox, Vujicic,

Bedford-Strohm, Loretta Lynch,

Roxas, Barbara Hendricks, Trudeau,

Nicola Sturgeon, Theresa May,

Yau Wai-ching, Joshua Wong,

Long Hair, Nathan Law, Eddie Chu,

Macron -

Pelé, Garrincha, Muhammad Ali, Lee Junfan,

Leung Ting, Waalkes, van Clief, Chan,

Abdul-Jabbar, Maradonna, Kasparov,

Jordan, Johnson, Barkley, Bryant, O'Neal

Klitschko, Pacquiao -

Miles Davis, Davis Jr, Presley,

Lewis, Martin, Poitier, Eastwood,

Lennon, McCartney, Harrison, Yoko Ono,

Dylan, Hitchcock, Delon, Romy Schneider,

Jane Fonda, Williams,

Marley, Tina Turner, Jackson, Cher,

Gossett Jr, Lucas, Spielberg,

Ang Lee, John, Hopkins, Gere, Reno,

Nicholson, Moore, Allen, Swayze,

Stallone, Schwarzenegger, Gibson,

Oprah Winfrey, Rosie O'Donnell,

Leno, Letterman, Stewart,

Madonna Ciccone, Celine Dion,

Ella Fitzgerald, Whitney Houston,

Freeman, Neeson, Depp, Downey Jr,

Angelina Jolie, Merryl Streep, Clooney,

Branagh, Emma Thompson, DiCaprio,

Cate Blanchet, Crowe, Stiller, Hanks,

Helen Mirren, Crystal, Djalili, Pitt,

Wahlberg, Damon, Affleck, Rogen, Fallon,

Sigourney Weaver, Ford, Jennifer Lopez,

Julia Roberts, Pegg, Owens, Elba, Jean,

Snipes, Willis, Cruise, Charlize Theron,

Sandra Bullock, Reeves, Halle Berry,

Selma Hayek, Banderas, Patricia Arquette,

Kate Winslet, Tucci, Penelope Cruz,

Jackson, Diesel, Johnson, Statham,

Shannon, Uma Thurman, Tarantino,

Lauryn Hill, Kate Hudson, Taylor Swift,

Kristen Wiig, Scarlett Johannson,

Jennifer Lawrence, Cumberbatch,

Tilda Swinton, Rachel McAdams, Ejiofor,

Mikkelsen, Shinoda, Bennington,

Rihanna Fenty, Onika Maraj

Die weite Verbreitung der

Abrahamitischen Religionen

und Dharma Religionen: 

Die grössten Welt-Erdölreserven

liegen in und um Saudi-Arabien: 

"Eigentum im Besitz einiger weniger

ist ein Fluch für die Menschheit."

- John Adams, der 2. US-Präsident

Demokratische Institutionen und

Handlungsweisen sind nötig,

um Menschenrechte zu garantieren.

Zhèngdàng 正当

Gerechtigkeit

Der Bulle als Zeichen für den

börsianischen Optimismus

"Ich glaube erntshaft, dass

Bankinstitute gefährlicher

sind als stehende Heere."

- Thomas Jefferson,

der hauptsächliche Verfasser

der US-Unabhängigkeitserklärung

und der 3. US-Präsident

"Die Fassung der Edelsteine

erhöht ihren Preis, nicht ihren Wert."

- Ludwig Börne, Theaterkritiker

"Willst du jemanden reich machen,

musst du ihm nicht das Gut mehren,

sondern seine Bedürfnisse mindern."

- Epicurus  Ἐπίκουρος, Dichter

Das Ego erschafft sich permanent

die Illusion  der Getrenntheit

von allem Sein und hält so das

Karussell des Leidens in Gang.

Die östlichen Weisen würden sagen:

Es geht nicht darum,

was man selbst ertragen kann,

sondern was sie ertragen können.

Durch die Illusion des

eingebildeten Selbst und seiner

daraus folgenden Identität prägt

der Verstand vordefinierte Rollen

und in der Folge Verhaltensmuster,

um diese Rollen erfüllen zu können.

"Würden die Menschen

das Geldsystem verstehen,

hätten wir eine Revolution

noch vor morgen früh.“

- Henry Ford, Industrieller (überzeugter

Antisemit und Nazi-Freund)

"Zu haben was man will ist Reichtum,

es aber ohne Reichtum tun, ist Kraft."

- George Bernard Shaw, Dramatiker 

Mobilität ist das Markenzeichen der Moderne

"Die schlimmste Wirkung des

Kapitalismus ist, daß man glaubt,

alles, was man bezahlen

kann, gehöre einem.“ - Martin Walser, Autor

"Schlechter Umgang verdirbt

gute Sitten." (vom Thaïs,

zitiert im 1. Korinther Buch 15:33)  

Die Moschee ist nicht nur ein Ort

der Verehrung, der Versammlung,

sie ist auch ein Ort des

Gesetzes und des Lernens.

Ayasofya "Heilige Weisheit"

eine ehemalige Byzantin. Kirche,

später eine Moschee, und heute

ein Museum in Istanbul.

Die 1700 Jahre alte Ayasofya

ist auch erdbebensicher konstruiert

- erbaut vom orthodoxen Christen

Mimar Sinan (1490-1588), dem grössten

Architekten der damaligen Welt.

Der Belur Math Tempel

ist bekannt für seine Architektur,

welches die Elemente des Hindu,

Christentums und Islams vereinigt als

Symbol der Einheit aller Religionen

Hari Mandir ਹਰਿਮੰਦਰ ਸਾਹਿਬ

Der Goldene Tempel der Sikhs

in Amritsar, Indien  

In der chinesischen Philosophie

der Architektur legt man mehr Wert

auf die Anordnung des Raums.

Für einen Neuanfang kann man sein altes

Haus aus Holz verbrennen lassen.

Die Basilika Notre-Dame de la Paix

in Yamoussoukro, Elfenbeinküste

- die grösste Kirche der Welt.

Die Basilika wurde um 1989 gebaut

für 200 Millionen €.

"Es gibt ein Recht des

Weiseren, nicht ein Recht

des Stärkeren.“- Joseph Joubert,

Essayist & Moralist

Synopsis der Soziologie, Ethik, Politologie, Wirtschaftswissenschaft & Jurisprudenz

 

 

Kultur ist im weitesten Sinne alles, was man selbst gestaltend hervorbringt,

im Unterschied zu der von ihm nicht geschaffenen und nicht veränderten Natur.

Kulturleistungen sind alle formenden Umgestaltungen eines gegebenen Materials,

wie in der Technik, der Bildenden Kunst,

aber auch geistiger Gebilde wie etwa im Recht,

in der Moral, der Religion, der Wirtschaft und der Wissenschaft.

Der Kulturbegriff ist im Laufe der Geschichte immer wieder

von unterschiedlichsten Seiten einer Bestimmung unterzogen worden.

Je nachdem drücken sich in ihm das jeweils lebendige Selbstverständnis und

der Zeitgeist einer Epoche aus, der Herrschaftsstatus oder -anspruch bestimmter Klassen

oder auch wissenschaftliche und philosophisch-anthropologische Anschauungen.

 

קולטור  תרבות  فرهنگ  چاند  ثقافة  ܡܪܕܘܬܐ  ثقافه  সংস্কৃতি  সংস্কৃতি  संस्कृती

རིག་གནས།  ސަގާފަތު  संस्कृति  Մշակույթ  فرهنگ  संस्कृति  کلچر  ວັດທະນະທຳ

ਸੱਭਿਆਚਾਰ  ثقافت  文化  文化  วัฒนธรรม  సంస్కృతి  பண்பாடு  സംസ്കാരം  Соёл

문화  文化  კულტურა  Маданият  Культура  Култура  Κουλτούρα  Kulttuuri

Vùn-fa  Kultura  Kultur  Culture  Cultura  Cultuur  Kültür  Kalinangan

 

 

 

 

Dualismus

Über die Diskussionskunst erklärte der Skeptiker Michel de Montaigne,

warum die Leute nicht wirklich debattieren, wenn sie glauben es zu tun,

weil sie nämlich nicht recht haben, sondern den anderen besiegen wollen.

Er sagt, mich macht der Sieg, den ich mitten im Wortgefecht über mich selbst erringe,

indem ich mich den überzeugungskräftigeren Argumenten meines Gegners beuge,

weitaus stolzer, als einer, den ich dank seiner Schwäche davontrage.

Politische Apathie ist Folge des antipluralistischen Populismus von antisozialen Faschisten

zwischen der Dynamik der Gesellschaftswelt und der Statik der Staatenwelt.

Formen von Fehlverhalten wie digitale Sucht, Datenmissbrauch, Gewaltverherrlichung oder Cybermobbing basieren auf bestimmte Einstellungen und Gewohnheiten.

Demokratie und Wirtschaft lebt von Kritik und Meinungsvielfalt

und ist imstande damit vernünftig und gewissenhaft umzugehen und nicht nur allein mit Emotionen.

In Foren und Kongressen hat es immer wieder Gegenstimmen gegeben.

Die Würde der Person ist Fundament der Gleichheit. Von ihr leitet sich die absolute Unannehmlichkeit

der verschiedensten Formen der Diskriminierung ab, die spalten und demütigen

durch Rassen-, wirtschaftliche, soziale, politische, geographische oder andere Unterschiede bedingt.

Ganz gleich welche Präferenz man hat, jeder wählt selber den Weg zum anderen.

Nur führen diese Wege nicht zum gleichen Ziel. Setzt man nur auf das, was uns von anderen

unterscheidet, kann das Trennung und Absonderung bedeuten.

Geht man aber danach, was einem ähnlich macht, kann das zur Abschottung

in der gemeinsamen Identität, zum Kommunitarismus, führen.

Dies sind beide Formen, die zu einer Gruppenbildung, zur Isolation, führen.

Sucht man das, was einem ähnlich ist, endet man in einem Ghetto,

und nicht in einer weiten Ebene, in der man sich den Ideen entsprechend

mit anderen zusammenfindet. Man fühlt sich verbunden durch eine gemeinsame Identität, auf die man

reduziert ist, die einen einengt, anstatt sich im unermesslichen, mit unterschiedlichsten Menschen

zusammenfinden, mit denen man vieles gemein hat.

Universell bedeutet nicht gleichförmig. Es heisst nur, dass man mit dem äusseren Anschein spielt,

Identität nicht auf das rein oberflächliche reduziert.

Die objektive Betrachtung der Wahrheit findet man oft durch eine

mehr oder weniger spontane, subjektive Anschauung ersetzt.

Die objektive Moral macht einer individuellen Ethik Platz, in der jeder für sich die Handlungsnorm

bestimmen und verlangen kann, dass er nur dieser Norm folgt.

Die Krise verschärft sich, wenn die Leistungsfähigkeit die Funktion

eines Wertes übernimmt. Die Folge davon sind dann Manipulationen

aller Art und der Mensch fühlt sich mehr und mehr verunsichert;

er hat den Eindruck, in einer Gesellschaft zu leben, die keine Gewissheit

und Ideale zu bieten hat und deren Wertvorstellungen wirr sind.

"Wer Recht erkennen will, muss zuvor in richtiger Weise gezweifelt haben." - Aristoteles

Multikulturalismus wird auf eine Summe Monokulturalismen reduziert.

Die Krise des Multikulturalismus kommt daher, dass zu viele Kollektivrechte,

anstelle von Individualrechten zugestanden wurden.

"Viel Geld, mehr Recht", lautet die Gruppenklage.

Der polarisierende Westen hat viel für Freiheit und Vielfalt getan, so dass sie irgendwann

kommunitaristischen Gruppen Privilegien eingeräumt haben, die andere Gruppen nicht bekommen hätten.

Universalismus ist eine Philosophie ohne Anspruch auf die absolute Wahrheit.

Sie besagt: Betrachten wir andere als unseresgleichen, versuchen wir herauszufinden,

inwieweit wir ihnen helfen können, sich zu emanzipieren ohne sie zu dominieren.

Das unterscheidet Universalismus von Imperialismus.

Generell handelt es sich um das Status-quo-Szenario und das Zelebrieren der freien Demokratie

mit ihren gemeinsamen Interessen.

Auf dem Wege des spielerischen Nachahmens ist die Tradition eine erfolgende Weitergabe

kulturhistorischer Fakten und Gegebenheiten hinsichtlich ihres

formativen, sozioökonomischen Inhalts.

"Tradition ist eine Laterne, der Dumme hält sich an ihr fest,

dem Klugen leuchtet sie den Weg." - George B. Shaw

 

Crime Story

Jede Dynastie und Gesellschaft ist aus verschiedenen Zeiten zusammengesetzt.

Mit dem innereuropäischen Krieg begann der Aufstieg der Waffenindustrie und Killer-Mafia.

Durch Alkoholschmuggel verdienten die Verbrecher über 100 Mio.$.

Al Capone war der König von Chicago. Seine Mitspieler verteilten sich auf

Las Vegas, Hollywood und die gesamte westliche Welt.

Diese Syndikate konnten in kürzester Zeit das ganze Finanzsystem lahm legen.

1929 stürzte die New York Stock Exchange ins Bodenlose.

Dann kamen die Nationalsozialisten und gründeten mit Hilfe der CIA die "American Nazi

Fifth Column Agents", die erst in den Siebzigern gerichtlich aufgedeckt werden konnte.

Die Kosten des Zweiten Weltkriegs mussten die Amerikaner ebenfalls tragen.

Das Geld fehlte somit für ihre eigene strukturelle Modernisierung.

In aufstrebenden Ökonomien und Lobby-Republiken haben sich immer wieder 

korrupte Intriganten mit Politikern und Geschäftsmännern vermischt.

Konspirationismus wurde zum System gegen das System.

In der Logik der Verschwörungstheoretiker hat das Indiz Beweiskraft.

Der Grundsatz der Kriminalistik lautet: Nichts bleibt im Verborgenen.

Martin Luther King (1929-1968): "Wir neigen dazu, Erfolg eher nach der

Höhe unserer Gehälter oder nach der Größe unserer Autos zu bestimmen als

nach dem Grad unserer Hilfsbereitschaft und dem Maß unserer Menschlichkeit."

Um 1979 hatte Präsident Jimmy Carter damals schon öffentlich gewarnt:

"Wir sind an einem historischen Wendepunkt.

Zu viele von uns neigen dazu, der Genusssucht und dem Konsum zu huldigen.

Ein Mensch wird nicht mehr darüber definiert, was er tut, sondern darüber, was er besitzt."

Mit dem Wahlsieg Margaret Thatchers 1979 und US-Präsidentschaft

Ronald Reagans ab 1981 begann eine neoliberale Revolution,

die den Kapitalismus tiefgreifend verändert hat, indem sie

seine sozialen Aspekte weiter reduzierte.

Diese Ära ging 2007 mit einer Immobilienkrise zu Ende, die die Welt in

ein Wirtschaftstief stürzte und eine Zeit ökonomischer und politischer

Unsicherheit eröffnete. Die Lebensmittelpreise in den armen Ländern

sind wegen der Spekulanten bis zu 300% gestiegen.

Das FBI warnte ab September 2004 öffentlich von einem

epidemischen Hypothekenbetrug von Seiten der Banken.

Aber nach dem 11. September 2001 zog die Regierung mindestens 500

FBI-Spezialisten für Wirtschaftskriminalität, von der Wirtschaftskriminalität ab,

und das, obwohl die grösste Welle von Wirtschaftskrimininalität begann.

Das FBI sagt, dass 80% der Verluste durch Hypothekenbetrug

durch Kreditgeber, die jeweiligen Chefs der Institute, entstehen.

Das Finanzministerium fragt die Banken nicht, was sie mit dem Geld vorhaben

Und dann müssen die Banken auch nichts sagen.

In der TV-Doku "Geld regiert die Welt" hiess es:

Das grosse Geld unterjocht den Globus unerbittlich dem Profit.

Die Finanzkonzerne verhindern alles, was man regulieren könnte,

und vergolden weiterhin ihre eigene Welt.

Das Network der Finanzkolosse Larry Fink ("BlackRock"),

Mario Draghi (EU-Zentralbank, ehemals "Goldman Sachs"),

Ben Bernanke und Philipp Hildebrand (US-Notenbank), Lloyd Blankfein ("Goldman Sachs"),

Tim Geithner (US-Finanzministerium), Jamie Dimon ("JP Morgan")

wird von der Politik geduldet, weil es die herrschende Doktrin

des Neoliberalismus der so genannten Freien Märkte fordert.

Finanzexperte Max Otte: "Wie beim Monopoly stehen am Ende

einzelne Player, die den Rest der Welt vereinnahmen."

Die Verursacher der Konflikte in den Unterregionen haben ein Minderwertigkeitsgefühl,

das durch Armut, Unterordnung und Abhängigkeit erzeugt wird.

100 Jahre nach dem britisch-französischen Mandat in Irak und Syrien

und 50 Jahre nach dem Aufstand der wahabbitischen Sekten und Jihadisten

in Saudi-Arabien hat die "IS-Nation building" auch die Prinzipien

des westlichen Kapitalismus übernommen.

Durch den Verkauf von Öl und geraubten Kunstschätzen in den Westen

hatten Terroristen ein Extra-Vermögen gemacht.

_______________________________________________________________________________________________ethik

Westliche Ideale & Orientalische Traditionen

 

 

Die Geschichte des Bankwesens begann mit den Kaufmännern

in der Antiken Welt, die den Bauern und Händlern

Körner verliehen haben und die Güter zu den Städten transportierten;

aufgezeichnet um 2000 v.Chr. in der Region Assyriens und Babyloniens.

Später gab es Verleiher in China, Indien, Griechenland und

besonders im Römischen Imperium, wo von jüdischen Tempeln aus

verliehen wurde. Zwei wichtige Innovationen entstanden hierbei:

Die Kreditannahme und der Geldwechsel.

Die ägyptische Schlacht von Megiddo (Armageddon) erfolgte mit

dem ersten Zinn-Handel in Kleinasien, der die Bronzezeit um 1457 v.Chr. einläutete.

30 Artikel der UNO-Menschenrechts-Charta beziehen sich auf die Zehn Gebote.

Sogar das Hauptgebäude der UNO ist nach den Gesetzestafeln gestaltet.

Mit der Entzifferung des ältesten hebräischen Textes ausserhalb der Bibel

auf einer 3000 Jahre alten Tontafel, dem bedeutendsten Fund seit der

Entdeckung der legendären Schriftrollen von Qumran um 1947,

handelt es sich um Sozialgesetze, die die Ausländer, Witwen und Waisen

im Alten Israel schützen sollten.

Theologe Prof. Reinhard Achenbach von der Universität Münster berichtete:

"Unser heutiger Grundsatz, Ausländern vor Gericht Rechtsschutz zu gewähren

und sozial Benachteiligte im Sozialstaat zu schützen,

reicht also weit in die altorientalische Zeit zurück.

Schaffe Recht dem Sklaven und der Witwe, schaffe Recht der Waisen

und dem Fremden! Verteidige das Recht des Unmündigen, verteidige das Recht des Armen!"

Somit gehörten Schutzrechte für benachteiligte Menschen zu den ältesten

Rechten Israels. Dabei knüpften die Israeliten an ältere kanaanäische

und ägyptische Traditionen an, wie der Experte unterstreicht.

Römischer Einfluss

Die Phönizischen Seefahrer, Nachfahren der Kanaaniter, bildeten das erste Kartell.

Dem von Rom eingesetzten König Herodes I. gelang es, ab 41 v. Chr.

die Reiche auf dem Gebiet von Palästina zu einen.

Er liess den ersten künstlichen Hafen in Ceasaria bauen.

Doch nach der Zerstörung des Tempels von Jerusalem durch

römische Truppen 70 n.Chr. wurde das jüdische Volk in alle Welt zerstreut.

Es benötigte neue Säulen des Glaubens. Neben Tora entstanden

Mischna und Talmud, die den Alltag in der Diaspora regeln.

Das Miteinander der Kulturen in Alexandria endete mit den Römern.

Die besten Ingenieure und Architekten aus Ägypten, Griechenland und

dem Nahen Osten wurden nach Rom bestellt, um Maschinen zu

optimieren und die grossen Bauwerke zu errichten.

Das Colosseo in Rom wurde aus der Beute des jüdischen Krieges finanziert.

Jerusalem wurde trotz des diplomatischen Widerstands von Josephus zerstört.

Der Goldpreis in Syrien fiel um die Hälfte.

Die traditionellen Gladiatorenkämpfe endeten in der Zeit Konstantins.

Um 300 führte der römische Kaiser die Ideologie der 'männlichen' Kirche ein.

Für die antiken Herrscher waren Religion und Politik nicht zu trennen,

deshalb hatte der egozentrische Konstantin 'der Grosse'

das Christentum an den Staat gebunden

und der römischen Christianisierung damit den Weg bereitet.

Die schnelle Ausbreitung des frühen Christentums fußt auf einen

intensiven Briefaustausch von Paulus.

Seine Nachfolger (darunter Frauen wie Phoebe, Lydia und Junia zusammen

mit ihrem Mann Andronikos) installierten ein geregeltes Briefsystem,

das wie ein modernes Kommunikationsnetzwerk funktionierte.

Im Äthiopischen Königreich von Aksum ኣኽሱም blühte der südliche Welthandel

 

 

Kulturelle Orientierung

Mit dem neuen Goldfund nahe Mekka um 600 begannen religiöse Eiferer mit

der Arabischen Machtübernahme im altrömischen Mittelmeerraum.

Sie nutzten das Gold, um die Stämme zu einen.

Das islamische Bankensystem ist ein Finanzsystem, das keine Zinsen kennt.

 

Al-Andalus, "Land des Lichts" - Europas Leitkultur.

Durch islamische Ingenieure im spanischen Al-Andalus

wurden die ersten Windmühlen in Europa eingeführt.

Europäische Universitäten wurden in vielen Wegen von den Universitäten

in der Islamischen Welt beeinflusst.

Die Universität von Al-Karawiyin in Marokko wurde um 859 n.Chr.

von einer Frau namens Fatima Al-Fihri gegründet.

Die Chinesische und Arabische Welt hatte damals auf den Gebieten

der Technik, der Medizin, der Literatur,

der Mathematik, der Physik und der Astronomie einen bedeutenden Vorsprung.

Die technischen Erfindungen der Griechen, Römer und Chinesen wurden

im 7. Jahrhundert von Arabischen Gelehrten weiterentwickelt.

Herausragende wissenschaftliche und künstlerische Werke entstanden.

Es wurde geforscht, experimentiert und geschrieben.

So entstand eine einzigartige Sammlung von überlieferten Wissen

im Austausch zwischen Europa und dem Orient.

Juden und Arabische Muslime brachten so ihr altes Wissen nach Europa.

 

Es ist kaum bekannt, dass der erste Europäische Philosoph,

der die Gleichberechtigung thematisierte, ein andalusischer Moslem war.

Man war in Sachen Gleichberechtigung in der Tat weiter, als einige es heute sind.

Noch bis zum 16. Jahrhundert durften Frauen Theologie lehren.

Manche muslimische Gelehrte entwickelte unglaubliche Ideen.

Die ersten Windmühlen wurden in Afghanistan im 7. Jahrhundert gebaut,

wie muslimische Geographen berichteten.

Durch islamische Ingenieure in Al-Andalus wurden diese in Europa eingeführt.

 

Angesichts der neuen Leitkultur befürchteten christliche Theologen

den Niedergang ihrer eigenen Religion. Damals wurde geschrieben:

"Meine Glaubensgenossen lesen gerne die Gedichte der Araber.

Sie studieren die muslimischen Philosophen und Theologen, nicht etwa,

um sie zu widerlegen, sondern um einen eleganten arabischen Stil zu erlangen!"

Im Reich der arabischen Kalifen herrschten

pragmatische Bündnisse, statt fanatische Glaubenseifer.

Die Städte im heutigen Spanien wurden nach dem Vorbild Bagdads errichtet.

Die Christen und Juden arrangierten sich mit den neuen Machthabern.

Die christlichen Mönche in dieser Zeit hatten die Namen Muhammed, Hussein, Achmed.

In ganz Europa bewahrten sie dieses Wissen in den Klöstern

und schützten sie vor Wikingern und anderen Räubern.

Über die Kreuzfahrer wurden Elemente der materiellen Kultur

von der islamischen Welt in die christliche transportiert. 

 

Jerusalem - das Zentrum der Welt.

Christliche und jüdische Pilger waren dort immer willkommen,

da sie Geld in die Region brachten. Dort lernten die Europäer neue Ideen

kennen, wie Arabische Zahlen,

Kunstwerke und Geschichten aus "1001 Nacht".

Um 1009 griffen islamische Eiferer nach der Herrschaft im Heiligen Land.

Christliche Kirchen wurden zerstört, Pilger ermordet. 

Das christlich-orthodoxe Reich des Kaisers aus Byzanz wurde

nach seiner Auffassung von diesen Muslimen bedroht.

Er bat den Papst um militärische Unterstützung gegen die 'gottlosen Heiden'.

Um 1095 ging sein Plan auf. Die Worte des Papstes Urban entfachten

eine hysterische Massenbewegung.

"Gott will es!", sollte die Menge skandiert haben.

Die so genannten Kreuzritter brachten am Ende 30.000 Menschen um.

Eine Erfahrung, die das Verhältnis der Religionen bis heute prägt.

Wie schon die Römer zuvor, erzählten Christliche Missionare, Jüdische und

Arabische Kaufleute von einem reichen Land im fernen Osten.

Palästina ist der Brückenkopf für den Handel nach Asien und

eine Quelle grossen Reichtums und materiellen Besitzes.

Um 1165 wurden die Kreuzfahrer von den Truppen des Kalifen Nur'ad Din abgedrängt. Für Papst Alexander III. zerbrach der Traum vom so genannten "Königreich des Himmels".

Dann kamen die Mongolenkrieger.

Der Venetianer Marco Polo versuchte direkte Handelsbeziehungen aufzubauen.

Die europäischen Händler reisten nach Xanadu und trafen auf Kublai Khan.

Um 1282 berichtete Marco Polo über bemannte und rituelle Drachenaufstiege.

Der florierende Handel mit Arabien und China hat Europa

in ein neues kulturelles Zeitalter geführt.

Daraufhin versuchten die neuen spanischen Herrscher mit Kolumbus

die westliche Route nach China zu finden.

 

Xanadu / Shàngdū 上都, die Sommerresidenz des Mongolenherrschers Kublai Khan

während seiner Yuan Dynastie im besetzten China

 

Im 14. Jahrhundert entstand in Italien der Kapitalismus,

wo Geld, Macht und Glaube sich neu vermischten.

Das Gold Afrikas wurde in Venedig zu "Dukaten" umgewandelt.

Die Händler führten dann das arabische Bankwesen ein und

finanzierten so die neuen Wissenschaften und Kunstwerke.

Die Inquisitionsprozesse des 14. Jahrhunderts haben das moderne Rechtssystem

entscheidend beeinflusst. Denn zu den Gerichstverfahren der Inquisition

gehörte die Vereidigung der Angeklagten, die ausserdem das Recht hatten, Widerspruch einzulegen.

Die Frauen in der Renaissance in Rom gehörten zu den mächtigsten der Welt.

Die römisch-aristokratischen Adelsfamilien bekriegten sich und diktierten

den Papst, was er zu tun hat. Kardinal Rodrigo Borgia vom Borgia-Clan gelang es,

durch Bestechung die Wahl des neuen Papstes zu seinen Gunsten zu manipulieren.

Als Papst Alexander VI. war er der erste, der sich davon befreit hat

und leitete, wie auch Innocent III und Clemens V. zuvor, 

eine dunkle Ära der Korruption, Intrigen und Gewalt ein.

So kam es 1517 mit Martin Luther zur Spaltung der Kirche und später

zur Trennung von Staat und Religion.

Gutenbergs Buchdruck verstärkte den religiösen Wandel.

Antoine Galland brachte mit der französischen Übersetzung der

Geschichten von Tausendundeine Nacht den orientalischen Moralismus nach Europa.

 

Mit Martin Luthers Hetzerei gegen Juden, die nicht konvertieren wollten,

wurden viele erneut in die Flucht geschlagen, darunter auch die

Unternehmerin Gracia Mendes Nasi. Sie errichtete ein

Flüchtlingsnetzwerk, das Hunderte von Juden vor der Inquisition rettete.

In Konstantinopel (Istanbul) konnten Juden und Muslime

weiterhin zusammen in Frieden leben und arbeiten.

Im 16. Jahrhundert wurde aus dem Gold der Azteken, Maya und Inka zum Geld der Europäer!

Der Handel mit Silber aus den Anden wurde zur Grundlage der globalisierten Ökonomie. 

In dieser Zeit regierte Königin Elisabeth mit eiserner Hand.

Die Lage der Briten im Abseits trieben die Segler aufs offene Meer hinaus.

Die Seekriege gegen Holland wurden auf allen Meeren ausgetragen.

In Indonesien liessen die Holländer über 6.000 Inselbewohner abschlachten.

Der florierende Welthandel im 17. Jahrhundert

in Amsterdam mit türkischen Tulpenzwiebeln wurde zur ersten Spekulationsblase

und ruinierte am Ende ganze Generationen. Christliche Pilger aus Grossbritannien

und den Niederlanden flüchteten so zur Ostküste Nordamerikas.

Newtons universelle Gesetze, die technischen Erneuerungen und

Kants Philosophie der Aufklärung kennzeichnen einen Wendepunkt

in der Renaissance und den Beginn der Industrialisierung.

Adam Smith begründete die klassische Nationalökonomie.

Dank der Engländer avancierte die Eisenbahn zum gefragten Transportmittel.

Anfang des 19. Jahrhunderts erfand George Stephenson eine neue Radform und

entwickelte die schnellste Maschine. Die Textilindustrie in Manchester wurde

zum Motor eines epochalen wirtschaftlichen Umbruchs in England und Mitteleuropa.

Der "Manchester-Kapitalismus" breitete sich aus wie ein Virus.

 

Um 1618 gab es in Mitteleuropa ein Klima, das von dogmatischen Katholiken und

Anhängern der neuen reformierten Kirche mit Feindseligkeit und Ausgrenzung bestimmt wurde.

Der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg und der Brotmangel in Europa

lösten in Frankreich die Grosse Revolution aus.

In Zeiten des Umbruchs, wenn die Macht zu bröckeln beginnt,

wird die Rechtsprechung zum Instrument des Machterhalts.

Richter fällen Fehlurteile aus Gründen der Staatsräson.

Im 18. Jahrhundert führten die Europäer sowohl im Namen der Freiheit des

Einzelnen als auch um die des Volkes heftige Kämpfe. Herrschaftssysteme und

Gesellschaftsordnungen wurden verändert, erste Demokratien entstanden,

Werte wie Gleichheit, Gerechtigkeit und Freiheit prägten die europäische Mentalität nachhaltig.

Um 1789 legte die Französische Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte

fest, dass die Macht des Staates vom Volk gegeben ist,

und verbesserte so das Individualrecht und die Gleichberechtigung. 

Abbé Grégoire war Befürworter des Allgemeinen Wahlrechts.

Er trat dafür ein, die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte

von 1789 zu ergänzen, um die Prinzipien der Französischen Revolution

auf alle Völker auszudehnen. Sein Vorschlag basierte auf dem Naturzustand,

der zwischen den Nationen bestehe, und einer für diese verbindlichen allgemeinen Moral.

 

China, um 1840.

Von einer Niederlassung in Kanton aus betrieben europäische Kaufleute

einen höchst lukrativen Handel: Die Ausfuhr von Tee, Seide und Jade

bezahlten sie mit Opium, das in China begehrt, weil streng verboten war.

Dirk Struans Firma "Noble House" konnte von dem illegalen Opiumhandel am meisten profitieren.

Der Westen hatte China mit Drogen versetzt.

Als der chinesische Kaiser das Opium verbrennen und die Europäer aus

Kanton verjagen liess, drohte die sprudelnde Handelsquelle zu versiegen.

Doch auf Struans Betreiben hin annektierte die britische Armee 1841 die vermeintlich

unbedeutende Insel Hongkong. Gemeinsam mit europäischen Kaufleuten gründete Struan hier eine alsbald florierende Handelskolonie.

China verlor die Opiumkriege, die mit dem ungleichen Vertrag von Nanking

um 1842, und mit der endgültigen Marktöffnung Chinas endete.

Der Taiping-Aufstand 1850-64 war Symptom einer inneren Destabilisierung.

Die religiös und sozial motivierte Taiping-Bewegung forderte die Abschaffung

des Privatbesitzes und die Gleichberechtigung von Mann und Frau.

Ihre blutige Niederschlagung kostete 20 Mio. Menschenleben und verstärkte

die äussere Abhängigkeit Chinas.

Wie damals die Shaolin-Klöster war Hongkong auch Zufluchtsort für Exilanten, die sich

gegen die Qing-Dynastie auflehnten, und zugleich ein Ursprung der Revolution.

Im Januar 1901 wurde auf den Präsidenten der Gesellschaft zur

Wiedergeburt Chinas, Prof. Yan Chuyun, ein Attentat verübt.

Bis zum Ende des 2. Drogenkriegs 1901 besetzten Britisch-französische

Truppen zusammen mit Amerikanern, Deutschen, Russen und Japanern die Verbotene Stadt.

Die Xinhai-Revolution von 1911 stürzte die korrupte Qing-Dynastie,

beendete zwei Millennia monarchische Herrschaft und öffnete das Tor für den Fortschritt.

Dennoch hat die Revolution das tragische Schicksal Chinas nicht ändern können,

die weiterhin unter kolonialer Hegemonie und feudalen Belastungen leidete.

Die Revolution war ein Auslöser für das Volk, begierig auf Fortschritt im Sinne

von Sun Yat-sen. Danach führte die Kommunistische Partei das Volk

zur Nationalistischen Revitalisierung.

Mit den folgenden Weltkriegen und der von Mao Zedong initiierten

Kulturrevolution brach das einst hochkulturelle Reich der Mitte komplett ein.

Mao und seine Roten Garden formten ein neues religionsloses, marxistisches Kaiserreich.

Nach 1978 unterstützten westliche Firmen das menschenverachtende Regime

in China für den profitablen Zweck.

Der "Markt-Leninismus" verwandelte das Land in eine Riesen-Fabrik.

Nach dem Tode Maos verstand es sein Kollege Deng Xaoping,

den aufkommenden Fraktionalismus (parlamentarische Partei-Formation)

innerhalb der kommunistischen Führung für sein politisches Ziel,

Chinas Modernisierung durch marktorientierten Pragmatismus, auszunutzen.

Die Klassenkonflikte haben sich durch den Turbokapitalismus verschärft.

 

 

 

Die Geschichte der Osmanen:

Mit der industriellen Revolution wurde das ehemalige (zum Westen gehörende)

Byzantinische und später tolerante Osmanische Reich immer mehr

zum Spielball der europäischen Mächte.

Russland wollte seinen Machteinfluss in Südosteuropa stärker geltend machen.

Großbritannien und Frankreich sperrten sich gegen diese

russische Expansion, weil sie die Verbindung nach Indien nicht verlieren wollten.

Nach einem Krieg gegen Serbien 1876 fassten die Mächte

eine Autonomie sowohl für zwei Provinzen auf bulgarischem

Gebiet als auch für Bosnien und Herzegowina ins Auge.

Als die Osmanen dies ablehnten, besetzten die Russen den ganzen Balkan.

Mit dem Friedensvertrag von San Stefano 1878 mussten die Osmanen

die Unabhängigkeit Rumäniens, Serbiens, Montenegros und Bulgariens anerkennen.

Der von Bismarck initierte Berliner Vertrag revidierte mehrere Artikel von San Stefano.

Finanziell gerieten die Osmanen vollends in die Abhängigkeit der europäischen Großmächte.

Mit dem Bau der Bagdadbahn zu den Rohstoffquellen im Irak

kam dabei das Deutsche Reich zum Zuge.

Im Ersten Balkankrieg 1912 verbündeten sich Bulgarien, Serbien,

Griechenland und Montenegro gegen das Osmanische Reich.

Nach dem politischen Attentat eines serbischen Rebellen um 1914

verbündeten sich die Jungtürken mit Deutschland und

Österreich-Ungarn, und die Britisch-Französischen Alliierten

versuchten dann, neben Syrien und andere auch das Osmanische Zentrum zu beherrschen.

Des Weiteren kam es zur Arabischen Revolte.

Ende des 19. Jahrhunderts zogen die Arabischen Muslime mit dem britischen Imperialisten,

Archäologen und Geheimagenten Thomas Edward Lawrence "von Arabien" in den Aufstand

gegen das Osmanische Reich, das um 1917 schliesslich zur Türkei wurde.

Die nationalistischen Bewegungen hatten das Vielvölkerreich

desintegriert und der Widerstand von General Atatürk gegen

die Besatzungsmächte teilte die Reste des Reichs in kontroverse Interessensphären auf.

 

 

Völkerrechtlich legitimiert durch eine Resolution der Generalversammlung

der Vereinten Nationen von 1947 wurde Israel nach Ende des britischen Mandats

über Palästina am 14. Mai 1948 als parlamentarische Republik proklamiert.

Dieser Plan der UN, Palästina in einen israelischen und

einen arabisch-palästinensischen Staat aufzuteilen,

war ein entscheidendes Ereignis des vielschichtigen Nahostkonflikts.

Die jüdische Besiedlung des Westjordanlandes begann 1967.

 

In der Nachkriegszeit zerbrach auch der europäische Imperialismus.

Auf Druck der UN, Grossbritaniens und der USA erkannten die Niederländer

die Unabhängigkeit Indonesiens an. Ab 1959 herrschte dort Sukarno als Diktator

über Indonesien. Es kam zum Bürgerkrieg und zu Massakern an

hunderttausende Kommunisten, vermeintliche Anhänger und politische Gegner,

als Suharto und antikommunistische Generäle die Kommunistische Partei für

einen Putschversuch verantwortlich machten.

Gleichzeitig brachen jahrhundertealte Ressentiments gegen

die chinesische Minderheit auf und mündeten in den Völkermord an den Chinesen Indonesiens.

Religions- und Fremdenhass wurde seitdem auch in China geschürt.

 

In der arabischen Welt herrscht seit 200 Jahren Verzweiflung. Sie wurden von Franzosen, Italienern

und Briten kolonisiert. Während des Ersten Weltkrieges wurden von Frankreich und Grossbritannien

250.000 Männer aus Marokko, Algerien und Tunesien rekrutiert.

Dann haben die Araber den Kolonialismus abgeschüttelt,

in der schweren Nachkriegszeit bekamen sie Marionettenregierungen,

die von den Europäern teilweise finanziert wurden, die gefoltert haben.

Der Westen hat dafür mutmassliche Terroristen eingesetzt.

Seitdem stehen die Muslimischen Gemeinden in Konflikt mit den Politikern.

Hier gibt der Islam den Menschen Heimatgefühl und spirituelle Sicherheit.

 

Seit Sadam Hussein, der Baġdād wieder zum Zentrum der Arabischen Welt

machen wollte, weiss man, dass die Monarchie

der alten Perser und arabischen Kalifen nicht mehr in diese Welt passt.

Die Westlichen Mächte hatten bei der Demokratisierung im Nahen Osten versagt.

Europa hatte aus wirtschaftlichen und rassistischen Gründen deren Potenzial einfach unterschätzt.

Usama Bin Laden hatte in den 80ern zusammen mit

Amerikanern und Afghanen gegen die Russen gekämpft.

Als die arabischen Länder nach den Golfkriegen

von den Amerikanern besetzt wurden, fing der saudi-arabische

Milliardärssohn an, den Gegenschlag um 2001 zu planen.

Publizist Peter Scholl-Latour: Die Politik des Westens ist auf Heuchelei aufgebaut.

Der spekulative Kasino-Kapitalismus kann die übrige Welt nicht begeistern.

Ihre billionenschwere militärische Überlegenheit

ist aufeinmal hilflos gegenüber dem asymmetrischen Krieg.

Sie haben ein Ideal - die Demokratie, die Meinungsfreiheit, Freie Wahlen

- und wollen dies wie eine Religion in andere Kulturkreise hineintragen,

die dafür teilweise gar nicht geeignet sind.

Und mit diesen Bekenntnissen zu den Ehrenwerten unterstützen sie

gleichzeitig die Regime, die dem Westen gewogen sind.

 

Islamismus, ein Sammelbegriff für unterschiedliche politische Ideologien,

wurde von den Diktatoren permanent unterdrückt.

Dadurch wurden die extremistischen Islamisten wie Helden gefeiert.

Jede Form von Extremismus ist eine Herausforderung für Mann und Frau.

Besonders im Sudan, in Mali, Nigeria, Tansania und Kenia

sorgten sektiererische islamistische Gruppen für große Probleme.

Die Muslimbruderschaft übernehme zudem große Teile der arabischen Welt,

während "jene Menschen, die nicht die lautesten Stimmen haben, unsere

Führung dringend benötigen", sagte der ehemalige Premierminister Tony Blair.

So habe der Westen etwa darin versagt, den Menschen im Iran zu helfen.

Die demokratische Schlüsselfrage sei immer, wie die Mehrheit die Minderheit behandle.

 

Abdel Bari Atwan, der Chefredakteur der arabischen Tageszeitung

"Al Quds al Arabi", appellierte 2014 an die Teilnehmer der Konferenz

der "Organisation für Islamische Zusammenarbeit" (OIC) im saudi-arabischen Mekka,

die konfessionelle Spannung in der Region endlich zu überwinden.

"Wir müssen lernen uns von den ideologischen und ethnischen Spannungen

zu emanzipieren. Danach wird sich die Solidarität von selbst einstellen."

Im Islam hat die Debatte um die Moderne gerade erst begonnen.

Im Koran findet sich keine Aussage, die eine juristische Maßnahme

gegen diejenigen vorsieht, die den Islam verlassen,

um einen anderen Glauben oder gar keinen Glauben anzunehmen.

Der kanadische Islamwissenschaftler John Andrew Morrow

übersetzte in seinem Buch "The Covenants of

the Prophet Muhammad with the Christians of the World" von 2013

sechs Briefe des Propheten an Mönche des Sinai-Klosters

sowie an Christen in Persien, Assyrien und in Nadschran

nahe Mekka im Süden des heutigen Saudi-Arabien:

"..die sich zur Religion des Christentums bekennen im Osten und Westen der Erde, nah und weit,

Araber und Nichtaraber, bekannt und unbekannt".

Sie dürften nicht verfolgt werden, noch die Richter ihre Arbeit

und die Mönche ihr Kloster verlieren. "Niemand darf ein Haus ihrer Religion zerstören

oder daraus irgendetwas entwenden, um es Muslimen zu geben."

Theologe Mouhanad Khorchide (2014):

Es gibt die "Wissenschaft von den Offenbarungsanlässen im Koran",

die sich im 8./9. Jahrhundert etabliert hat.

Damals schon hat man nach den Anlässen gefragt, zuden bestimmte Verse

verkündet wurden, um sie besser im historischen Kontext zu verstehen.

Man sollte lernen, zwischen den Zeilen zu lesen.

Erst heute versucht man daraus eine Hermaneutik zu entwickeln.

In der Islamischen Theologie gibt es Schlüsselaussagen,

die ahistorische Natur haben, die nicht auf die Gesamtgesellschaft

gerichtet sind. Theologen lehren den Muslimen die Worte im Koran

im historischen Kontext zu verstehen, da man sie sonst misinterpretieren würde.

Ziel und Prinzip des Korans ist Ordnung und Gerechtigkeit für die ganze Gesellschaft

und nicht nur die Muslime.

"Körperstrafen sollten nicht wortwörtlich ausgelegt werden."

"Und wenn ihr annehmt, dass Eure Frauen einen Vertrauensbruch begehen,

besprecht Euch mit ihnen und zieht Euch aus dem Intimbereich zurück

oder meidet Intimitäten und schlagt sie."

Koranzitate wie dieses sind für Khorchide ein gutes Beispiel dafür,

den historischen Kontext der Offenbarung unbedingt zu beachten.

Damals seien Frauen bei geringstem Verdacht ermordet oder verprügelt worden.

Die Botschaft Gottes in diesem Vers an die damaligen Menschen sei

als eine Abwertung von Gewalt gegen Frauen zu verstehen.

Gewaltlose Mittel hätten Vorrang, so Khorchide.

Eine wortwörtliche Interpretation hingegen, wie sie etwa bei Salafisten

üblich sei, würde die Gewalt gegen Frauen legitimieren.

Zwischen den Zeilen zu lesen und nach der eigentlichen Aussage dahinter

zu fragen, darauf komme es an. Dem 40-jährigen Theologen aus Münster

ist es wichtig, den Koran mit seinen 6.236 Versen nicht auf

ein juristisches Regelwerk zu reduzieren - zumal lediglich 80 Verse im juristischen Sinne gemeint seien.

"Appell an die Vernunft."

Der Theologe plädiert für Freiheit und Vernunft statt für blinden Gehorsam.

Gott wolle keine Marionetten, die einfach nur Befehle ausführten.

"Gott ist kein Diktator, der erwartet, dass man ihm nur gehorcht", so Khorchide.

Stattdessen solle der Mensch nachvollziehen und hinterfragen,

warum er auf der Welt sei und was sein Auftrag sein könnte. 

 

 

Freies Denken

Abracadabra, Simsalabim,

Aladin und seine Wunderlampe, Ali Baba und die 40 Räuber, Sindbad der Seefahrer -

im 9. Jahrhundert wurde die Märchensammlung aufgeschrieben.

Die Geschichte von Sindbad ist belegt und handelt von einem arabischen Händler,

der China während der Tang-Dynastie vom Indischen Ozean aus erreichte,

auf dem Rückweg jedoch bei Indonesien unterging.

Die berühmten Geschichten aus "Tausend & eine Nacht" sind ein Potpourie

menschlicher Leidenschaften wie Drama und Erotik, das ebenso

zur islamischen Kultur gehört wie der Kor'an.

Im Islam wird nicht verlangt Freude oder Unterhaltung zurückzuweisen.

Das strikte Bildverbot im Islam hat bewirkt, dass das geschriebene Wort zu einer

desto reicheren Inspirationsquelle für die Künstler in diesem Kulturkreis wurde.

Im damals freizügigen Klima Bagdads gediehen Literatur, Kunst und Philosophie.

Hier wagten es Männer, die sich Mu'taziliten nannten,

zu behaupten, dass Gott ohne die Offenbarung des Kor'an

durch blosse Vernunft erkannt werden kann.

Ein Aufbruch des freien Denkens, angeregt durch die Texte jüdischer und altgriechischer

Philosophen, der zwei Generationen lang Bagdad zur Weltstadt des Geistes werden liess.

Die Mu'taziliten waren eine elitäre Bewegung. Sie erreichten nicht die breite

Masse der Bevölkerung, während die traditionellen Kor'an-Gelehrten

den Kontakt zur breiten Masse besassen.

Und ein politisches System oder eine Regierung, die durch die Unterstützung der

breiten Masse angwiesen ist, muss deshalb dauerhaft auf die Traditionalisten setzen als auf eine elitäre.

Die späteren Kalifen beugten sich den religiösen Eiferern.

Mohammed hatte aus einer uralten Stammesgesellschaft

zu einem einzigen Volk gemacht. Er verkündete ein ethisches Programm

der Gerechtigkeit. Das hatte die ganzen Araber und viele Völker, die dann

den Islam angenommen haben, auf eine höhere Kulturstufe gestellt.

Mohammed beschrieb das Judentum und das Christentum als Teil des Islams.

Jesus gilt im Islam als wahrer Mensch und wahrer Gott zugleich.

Jesus und die Propheten werden von Muslime als die Märtyrer des Glaubens gesehen.

Nach Ansicht der Historiker hat keiner neben Jesus die Geschichte

so nachhaltig verändert wie Mohammed.

1400 Jahre alt ist die Beziehung zwischen Abendland und Morgenland,

Christentum und dem Islam. Die Bereitschaft aggressiv zu sein, war dabei wechselseitig.

Der Ursprung des Islam liegt in Mekka.

Dessen Vorgeschichte begann mit einem kosmischen Ereignis.

Ein Meteor, der dort aufschlug. Der Stein, der vom Himmel fiel, gilt als göttliches Zeichen

und wurde zum Fundament für Pilger. Schon lange vor der Geburt des Islam

baute man um den Stein eine Kultstätte für die Götter.

Al-Kaba (Kubus, Würfel) ist ein würfelförmiges Gebäude und das zentrale Heiligtum des Islam.

Die Anfänge des Islam wurden von geheimnisvollen Erscheinungen begleitet.

Im Zentrum der muslimischen Überlieferungen stand ein Mann namens Mohammed,

den die Suche nach dem wahren Glauben immer wieder in eine Höhle bei Mekka führte.

Reinigen und Fasten gehörten dort zu seinen Ritualen.

Mohammed kritisierte die hellenistisch-beeinflusste Christologie.

Ihn störte die Überheblichkeit der Griechen, weil sie dadurch selber vergöttert werden können.

Um 610 schien der Suchende Antworten auf seine Fragen gefunden zu haben.

Die göttlichen Botschaften eines himmlischen Wesens

waren eindeutig und klar, sie erzählen vom Jihad.

"Trage vor, trage vor!", habe Mohammed schliesslich eine Stimme angewiesen.

Mohammed soll die Botschaft des Islam, die Hingabe an Gott, verkünden.

Der Botschafter Gottes soll die Brücke sein zwischen dem Absoluten ausserhalb von Raum und Zeit

und dem Menschen innerhalb von Raum und Zeit.

Jihad bedeutet Anstrengung, Kampf, Bemühung, Einsatz

und bezeichnet das Konzept ein besserer Muslim zu sein

"Streben auf dem Wege eines einzigen und wahren Gottes / Allah".

Der Krieg führt immer zur Verrohung des Menschen und setzt seine Triebe frei,

um den Feind zu vernichten, und um Furcht und Schrecken zu verbreiten.

Es gibt keinen "Heiligen Krieg". Der Krieg ist allein der Wille des Menschen.

Die Gesetze Gottes ("Du sollst nicht töten") können nicht konjugiert werden.

Gewalt ist einzig für die Verteidigung nötig.

Der Islam verbietet die grundlose Gewaltanwendung gegen Menschen

unabhängig von ihrer Rasse, Ethnizität oder Religion.

"Wer einen Menschen verurteilt, verurteilt die ganze Menschheit."

Dieser Vers der 5. Sure des Korans wird von Muslimen gerne ins Feld

geführt, um die Friedfertigkeit des Islams zu illustrieren.

"Ihr sollt keinen Menschen töten, denn Gott verbietet das" (Sure 17:33)

Dieses Buch, an dem es keinen Zweifel gibt, ist eine Rechtleitung für die Gottesfürchtigen, die an

das Verborgene glauben, das Gebet verrichten und von dem, womit Wir sie versorgt haben,

ausgeben und die an das glauben, was zu dir an Offenbarung herabgesandt worden ist,

und was vor dir herabgesandt wurde,

und die vom Jenseits überzeugt sind. Jene verfahren nach einer Rechtleitung von ihrem Herrn,

und das sind diejenigen, denen es wohl ergeht.

Gleich ist es in Bezug auf diejenigen, die ungläubig sind,

ob du sie warnst oder nicht warnst; sie glauben nicht. Allah hat ihre Herzen und ihr Gehör versiegelt,

über ihrem Augenlicht befindet sich eine Hülle. Für sie wird es gewaltige Strafe geben.

Unter den Menschen gibt es manche, die sagen: "Wir glauben an Allah und an den Jüngsten Tag",

doch sind sie nicht gläubig. Sie möchten Allah und diejenigen, die glauben, betrügen.

Aber sie betrügen nur sich selbst, ohne zu merken.

In ihren Herzen ist Krankheit, und da hat Allah ihnen die Krankheit noch gemehrt.

Für sie wird es schmerzhafte Strafe dafür geben, daß sie zu lügen pflegten.

Und wenn man zu ihnen sagt: "Stiftet nicht Unheil auf der Erde!" sagen sie:

"Wir sind ja nur Heilstifter". Dabei sind doch eben sie die Unheilstifter, nur merken sie nicht.

Und wenn man zu ihnen sagt: "Glaubt, wie die Menschen glauben!", so sagen sie:

"Sollen wir glauben, wie die Toren glauben?" Dabei sind doch eben sie die Toren.

Aber sie wissen nicht. Und wenn sie diejenigen treffen, die glauben, sagen sie: "Wir glauben."

Wenn sie jedoch mit ihren Teufeln allein sind, so sagen sie: "Wir stehen zu euch.

Wir machen uns ja nur lustig". Allah ist es, Der Sich über sie lustig macht.

Und Er läßt sie in ihrer Auflehnung umherirren.

Das sind diejenigen, die das Irregehen um die Rechtleitung erkauft haben,

doch hat ihr Handel keinen Gewinn gebracht, und sie sind nicht rechtgeleitet. (Sure 2 / Al-Baqara)

Nach Mohammeds natürlichem Tod in Medina setzten sich zwei arabische Clan-Chefs

als seine Nachfolger durch, um sein politisches und religiöses Erbe zu verwalten.

Das Amt des Kalifen fiel auf Usman, Scheich einer reichen arabischen Familie, die sich Umayyaden nennt.

Doch Mohammeds Cousin Alī ibn Abī Ṭālib erhob ebenfalls den Anspruch auf das Kalifat.

Seine Anhänger nannten sich die Schia, 'Partei Alīs', die heutigen Schiiten.

661: Als Alī von vielen als Oberhaupt der Muslime anerkannt wurde,

wurde er von einem Attentäter vor allen Leuten ermordet.

Alīs Sohn Hussein machte die Umayyaden dafür verantwortlich und griff sie an.

Und die Anhänger des Propheten sind seit damals entzweit.

Die "Söhne der Umayyaden" hatten sich brutal gegen die Anhänger Alīs durchgesetzt

und schufen den ersten arabischen Staat.

Sie verlegten den Regierungssitz von Mekka nach Damaskus, die 'Perle des Orients'.

Trotzdem bezeichneten die späteren muslimischen Geschichtsschreiber

die Umayyaden als den faulen Ast am Stamm des Islams.

Es ging also nicht um religiöse Fragen. Die letztliche Ursache dieser Konflikte

war Mohammeds Versäumnis, seine Nachfolge zu regeln.

Aus dem Streit der Clans ist eine islamische Glaubensrichtung mit ganz eigenen

Traditionen und Ritualen entstanden - die Schiiten. 

Die jüdische Vielfalt hatte der Talmud getilgt, die Ökumenischen Konzilien

schieden das Christentum in Orthodoxe (Rechtgläubige) und Ketzer.

Ein persischer Weiser, Mānī, hatte eine Buchreligion gestiftet, die vorgab,

Judentum, Christentum, Buddhismus und die Lehren des altpersischen Religionsstifter

Zoroaster (Zarathustra) zusammenzuführen.

Und die Sassaniden beauftragten Gelehrte, die dünne wie dunkle Überlieferung

zoroastrischer Verse in eine globale Theologie zu gießen.

Der Römerkaiser Justinian ging noch weiter, indem er die Rechtsprechung Roms sammeln ließ,

um der göttlichen die weltliche Ordnung zur Seite zu stellen.

Muawiya (603-680) wollte verstehen, warum Gott ihn mit der Weltherrschaft betraut hatte und

wie er es am besten anstellte, diese Herrschaft auf Dauer zu sichern.

Dabei konnte er mit Glaubensrichtungen und Doktrinen experimentieren, die recht zwanglos zugänglich waren.

Symbol dieses Experiments wurde der Felsendom in Jerusalem,

der heiligen Stadt der Juden, deren religiöser Impetus den Umayyaden wohl faszinierte.

Je mehr sich die Umayyaden und ihre Gefolgschaft als überhebliche Weltherrscher

gerierten, desto größer wurde der Wunsch nach allgemeingültigen moralischen

und sozialen Leitlinien, nach einer überirdischen Autorität.

Wie die Sassaniden einst die verschütteten Lehren Zoroasters zu einem umfassenden

Lehrgebäude ausgebaut hatten, formierten sich jetzt vor allem im Irak, ihrem

einstigen Kernland, Gelehrte, um Leitlinien gegen die Übel der Zeit zu formulieren.

Um sie mit Autorität anzureichern, verbanden sie ihre Lehren mit den Gefährten

des Propheten; und schließlich zitierten sie dann die oberste Autorität,

den Propheten selbst. Daraus entstand ein Kodex, mit dem die Abassiden

um das Jahr 750 daran gehen konnten, die Umayyaden buchstäblich auszulöschen.

 

Religion & Politik

Der Verheißene Messias sagt: "Der Gott des Islam ist jener Gott,

den man im Spiegel der Naturgesetze und Schöpfung sieht.

Der Islam stellt keinen neuen Gott vor, sondern jenen Gott,

der durch das innere Licht und das Gewissen und die Himmel und die Erde erkannt wird."

Der Islam bedeutet völlige Hingabe an Gott.

Jede Religion sollte mit der gleichen Leidenschaft und Hingabe an den einen Gott gelebt werden.

Mohammeds Islamisierung im respektvollen Verhältnis gegenüber anderen Religionen.

Die gemeinsame Vorgeschichte der Juden, Christen und Muslime begann um 1760 v.Chr. mit Abraham.

Abraham ist der Vorfahre von Moses, König David, König Salomon, Maria,

Jesus von Nazareth und Mohammed. Der Kor'an mahnt zu Milde:

Der Islam ist die einzig wahre Religion. Wir müssen die Christen und Juden respektieren,

weil Teile ihrer Lehren wahr sind.

Jesus von Nazaret, der Messias, wird im Kor'an stark hervorgehoben.

15 Suren und 93 Verse vom Kor'an handeln von

Isa ibn Maryam 'Jesus Sohn der Maria‘.

Er wird beschrieben als Zeichen Gottes, Wunderkind, Wunderheiler,

Gottesknecht, Kind Abrahams und Sohn der Jungfrau Maria.

Der Kor'an kennt sogar Details aus dem Leben Jesu, die in der Bibel fehlen.

Doch für die Menschen im Orient ist Mohammed aus Mekka der letzte Prophet.

Mohammeds göttlicher Auftrag soll es gewesen sein,

die Gläubigen auf den rechten Weg zu führen. Als Irrlehre galt der Glaube,

dass Gott, Jesus und der Heilige Geist wesensgleich seien.

Hier liegt eines der Urkeime der Konflikte späterer Jahrhunderte.

Religion kann also leicht als ideologische Rechtfertigung dienen.

Der Islam ist das Gesetz Gottes. Demokratie ist das Gesetz des Menschen.

Scharia (islamische Rechtsordnung) ist ein sehr flexibler Begriff,

der maßgeblich vom Willen der Politiker gefüllt wird.

Scharia bedeutet beten. Scharia bedeutet spenden.

Wörtlich übersetzt heisst Scharia "Weg zur Wasserquelle".

Der Muslim will aber nach den Regeln des Arabischen Kor'an leben

und nicht allein nach den Regeln der Scharia.

Die Regeln der Scharia beruhen auf den Lehren des Kor'ans.

Enthalten sind nicht nur Glaubensfragen, sondern auch Richtlinien des täglichen Lebens.

Seit der Entstehung des Islams werden diese Regeln durch

Religionsgelehrte immer wieder neu interpretiert.

Die Bedeutung der Scharia ist von Region zu Region unterschiedlich.

Für viele lautet die Schlüsselfrage nicht, was der Arabische Kor'an sagt,

sondern was der Koran nach Auffassung der Muslimischen Gelehrten sagt.

Für die modernen Moslems im christlich beeinflussten Südost-Asien

stehen die Regeln der Scharia über die Vorgaben des Aufsichtsrates.

Und die allumfassenden Lehren des Islams stehen über

den Gesetzen der Scharia, die von reichen Politikern bestimmt werden.

Länder wie Malaysia dienen heute nur teilweise als Vorbild für Demokratie im Islam

 

 

Die Deutsch-türkische Islamkritikerin und Publizistin Necla Kelek:

Ab dem 11. Jahrhundert gab es nur noch die Scharia.

Die meisten islamischen Länder sind heute Hadith-Länder,

sie leben danach, was der Prophet empfohlen hat.

Die Ulema, die Religionsgelehrten, wägen ab und bestimmen,

was davon in welcher Form Geltung hat.

Die Scharia ist das zum irdischen Gesetz erhobene Wort Gottes.

Das ist das Dilemma, in dem der Islam heute steckt. Dies sind keine Vorurteile, das ist Realität.

Die islamische Welt muss endlich diese Auseinandersetzung führen.

Wir Muslime können nicht immer sagen: Nehmt uns wie wir sind.

Religion und Politik werden oft auseinanderdividiert.

Sie halten diese Rechte für unabdingbar, die den Menschen von seinem Schöpfer gegeben sind.

Auch die westlichen Werte haben ihre Basis in der Religion.

Mit dem Vertrag von Medina hat der Prophet Muhammad festgehalten,

dass die Juden zur Gemeinschaft gehören mit allen Rechten und Pflichten in der Gesellschaft.

Die Christen von Jemen haben mit dem Propheten in der Moschee über

die Akzeptanz der Ketzerei in der Islamischen Geschichte verhandelt.

Die Gedichte von Abu Nuwas, der bekannterweise homosexuell war,

wurden in der Islamischen Welt akzeptiert und weiter verbreitet.

Die Meinungsfreiheit im Sinne von Debattenkultur hat in der Hochblüte der

Islamischen Renaissance und Geschichte grosse Tradition.

 

Der Wahhabismus/Salafitentum ist eine Sekte,

die aus einer internen Veränderung der Lehren der Hanbaliten entstand.

Gegründet im 18. Jahrhundert von Al-Wahhab ist diese Bewegung von der

Saudi-Dynastie übernommen worden. Nach der Gründung des Königreichs von

Saudi-Arabien machte Ibn Saud daraus seine Staatsdoktrin, was von allen

anderen Richtungen des Islam abgelehnt wird. 

 

_____________________________________________________________________________wirtschaftswissenschaft

Der Finanz-Zyklus

 

"Entwicklungshilfe ist, wenn die armen Leute eines reichen Landes

für die reichen Leute eines armen Landes Geld spenden." - Denis Healey, Politiker

"Das Geheimnis des erfolgreichen Börsengeschäftes liegt darin, zu erkennen,

was der Durchschnittsbürger glaubt, das der Durschnittsbürger tut."

- John Keynes, Mathematiker, Politiker, Ökonom

 

Ethic Banking

Das heutige Geldsystem ist eine Monokultur. 40% aller Preise sind reine Zinszahlungen.

Politik ist ein System der Regeländerungen.

Die Finanzexperten erwarten von den Regierungen, dass man reformbereit ist.

Immer mehr Wirtschaftswissenschaftler betonen immer wieder

die hohe Zuverlässigkeit des Islamischen Bankensystems.

Sie verzeichnet einen konstanten Aufwärtstrend.

Es ist ein globales Geschäft in einer globalen Welt.

Von Anfang an wurde dem Islamischen Bankensystem ein grösseres Wachstum,

als dem konventionellen vorausgesagt.

Das hat sich besonders in Malaysia bewahrheitet.

Dort steigen die Anlagen bei diesen Banken weit schneller als beim konventionellen.

Tatsächlich sind nur ganz wenige Islamische Banken von der Wirtschaftskrise

betroffen. Bestimmte Geschäfte mit denen konventionelle Banken arbeiten,

wie Spekulationsgeschäfte, Finanzierung durch Fremdverschulden, oder

Darlehensgeschäfte mit Zinsen, Geld mit Geld zu verdienen, sind schlicht verboten.

Die Transparenz nur in real existierende Werte zu investieren,

das Verbot jeglicher finanzieller Unsicherheit,

die Offenlegung aller Kosten sind Vorgaben von denen der Westen lernen könnte.

Risiko und Profit sollen zwischen Geldgeber und Kreditnehmer geteilt werden.

Die Mehrheit im Westen wird dies für revolutionär halten.

Sie sind das kapitalistische System "gewohnt".

Wenn es darum geht unsere Ressourcen zu nutzen und Menschen zu helfen,

sollten wir versuchen mit allen religiösen Gruppen zusammenarbeiten.

Aus Sicht des Konsumenten ist das Islamische Finanzsystem weder schlechter

noch besser, nur weil es islamisch ist. Was zählt, sind allein die Konditionen.

Die neuen 'Ethik-Banken' sehen das Islamische System als Vorbild.

 

Dr. Mustafa Nasution: "Alle Bevölkerungsgruppen sollten vom Scharia-orientierten

Finanzsystem profitieren. Nicht nur Leute, die Geld haben.

Da wir Teil der Weltwirtschaft sind, arbeiten die meisten Menschen in einem

kapitalistischen System. Das heisst: Menschen mit Geld profitieren mehr als andere."

Armut und Schulden gehen Hand in Hand. Die Kluft zwischen reich und arm

vergrössert sich aufgrund eines gierigen westlichen Systems.

"Der Begriff der Wohlfahrt muss als Ganzes gesehen werden.

Wohlfahrt im irdischen Leben, wie auch im nächsten Leben.

Man muss auch auf wirtschaftliche Basis Gutes tun."

 

Alles Geld, was wir im Umlauf haben, ist Schuld.

Geld entsteht in unserem System, indem jemand ein Kredit aufnimmt.

Nur so entsteht Geld. Das bedeutet: Allem Geld steht ein Kredit gegenüber und umgekehrt.

Wenn der Staat Amerika 14 Bio.$ Schulden hat, dann hat irgendjemand anders 14 Bio.$ Guthaben.

Wenn Deutschland 42 Mrd.$ Zinsen jedes Jahr zahlt,

bekommt irgendjemand anders 42 Mrd.$ Zinsen. gutgeschrieben.

In Deutschland haben wir 2 Bio.€ Schulden und 5 Bio.€ Geldvermögen der privaten Haushalte.

Das perfide im Finanzsystem ist, dass sich dieses Geld im Laufe der Jahrzehnte

bei ganz wenigen Menschen zusammenballt und die Masse der Menschen davon gar nichts hat.

Von diesen 5 Bio.€ hat die Hälfte der Bürger absolut nichts.

Und die reichsten 10% haben den allergrössten Teil.

Die Masse der Menschen muss diese Zinsen erarbeiten,

denn die eigenen Schulden werden so oder so gezahlt.

Der Staat hat in ihrem Namen viel Geld aufgenommen. Dafür bürgen sie.

Und als Bürger müssen sie nicht nur bürgen,

sie müssen auch diese Zinsen jährlich über ihre Steuern zahlen.

Die Zinsen des Unternehmens werden auf das Produkt umberechnet.

Beim Einkauf zahlen sie die Zinsen der Industrie immer mit.

Für den Bürger spielt es keine Rolle, wo die Schulden im System liegen, er zahlt es immer.

Solange der Bürger weniger Geld für sein eigenes angelegtes bekommt,

als er auf der anderen Seite aus diesem Bereich zahlt,

finanziert er das für die wenigen Superreichen.

Das kann man am Anfang problemlos tun, weil dieser Schuldenberg und damit die Zinslast

im gesamten System relativ wenig ist. Hinten raus geht es explosionsartig nach oben.

 

Das ist das Gefühl, was viele Menschen haben, dass man einerseits den Eindruck hat,

es läuft und gleichzeitig haben immer mehr Leute subjektiv das Gefühl,

das läuft verkehrt und alles wird immer teurer.

Die Leute müssen immer mehr von dem, was sie erarbeiten, abgeben für

diese Zinsbelastung im gesamten System, das ganz wenige kassieren,

bis an dem Punkt, an dem die Bürger nicht mehr können.

Und dann kommt es seit Jahrhunderten alle paar Jahrzehnte zu einem Kollaps des Systems.

Dann kommt es immer zu einer harten Umverteilung dieser Gelder von oben

wieder an die Menschen unten. Das geht entweder über eine starke Inflation,

über eine Währungsreform, über extreme Steuerverteilungen.

Wir sind wieder am Ende dieses Zykluses angelangt

und jetzt kommt dieser Umbruch von oben nach unten.

Der Unterschied von Zins und Zinseszins

Börsenmakler Dirk Müller: Wenn Joseph für Jesus damals in Galiläa einen Cent angelegt hätte,

was wäre dann passiert, wenn er dieses Geld vergessen hätte und

es hätte sich immer weiter vermehrt.

Das Ergebnis wäre: 195 Mio. Weltkugeln aus purem Gold.

Kein Mensch ist in der Lage in dieser Dimension exponentiell zu denken,

wir sind darauf eingestellt linear zu denken.

Was passiert, wenn man die Zinsen jedes Jahr abhebt?

Man lässt die Zinsen stehen und es verzinst sich jedes Jahr.

2000 Jahre später kommt nur ein einziger Euro raus.

Der Unterschied zwischen Zins und Zinseszins ist

ein Euro zu 195 Mio. Weltkugeln aus purem Gold in 2000 Jahren.

Wenn man dieses Grundproblem unseres westlichen Wirtschaftssystems

verstanden hat, dann weiss man, warum das nicht unendlich funktionieren kann.

Es muss immer wieder kollabieren oder zumindest ausgeglichen werden.

 

Wette auf die Zukunft

Spekulation erzeugt eine zunehmende Instabilität des Kapitalismus.

Aufschwung und Absturz, Überinvestition und Rezession,

Börsen-booms und finanzielle Kernschmelzen.

Spekulation ist ein auf die Zukunft gerichtetes Spiel mit Prognosen.

Es werden Fakten gedeutet, Zahlen analysiert, Chancen und Risiken kalkuliert.

Vorraussagen werden getroffen, Fantasien geschaffen, Erwartungen erzeugt.

Es wird mit Zeit gehandelt. Zukunft vorweggenommen und darauf spekuliert.

Durch die Spekulation verwirklicht sich der Markt in seiner reinsten Form.

Spekulation ist der rationale stabilisierende Kern der Wirtschaft.

Und die Wirtschaft ist ein Glücksspiel. Sie ist in der Tat eine Wette auf die Zukunft.

 

Diejenigen, die die Finanzkrise verursacht haben,

mit ihren falschen Finanzprodukten, soweit sie nicht mit millionenhohen Boni

abgezogen sind und wieder bei Barclays in London arbeiten,

sie machen weiter, wie bisher. Sie spekulieren wieder mit

hochriskanten Finanzprodukten, von denen man nicht weiss, wie es aussgeht.

Und das schlimme ist, was zusätzlich hinzukommt, inzwischen wird an den Börsen

sogar spekuliert mit den Grundnahrungsmitteln - mit Reis, Getreide, Mais -

als Spekulationsobjekte, so dass an den Börsen ihre Preise um 100% stiegen.

Wenn dies im normalen Leben geschieht, mit der Existenzgrundlage von Millionen

von Leuten zu spekulieren, dann werden sie als hochkriminell eingestuft.

 

Es ist ein ungesundes Maß an Einfluss, den der Börsenhandel und

die Finanzjongleure inzwischen auf unser Leben haben.

Längst gehen Aktienwert und Unternehmenssolidität getrennte Wege.

Heute sind es Computer-Algorithmen, die Aktien kaufen und verkaufen.

Das Problem ist die Masse:

Verkauft der eine Kunde automatisiert seine Aktien, sinkt der Kurs.

Durch Kurssenkungen werden automatisch andere Verkäufe ausgelöst,

und dadurch wiederum andere… eine Kettenreaktion.

Und das ganze geht so schnell, dass kein Mensch das steuern oder stoppen kann.

Und manche wollen es auch gar nicht stoppen, weil sie auf fallende Preise gewettet haben,

wie wenn jemand beim Pferderennen das letzte Pferd tippt. 

 

Mit dieser Entwicklung hat sich die Finanzwelt komplett verselbständigt.

Was da in einem Wimpernschlag passiert hat längst nichts mehr

mit realer Wirtschaft zu tun. Die Maschinen regieren uns. Ohne, dass wir es merken.

Gesetzliche Maßnahmen würden nur greifen, wenn sich die große Mehrheit der

Finanzplätze der Erde einig wäre und gleich ziehen würde.

Sonst verlagert sich das Geschäft nur.

Doch das alles wird nicht passieren, zumindest nicht, bevor nicht

die gesamte Finanzindustrie am Boden liegt und ein Umdenken selbst in den Betonköpfen

von Politik und Wirtschaft beginnt. Während wir auf der Börse in die Zukunft spekulieren,

geben wir der Zukunft unseren Sondermüll weiter.

 

Die Macht der Bank

Die G-20-Staaten hatten ein 15-Punkte-Programm für die Reform

der internationalen Finanzstruktur beschlossen.

Da gehört eine verstärkte Bankenaufsicht, die Schliessung des Offshore-Fensters,

die Einführung einer internationalen Finanz-Transaktionssteuer.

Die internationalen Finanzmärkte erweisen sich als stärker,

als die demokratisch gewählten Regierungen,

weil die Briten und die Republikaner in Amerika nicht mitmachten.

Diese sabotieren alles, was zu einer Finanzstruktur dazugehört. 

Sie haben gelernt, sie können spekulieren bis an den alleraüssersten Rand.

Und wenn die Sache platzt, dann kommt der Vater Staat und finanziert es über

den Steuerzahler, weil inzwischen diese Bankinstitute so gross geworden sind,

dass der Staat sie nicht pleite gehen lassen kann, weil sonst Millionen von Leuten

ihr Eigentum verlieren würden. Man müsste also die Macht der Banken einschränken.

Es sind die grossen Banken, die nämlich die Geschicke der Welt beherrschen,

und nicht die demokratisch gewählten Politiker. 

 

Wir haben ein Weltbruttosozialprodukt von 50 Billionen $,

das ist das, was auf der Erde produziert wird.

Gleichzeitig haben wir aber eine Geldmenge

von 150 Billionen $, das heisst, wir haben 100 Billionen $, denen kein realer

ökonomischer Wert gegenüber steht, es ist frei floatendes Geld in der Hand von

50.000 Investmentbankern und Brokern.

Eine Reform dieser Struktur ist wohl das wichtigste, was den Politikern bevorsteht.

Die Börsenhändler könnten mithelfen, dass in der Finanzwelt selber

die Einsicht greift, dass eine Reform lebensnotwendig ist.

 

Die Ressourcen

Geldwertige fossile Brennstoffe wie Rohöl, Ölschiefer, Kohle, Erdgas,

sowie die Rohstoffe Holz, Edel- und Basismetalle, seltene Erden,

Nahrungsmittel und Wasser sichern den Wohlstand des Menschen

und ermöglichen den kulturellen Fortschritt in Kombination mit Willen und Ideenreichtum.

Es boomt ein neuer Markt, der die Natur ökonomisch nutzbar macht.

Die Kapitalisten machen jetzt die Natur zur Handelsware.

Der Marktwert von lebenden Arten steigt, weil die Menge der

biologischen Vielfalt zurückgeht. Ökonomie und Banken nehmen die

lebenden Ressourcen der Erde in Besitz, münzen die Umwelt in

spekulatives Kapital um und machen Tiere und Pflanzen zu Finanzprodukten.

Der Euro ist für schwache Volkswirtschaften zu stark.

Eine nichtwachsende Wirtschaft ist sehr viel schwieriger zu kontrollieren.

Demokratie funktioniert in verarmten Ländern nicht.

Überfluss und Überproduktion sind die Quellen der Armut.

Die Hälfte aller Lebensmittel landet in den Müll.

Die weltweite Spekulation mit Land nehme zu.

Steigende Nahrungsmittelpreise erhöhen den kommerziellen Druck auf

die weltweiten Landflächen. Kleinbäuerliche Betriebe ohne Kaufkraft und

Eigentumstitel werden so immer häufiger verdrängt.

In Afrika hat sich der Kampf der Rohstoffe verändert.

Früher wollten Europäer und Amerikaner sie dominieren.

Heute werden sie nicht mehr zu etwas gezwungen, sie haben nun die Wahl

zwischen dem aggressiven Westen oder den gierigen Chinesen oder Saudis.

Chinesen wie Inder, Indonesier und Malayen

pflegen ihre Beziehungen mit Afrika schon seit 1000 Jahren.

An der Ostafrikanischen Küste lebten damals schon

Hunderte Asiaten zusammen mit den Einheimischen.

Sie verstehen es, schnellere Entscheidungen zutreffen.

Jedoch werden die ohnehin schon spärlichen Trinkwasser-, Nahrungs- und

Sandressourcen (für die Betonherstellung) immer knapper.

Luft, Wasser, Sand und Erdöl sind die meistverbrauchten Wirtschaftsgüter.

Der Sand, der im Strand liegen sollte, steckt in den Staudämmen fest.

Die ungerechte Verteilung der Güter und die sich steigernde Ungleichheit

zwischen Reichen und Armen sind Ursachen für Gewalt, Terror und Krieg.

Mit totalitären Machtansprüchen und fundamentalistischen Überzeugungen

werde an vielen Orten der Welt kriegerische Gewalt legitimiert.

Die 85 reichsten Menschen haben ein grösseres Vermögen

wie die 3,5 Milliarden Ärmsten zusammen!

Viele Deals zwischen Firmen und Regierungen in den südlichen Ländern

brächten den Einheimischen keinen Nutzen.

In Afrika klaffen nur noch riesige Löcher in der Erde, nachdem die Firmen

aus Europa, USA und China Öl und andere Bodenschätze gewonnen hätten.

Der Anbau von Lebensmitteln in Entwicklungsländern für die Industrienationen

verstärkt den weltweiten Hunger. Der Hunger hat grösstenteils mit der absurden

Subventionierung europäischer Lebensmittelexporte zutun.

Denn die machen dort die Landwirtschaft kaputt.

Fast die gesamte Getreideernte wird für die Fleischproduktion verfüttert.

"Je mehr für den Norden produziert wird, umso höher die Preise,

insbesondere, wenn die Lebensmittelproduktion,

zum Beispiel von Getreide, weltweit nicht ausreicht",

sagte der Generalsekretär der Welthungerhilfe, Wolfgang Jamann.

Eine weitere Ursache für Preissteigerungen sieht Jamann in der wachsenden

Nutzung von Ackerböden für den Anbau von Biosprit und Futtermitteln.

Nur noch etwa die Hälfte der Getreideproduktion schaffe es in die menschliche Nahrungskette.

Jamann nannte es einen Skandal, dass sich die internationale Gemeinschaft bisher

nicht auf "mutige Regeln für ein faires Welthandelssystem" geeinigt habe.

Biokraftstoffe ersetzen die fossilen Kraftstoffe,

die am risikoreichsten, und am gefährlichsten zu fördern sind.

Chemie-Nobelpreisträger Prof. Hartmut Michel:

"Wenn man aber 30.000 km² dazu verwendet, um Bio-Diesel herzustellen,

dann kann man netto gerademal 2% des Diesels und Benzins durch Bio-Diesel substituieren."

Die Nahrungsmittelpreise steigen weltweit, weil der pflanzliche

Kraftstoff nun in Konkurrenz mit fossilem Kraftstoff steht.

Biosprit soll angeblich kurzfristig angebaut werden,

obwohl diese Plantagen langfristig nur einmal genutzt werden können.

Auf Kosten der so genannten "Dritten Welt"

wird mit "Gen-foods" versteckte Geschäfte gemacht.

Der Ertrag von transgenen Pflanzen, wie Soja, Mais, Raps oder Baumwolle,

liess sich durch Manipulationen am Erbgut steigern.

Ihr Anbau betraff 10% der Nutzfläche. Die Länder wurden als Feldlabore genutzt.

Die weltweit verfügbare Nahrung reiche aus, um alle zu ernähren,

betonte Papst Franziskus. "Jeder einzelne müsse sich klar machen, wie

er zur Verwirklichung des Rechts auf Nahrung beitragen könne."

Die Diplomatie wäre ohne die Mission weltweit nicht zustande gekommen.

Es ist nicht nur paradox, dass z.B. selbst die Kakaoanbauer in Westafrika

noch nie Schokolade gesehen haben. Die Reichen weiten ihre Machtpositionen aus

und interessieren sich nur für materielle, irdische Probleme.

Die Ärmeren wollen alles über Himmel und Paradies erfahren,

und distanzieren sich von einem Fleischfressersystem.

Der wirtschaftliche Graben zwischen Nationalstaat und Weltregion

wird auf beiden Seiten des Globus diskutiert.

 

Das Resultat nach Zeiten des kolonialen Imperialismus, der Ausbeutung,

der demographischen Verengungen, der fehlenden Rechtssicherheiten,

der exzessiven Spekulationsgeschäfte im Westen mit Nahrungsmitteln und

des masslosen Waffenhandels der

Amerikaner (45%), Russen (25%), Deutschen, Franzosen, Briten und Chinesen:

 

________________________________________________________________________________________metaethik

Solidarität - Recht, Ethik & Moral

 

Technologie verändert die Gesellschaft.

Visionen von Projekten, Maschinen und Anlagen gibt es solang es den Menschen gibt.

Einige der technischen Visionäre glauben, dass es keine Grenzen gibt.

Es ist die unendliche Geschichte über eine unendlich lang laufende Maschine und

der unendliche Glaube an den technischen Fortschritt und seiner universellen Machbarkeit.

Ob Feuer, Räder, Radio, Kino, Bier, Fussball, Waffen oder Wolkenkratzer,

alle haben einen massiven Unterschied zu der Art und Weise gemacht,

wie wir arbeiten, leben und spielen.

Die Computer-Technologie beschleunigt den Wandel und

wirft völlig neue Fragen auf, die jede Gesellschaft zu bewältigen hat.

Es streckt die Grenzen des Gesetzes.

Nach 30 Jahren Anarchie, Inflation und Reparation

überliess man den extremistischen Geldmachern das Feld.

Glyphosate, Kohle, Diesel, Flugzeug-/ Schiffsemissionen und Strommasten.

Der Mensch ist wie eine Zelle im planetarischen Organismus,

Wachstum ohne Grenzen ist wie ein Wuchern von Krebs.

Kontrolle, Berechnung, Spekulation, Missgunst, Absicherung,

Dominanz, Stolz, Arroganz, Manipulation, Machtstrebung,

Schuld und Angst gehören zu den negativen Aspekten unserer eigennützigen Haltung.

Wie schon Adam Smith bevor bemerkte der Weimarer Kriminalpolitiker

Gustav Radbruch: "Wo Gerechtigkeit nicht einmal erstrebt wird,

können die so geschaffenen Anordnungen

nur Machtansprüche sein, niemals Rechtssätze."

"Der deutsche Irrationalismus lebte insofern weit über seine Zeit hinaus

als Ferment einer 'Nationalisierung der Massen' (Mosse 1976) auch noch

im Zeichen einer antiimperialistischen 'nachholenden Inwertsetzung' in grossen

Teilen der Dritten Welt weiter, nicht zuletzt in diversen 'sozialistischen' Masken.

Wie schon in Deutschland und Europa wurden im 20. Jahrhundert

auch an der kapitalistischen Peripherie die mündlich tradierten vormodernen

Massenkulturen enteignet, bürgerlich redigiert, verfälscht und

für die Erfindung nationalistischer und 'völkischer' Konstrukte missbraucht,

um die 'schöne Maschine' kulturalistisch zu verschalen.

Dass der Marxismus diesen Prozess zur 'Befreiungsbewegung' umdeuteten,

war immer nur dem eigenen ideologischen Marschgepäck jenes mechanistischen

Fortschrittsbegriffs geschuldet, der die kapitalistische Modernisierung und

Nationalisierung zur 'historischen Notwendigkeit' hochjubelte."

BfdW-Chefin Cornelia Füllkrug-Weitzel sieht 1989/90 als klare Zäsur:

"Entwicklungspolitik wurde nicht mehr als Instrument des

Kalten Krieges gebraucht und darum abgewertet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Entwicklungszusammenarbeit

auch deshalb betrieben worden, um den jeweils

eigenen Machtblock geostrategisch zu positionieren.

Nachdem dieses Interesse wegfiel, ist zum Beispiel

die Regierung Somalias von jetzt auf gleich fallengelassen worden,

was dort den Zerfall des Staates eingeleitet hat."

So wie Bildung für Extremisten eine Bedrohung darstellt,

so ist es für Kapitalisten mit der Aufklärung.  

Das Ausmaß der Politischen Macht einer Person oder Gruppe steht in Beziehung

zum sozialen Einfluss, den sie formell oder informell ausüben kann.

Dort, wo sich dieser Einfluss nicht auf einen bestimmten Staat beschränkt, spricht man

von internationaler Macht. Politikwissenschaftler haben Macht häufig definiert als

die Fähigkeit, das Verhalten anderer zu beeinflussen.

Der Aufbau und die Aufrechterhaltung von Macht ist traditionell durch militärische Macht,

die Kumulation von Kapital und den Erwerb von Wissen erreicht worden.

Gemäß Rae Langton (1993) kann politische Macht und Autorität anhand der Fähigkeit

gemessen werden, entsprechende Sprechakte durchzuführen.

Machtlosigkeit hingegen versteht er als Unfähigkeit, die Sprechakte zu vollbringen,

die man eigentlich durchführen wollte. Der Autor Machiavelli beschreibt in seinem

Werk "Der Fürst" von 1532 die Mittel, um Souveränität und Macht zu erlangen

und zu behalten. Es gibt viele historische Beispiele von destruktivem und sinnlosem

Gebrauch der politischen Macht. Dies geschieht meistens dann, wenn zu viel Macht in

den Händen weniger Personen konzentriert ist, ohne Raum zu politischer Debatte,

öffentlicher Kritik, und anderen Formen des sozialen Korrektives.

Beispiele Machtmissbrauchender Regimes sind Despotismus, Tyrannei und Diktatur.